Schwerin: In der Möwenburgstraße entstehen derzeit 53 moderne Miet-Wohnungen

Bereits 2019 machte ein umfangreiches Sanierungsprojekt der Wohnungsgesellschaft Schwerin Schlagzeilen. Seither plante die WGS intensiv, sprach mit den Mietern und startete im vergangenen Jahr da Vorhaben. In diesem Jahr sollen 53 neue Wohnungen und sogar 8 Reihenhäuser zur Miete fertig werden.

In der Möwenburgstraße in Schwerin entstehen 53 moderne Wohnungen und Reihenhäuser zur Miete. | Foto: schwerin-lokal

Es war August 2019, als im Anschluss an eine Ortsbeiratssitzung in Schwerin eine regionale Tageszeitung die Sanierungspläne der städtischen Wohnungsgesellschaft WGS für die Backsteingebäude in der Möwenburgstraße 35 bis 59 thematisierte. Seinerzeit hatte man, allerdings im letztlich gar nicht zuständigen Ortsbeirat, im Rahmen der Vorstellung eines ganz anderen Bauvorhabens auch dieses Projekt angeschnitten. Schon bald schlugen danach die Wellen hoch.

 

Im Sommer 2019 schlugen die Wellen um das Projekt kurzzeitig hoch

Anonym verfasste Schreiben, die offensichtlich außenstehende Dritte forcierten, tauchten einige Zeit später auf. Man warf der WGS Entmietungspolitik zugunsten finanzstarker Mieter oder gar Käufer vor. Dies wiederum wies die Wohnungsgesellschaft Schwerin deutlich zurück. Ein Gespräch unserer Redaktion mit Mietern und auch der vermeintlichen Verfasserin des anonymen Schreibens zeigte, dass man letzten Endes eher verunsichert war. Hinter den teils an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen des anonymen Schreibens standen die Mieter letztlich gar nicht. Es war Sorge. Eben weil man aus einer Zeitung von den Plänen erfahren hatte, bevor die WGS mit den Menschen sprach.

Das Ganze war sicherlich, das dürfte außer Frage stehen, eine kommunikativ suboptimal gelaufene Angelegenheit. Es ist verständlich, dass Menschen verunsichert sind, wenn sie durch Zufall von Plänen erfahren, die die Zukunft ihrer teilweise seit Jahrzehnten bewohnten Wohnungen, Ihres zu Hauses, betreffen. Aber, auch das war schnell erkennbar, es gab durchaus selbst gar nicht betroffene Kräfte, die die Unsicherheit der Menschen gezielt zu Ihren Gunsten ausnutzten. Bewusst setzte man Halb- und Unwahrheiten in die Welt, um Stimmung gegen die WGS und das noch in den Kinderschuhen befindliche Projekt zu machen. Wer auch immer letzten Endes dahinter steckte: Es war nichts weiter als eine wenig geschmackvolle von Eigeninteressen Außenstehender geprägte Aktion, die sich gegen die Wohnungsgesellschaft Schwerin richtete, und für die man die Mieter instrumentalisierte.

 

Es zeigte sich, dass es nicht wirklich um die Sache ging

Ein genauer Blick zeigte schnell, dass die Realität im Gegensatz zu den Vorwürfen stand. Denn ein Teil der anonym vorgebrachten Vorwürfe war u.a. die gewollte Schaffung einer Nobeladresse. Man behauptete gar, es seien schon damals „große Autos vorgefahren, um sich anzusehen, wie sie hier dann leben werden“. Diejenigen, die da ganz offensichtlich zu Lasten der Mieter einen eigenen Feldzug gegen die WGS versuchten, wollten den Eindruck vermitteln, bewusst würde „eine Wohnoase“ geschaffen, die dann Investoren aufkaufen würden. In Wahrheit aber war es vielmehr so, dass Thomas Köchig nach Antritt seines Postens als Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Schwerin sämtliche Verkaufsüberlegungen und -aktivitäten hinsichtlich dieser Objekte stoppte. Für ihn war schon damals ganz klar, dass die Gebäude im Bestand der Wohnungsgesellschaft Schwerin verbleiben müssen. Dass die deutlich in die Jahre gekommenen Objekte allerdings über kurz oder lang saniert und vor allem modernisiert werden müssten, dürfte jedem bewusst gewesen sein, der die Objekte kannte.

 

Seit damals wurde viel geplant und besprochen

Inzwischen ist viel Zeit vergangenen. Lange tat sich nichts von außen Erkennbares. Das allerdings hatte Thomas Köchig im Sommer 2019 auch so angekündigt. Denn damals stand das Projekt noch ganz am Anfang. Die grobe Idee stand. Sie war das durchaus spannende Ergebnis eines Projektes von Auszubildenden der Wohnungsgesellschaft. Sie hatten sich der Häuser in einem bis dato eher fiktiven Projekt angenommen und Entwicklungsideen entwickelt. Diese gefielen den Verantwortlichen letzten Endes so gut, dass sie wesentliche Punkte in die Projektplanung und spätere -umsetzung übernahmen.

Aber die meisten Details waren im Sommer 2019 noch gar nicht festgelegt. Allerdings hatten, auch dies zeigte sich schon im Sommer 2019, erste Mieter-Gespräche durchaus schon stattgefunden. In diesen hatte man die grundsätzlichen Sanierungsabsichten bekanntgegeben. Und die WGS hatte die Mieter auch bereits darüber informiert, dass die Komplexität der notwendigen Arbeiten komplett leerstehende Objekte zwingend erforderlich mache. Weitere Gespräche mit den Mietern der damals 58 Wohnungen standen damals noch an.

 

WGS bot Ausweichwohnungen und Rückkehrmöglichkeit an

Allerdings, auch das gehörte zur Wahrheit, waren zu diesem Zeitpunkt nicht alle Mieter gesprächsbereit. Sicherlich aus unterschiedlichen Gründen. Dort, wo Gespräche zustande kamen, bot die WGS Ausweichwohnungen an anderen Standorten in Schwerin an. Für den Übergang, oder auch zum kompletten Verbleib. Und man bot den Bestandsmietern die Möglichkeit, im Nachhinein wieder in die Wohnungen zurückzukehren. Natürlich, das ist wirtschaftlich nachvollziehbar, zu entsprechend angepassten, aber im Vergleich zumindest geringeren Einstiegsmieten. Letztlich beruhigte sich die Situation auch schnell, denn die WGS stand zu ihren Zusagen, und es fanden alle entsprechenden Gespräche in konstruktiver Atmosphäre statt. Das Projekt konnte also starten.

 

Die Arbeiten in der Möwenburgstraße laufen auf Hochtouren. | Foto: schwerin-lokal

Inzwischen läuft der Bau auf Hochtouren

Wer in den vergangenen Wochen durch die Möwenburgstraße fuhr, konnte bereits einen deutlichen Baufortschritt erkennen. Einige der Gebäude haben bereits neue Dächer bekommen, neue Fenster sind eingebaut und auch neue Gauben und Dachfenster sind erkennbar. Denn die früher maximal als Dachböden genutzten Flächen werden nun zu modernen Dachgeschoss-Wohnungen umgebaut. Und auch in den bisherigen Wohnetagen ändert sich einiges. Die beengten, nicht mehr zeitgemäßen Grundrisse erfahren eine Anpassung. Natürlich erfolgt zudem auch der Austausch sämtlicher Wasser- und Stromleitungen sowie der kompletten Heizungsanlagen. Und in einem von so viel Grün umgebenen Bereich besonders schön: Es kommen Balkone an die Objekte. So entstehen also in dieser tollen Lage moderne neue Wohnungen in den historischen Bauten aus den 1930er Jahren. Bewusst entschied sich die WGS, nicht einen auch denkbaren Abriss und Komplett-Neubau durchzuführen. Man wollte das historische Ensemble der Backsteingebäude erhalten und durch ein modernes Innenleben in die heutige Zeit bringen.

 

Attraktive Mietwohnungen entstehen durch eine echte Kernsanierung

Aus einstmals 58 in die Jahre gekommenen Wohnungen entstehen also derzeit bis Ende des Jahres 53 neue. Etwa Mitte 2021 dürften allerdings bereits die ersten Mieter einziehen können. Denn die Objekte werden nacheinander fertiggestellt. Zwölf Zwei-Raumwohnungen mit jeweils knapp 45 qm, 27 Drei-Raumwohnungen mit 56 bis knapp 63 qm sowie sechs Vier-Raumwohnungen mit knapp 89 qm Wohnfläche. Die beiden vom Ziegelsee aus gesehen ersten Gebäude werden zudem in acht Reihenhäuser mit jeweils knapp 123 Quadratmetern Wohnfläche umgewandelt. Auch diese vermietet die Wohnungsgesellschaft Schwerin, die in das gesamte Vorhaben – also Gebäude und Wohnumfeld – gut 8 Millionen Euro investiert. So entsteht ein durch den Baumbestand wunderschön grünes, Ziegelsee-nahes modernes Wohnquartier mit attraktiven Wohneinheiten. Ein Quartier für modernes Wohnen, das aber im äußeren Erscheinungsbild den historischen Anblick im Wesentlichen erhält. Ein attraktiver Wohnstandort also im Norden der Stadt Schwerin.

 

Ein wunderschön gelegenes Wohnprojekt. | Darstellung: WGS

2-, 3- und 4-Raumwohnungen sowie Reihenhäuser zur Miete

Gegenüber den Altmietern hielt die Wohnungsgesellschaft Schwerin übrigens auch ihr Wort. Wer umziehen wollte, bekam dabei beispielsweise auf Altstadtwohnungen gegenüber anderen Interessenten einen bevorzugten Zugriff. Teilweise übernahm die WGS teilweise oder auch ganz die Umzugskosten. Und auch ansonsten unterstützte man die Mieter bestmöglich. 16 ehemalige Mieter kehren zurück in die Möwenburgstraße, so der letzte Stand. Sie erhalten, wie schon 2019 zugesagt, einen Abschlag auf die geplante Kaltmiete. Diese wird wohl in einem Bereich ab 8,50 €/qm liegen. Auch bleiben übrigens, das gilt es nochmals zu unterstreichen, alle Einheiten im Bestand der WGS. Es finden also nicht die seinerzeit unterstellten Verkäufe statt.

 

Keine Mietpreis-geförderten Wohnungen im Projekt

Nur ein kleiner Wermutstropfen dürfte für manchen dabei sein. Denn öffentlich geförderte Wohnungen mit vergünstigten Mieten, umgangssprachlich Sozialwohnungen, entstehen hier nicht. Dies hat, so heißt es, nicht zuletzt auch mit extrem schwierigen Abrechnungserfordernissen zu tun. Und dennoch dürfte sich manch ein Privatinvestor, der andernorts entsprechende Auflagen erhält oder sich politisch, gar ideologisch motivierter Angriffe erwehren muss, schon die Augen reiben. Dass ein so umfangreiches Vorhaben der städtischen Wohnungsgesellschaft ohne jeden Widerspruch keinerlei entsprechende Wohnungen enthält, ist schon verwunderlich. Denn an sich sitzen doch diejenigen, die sonst fast überall nach Sozialwohnungen rufen, im Aufsichtsgremium und auch in der Stadtvertretung.

 

Manch einer dürfte verwundert sein

Wäre es gewollt gewesen, hätte man also ganz sicher auch bei diesem Projekt entsprechende Forderungen erheben und durchsetzen können. Eventuell hätte eben aus dem städtischen Haushalt eine zusätzliche Finanzsspritze kommen müssen. Sei es, um den zweifelsfrei extremen Aufwand der Kostensplittung gemäß den Landesvorgaben auch finanziell umzusetzen. Oder aber, um eben die Gesamtwirtschaftlichkeit nicht zu gefährden. So aber wirkt es politisch betrachtet schon merkwürdig. Dafür allerdings kann die WGS am wenigsten.

 

Redaktion

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