Schwerin: Grüne wollen Stadtstrand am Marstall

Die Grünen in Schwerin haben das Baden für sich entdeckt. Daher fordern sie nun Badestellen im innerstädtischen Bereich. Zum Beispiel hinter dem Marstall.

Können wir bald mit dem deutschlandweit schönstem Blick innerstädtisch baden in Schwerin? | Foto: schwerin-lokal

 

Sommer, Sonne und Schwimmen im Schweriner See – an einem Stadtstrand am Marstall mit Schlossblick. Geht nach nach dem Willen der Bündnisgrünen in Schwerin, soll dies schon bald Realität sein. Zur Stadtvertretung vor der Sommerpause hat die Stadtfraktion einen entsprechenden Antrag vorgelegt. Dabei fordern die Grünen auch die Einrichtung von Badestellen „Am Werder“ und in den Waisengärten. Vor allem aber soll sich Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier beim Land als Flächeneigentümer für einen Stadtstrand am Marstall einsetzen.

Ein historisches Foto zeigt tatsächlich den Steg hinter dem Marstall in Schwerin.

Baden im See mit Blick auf das Schloss

„Wir haben hier den Schweriner See mit einer top Wasserqualität vor der Nase, aber in den heißen Sommern keine Badestelle in der Innenstadt und Werdervorstadt – das wollen wir ändern. Damit Familien mit Kindern nicht durch die halbe Stadt gondeln müssen, um zu baden. Oder auch für den einen oder anderen, der vor oder nach der Arbeit einfach mal eine Runde schwimmen möchte. Das ist Lebensqualität in der Lebenshauptstadt!

Am Marstall ist es mit der großen Wiese direkt am See herrlich. Noch herrlicher wäre es, wenn man dort auch problemlos ins Wasser könnte. Bis in die 1980er Jahre wurde dort gebadet. Es gab einen Steg, der als Badesteg genutzt wurde. Außerdem wäre es doch ein touristisches Highlight, sich nach einem Bummel durch die Stadt im See abzukühlen und zu entspannen – und das mit Schlossblick“, so Stadtvertreter und Grünen-Fraktionsmitglied Martin Neuhaus.

 

Stadtverwaltung reagiert eher formal

Die Stadtverwaltung verweist in einer Stellungnahme zum Antrag darauf, dass „die Einrichtung einer Badeangelegenheit“ im Bereich der Waisengärten „nicht unmittelbar angeordnet, umgesetzt oder genehmigt werden kann.“ Es sei aber durchaus ein mittelfristiges Planungsziel. Damit zielt man vermutlich darauf ab, dass es im Rahmen der ursprünglichen Planungen der Waisengärten durchaus eine solche Badestelle nicht nur angedacht sondern öffentlich angekündigt hatte. Allerdings scheinen nun doch einige (bürokratische?) Hürden auf dem Weg zu stehen. Es sei schon einiges geschehen, um das Ufer dort erlebbar zu machen. Auch müsse nun noch ein Grundstück am Ufer angekauft werden. Dann könne man weitersehen, so lässt sie die erste Reaktion übersetzen.


Zur Badestelle „Am Werder“, die quasi längst eine ist, wie man tagtäglich beobachten kann, verweist man seitens der Verwaltung auf „ein umfangreiches Prüfergebnis“ aus dem Jahr 2017. Mehr dazu steht in der Stellungnahme nicht. Aber stimmt, da war etwas. Damals war bei einer Prüfung der „Badestelle“ eine leichte Bodenbelastung festgestellt worden. Allerdings deutete einiges darauf hin, dass möglicherweise die Situation etwas „tagesabhängig“ sein könnte. Und mit einem nicht zu großen finanziellen Aufwand wäre die ganze Sache vermutlich zu beheben. Nicht zuletzt auch deshalb hatten die Grünen durchaus konsequenter kürzlich im Rahmen der Diskussionen zum Nachtragshaushalt Gelder aus der Infrastrukturpauschale zur Sanierung dieses Uferbereichs gefordert.  

 

Hinterm Marstall scheint Pragmatismus gefragt zu sein

Zur Forderung einer Kontaktaufnahme in Richtung Land mit dem Ziel der Einrichtung einer Badestelle hinter dem Marstall heißt es kurz und knapp: „Bevor Kontakt mit dem Land aufgenommen werden kann, ist die Zulässigkeit mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg zur genehmigten Fahrtroute der Weißen Flotte abzustimmen.“ Vermutlich ist dieser Hinweis kein Problem für die antragstellenden Grünen. Der Antragstext sollte sich problemlos anpassen lassen. Und vielleicht ist es ja sogar möglich, mit Lauenburg und dem Land zeitgleich zu sprechen. Im Interesse einer schnellen Lösung. Oder aber es findet sich noch ein ganz anderer pragmatischer Weg. 

 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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