Schwerin: IHK fordert Vorankommen bei Wasserstoff

Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin fordert eine deutlichere Unterstützung des Landes für die Wasserstoffwirtschaft. Hier könne MV Spitze werden.

Das Ludwig-Bölkow-Haus in Schwerin | Foto: IHK zu Schwerin | Schwerin-Lokal.de

Gerade in den vergangenen Wochen hat die Wasserstoffwirtschaft im Kontext der Energiewende neuen kommunikativen Schwung erfahren. Galt Wasserstoff einige Zeit eher als nur leise diskutierte Option, kommt ihm nun eine zunehmend größere Bedeutung zu. Und dabei wird auch nicht nur geredet, denn es gibt interessante Beschlüsse auf Bundes- und Landesebene. Bereits im November 2019 hatten die fünf norddeutschen Länder eine Wasserstroffstrategie beschlossen. Das LAnd MV unterstrich diesen Weg dabei zusätzlich durch der Beschluss der Landesregierung MV zur CO-2-neutralen Wasserstoffwirtschaft. Vor kurzem nun kündigte nun die Bundesregierung auch eine bundesweite Strategie an. Zusammen mit dem Konjunkturpaket des Bundeskabinetts stehen rund 9 Milliarden Euro zur Verfügung.

IHK zu Schwerin fordert deutliche Unterstützung für Wasserstoff-Projekte

Nun fordert die IHK zu Schwerin, eine deutliche Unterstützung von Projekten zu ermöglichen. „Die Kopplung von Energiewende und Wasserstoffwirtschaft bietet enormes Potential für das Land Mecklenburg-Vorpommern“, so Matthias Belke, Präsident der IHK zu Schwerin. Eine tatsächlich erkennbare Markteinführung kann nach seinen Worten allerdings in der ersten Phase bundesweit nicht wirtschaftlich sein. „Durch eine kluge und zukunftsorientierte Förderung kann es aber gelingen, sich an die Spitze der Wasserstoff-Bewegung zu setzen“, so Belke mit Blick gerade auch auf die Region Schwerin-Westmecklenburg. Bislang nicht klare Regelungen zu Steuern und Abgaben verteuern dabei allerdings derzeit den Rohstoff Wasserstoff. „Bis zum Abbau der diskriminierenden Regelungen“, so die IHK zu Schwerin, „darf und soll das Land MV aber nicht warten.“

Land soll nicht warten sondern handeln

Ein grundsätzlicher Blick auf die Entwicklungen macht dabei die notwendigen Schritte zum Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft klar erkennbar. Der Aufbau von Produktionsstätten zur Umwandlung von Erneuerbaren Energien ist dabei der erste Schritt. „Rostock-Laage ist der Anfang. Mit der Umsetzung der Projekte aus dem Reallaborwettbewerb ist der Aufbau von Elektrolyseurstandorten mit dezentralen Speicherungen in Schwerin und an anderen Standorten möglich“, so Belke weiter. „Valluhn-Gallin ist dabei ein prädestinierter Standort für eine Großproduktion von Wasserstoff. Dort verläuft die Windsammelschiene und der Windstrom könnte dort zu grünen Wasserstoff umgewandelt und in den nahen Salzkavernen gespeichert werden“, so Belke.

Auch im ÖPNV ist Wasserstoffantrieb eine interessante Alternative

An den Autobahnen A 20 und A 24 könnte mit 5 Standorten ein Netz von Betankungsmöglichkeiten entstehen. Diese sind natürlich zwingend erforderlich, um vor allem auch für LKW-Transporte den Einsatz wasserstoffgetriebener Fahrzeuge interessant zu machen. Die IHK zu Schwerin sieht bereits zahlreiche Unternehmen bereit, entsprechende LKW zum Einsatz zu bringen. Auch im ÖPNV sei dies eine interessante Alternative zu Diesel- oder aktuellen E-Fahrzeugen. Mit diesen ersten Schritten kann Mecklenburg-Vorpommern ein Vorreiter werden. Die Wasserstoffenergie könnte die Wirtschaft in MV in der Breite durch mehr Wertschöpfung auf vielen Ebenen voranbringen“, zeigt sich dabei sehr Belke sicher.

 

 

 

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