Schwerin: IG BAU ruft zur Gründung weiterer Betriebsräte auf

Noch bis zum 30. April 2021 können sich Betriebsräte auch aus Schwerin um den Deutschen Betriebsräte-Preis 2021 bewerben. Darauf weist die IG BAU in diesen Tagen hin. In diesem Zsuammenhang ruft sie die Beschäftigten auf, dort, wo es bislang keien Betriebsräte gibt, eben solche zu gründen. Und sie hat auch eine konkrete Branche dabei im Blick.

Bauarbeiter mit Atemschutzmaske: Auch der Arbeits- und Gesundheitsschutz zählt zu den Aufgaben
von Betriebsräten – auch in Schwerin. Die IG BAU appelliert an Beschäftigte, sich gerade in Krisenzeiten um die
Vertretung ihrer Interessen im Betrieb zu kümmern. | Foto: IG BAU

Engagierte Betriebsräte gesucht: Gerade auch während der Coronakrise leisten Arbeitnehmervertreter auch in Schwerin so einiges, um den Beschäftigten die Situation nicht noch zusätzlich zu erschweren. Manches dabei könnte man sicherlich auch als „preisverdächtig“ bezeichnen. Und eben aus diesem Grund soll besonderes Engagement auch besonders gewürdigt sein. Noch bis Ende April können sich daher Betriebsräte auch aus Schwerin um den Deutschen Betriebsräte-Preis 2021 bewerben.

 

IG BAU ruft zur Teilnahme an Wahl zum Deutschen Betriebsräte-Preis 2021 auf

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ruft die Arbeitnehmervertretungen aus der Landeshauptstadt auf, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. „Von der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes über einen wirksamen Gesundheitsschutz im Job bis hin zum Umgang mit einer drohenden Insolvenz – die Arbeit von Betriebsräten ist wichtiger denn je“, beschreibt IG BAU-Bezirksvorsitzender Jörg Reppin die Situation, wie sie sich ihm darstellt.

 

Apell dort Betriebsräte zu gründen, wo es bislang keine gibt

Die Gewerkschaft appelliert dabei zugleich an die Beschäftigten in Schwerin, überall dort eine Arbeitnehmervertretung zu gründen, wo es bislang keine gibt. Und man hat dabei auch einen konkreten Wirtschaftsbereich im Blick. „Gerade in der Baubranche mit vielen kleinen Handwerksunternehmen ist in puncto Mitbestimmung noch viel Luft nach oben“, so Reppin. Die Gründung von Betriebsräten ist dabei bereits in Firmen ab fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich. Und häufig entstehen im Ergebnis nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch die Unternehmen selbst durchaus Vorteile. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden zuletzt 36 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland von einem Betriebsrat vertreten. In der Bauwirtschaft liegt die Quote bei lediglich 11 Prozent, so die IG BAU.

 

Aufruf zur Unterstützung der Gesetzesinitiative 

Zudem ruft die Gewerkschaft die Bundestagsabgeordneten aus der Region auf, das von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgelegte „Betriebsrätestärkungsgesetz“ zu unterstützen. Der Entwurf sieht vor, dass Beschäftigte, die eine Betriebsratswahl vorbereiten, schwerer kündbar sind. Nach Beobachtung der IG BAU werden Initiativen zur Gründung von Betriebsräten häufig mit allen Mitteln blockiert. Dabei komme es nicht selten auch zu harten persönlichen Folgen für die engagierten Beschäftigten, die dann um ihren Arbeitsplatz fürchten müssten. Laut Gesetzentwurf sollen Arbeitnehmervertreter zudem bei Themen wie dem mobilen Arbeiten und Künstlicher Intelligenz mehr Mitsprache erhalten. Obwohl das Thema im Koalitionsvertrag vereinbart war, stieß es zuletzt auf den Widerstand aus den Reihen von CDU/CSU, wie die IG BAU erklärt. 

 

Der Deutsche Betriebsräte-Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesarbeitsministeriums und ist eine Initiative der Fachzeitschrift „Arbeitsrecht im Betrieb“. Die Auszeichnung wird seit 2009 verliehen und zeichnet engagierte Interessenvertretungen unabhängig von Branche und Betriebsgröße aus. Bewerbungsschluss für den Preis ist in diesem Jahr der 30. April. Weitere Infos online unter: www.betriebsraetepreis.de.

Redaktion

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