Corona in Schwerin: Infektionsgeschehen wieder stabiler

Zwar kamen gestern in Schwerin wieder 24 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus hinzu. Aber insgesamt scheint die Lage in der Landeshauptstadt stabil. In MV hingegen war zumindest der Tageswert erneut recht hoch. In Schwerin starteten zudem die Impfungen im Impfzentrum.

Nun sind auch die Impfungen im Impfzentrum Schwerin gestartet. | Foto: LHS / M. Christen

So langsam dürften die Einflüsse der Weihnachts-, Silvester- und Neujahrszeit auf die täglichen Meldungen der Corona-Neuinfektionen vorbei sein. So kann man jetzt schrittweise aus den Zahlen wieder ablesen, wie sich die Lage in den einzelnen Städten und Landkreisen aktuell darstellt. Für Schwerin bedeutete das zu Wochenbeginn ein durchaus gutes Signal. Das Wort der Stunde heißt dabei „Stabilität“. Und das auch auf einem zumindest überschaubaren Niveau. Für das gesamte Bundesland muss man da noch etwas vorsichtiger sein. Denn die Neuinfektionszahl gestern war doch eher hoch.

 

MV gestern mit vergleichsweise hohem Neuinfektions-Wert

Zwar lag der Wert unterhalb der Zahlen des Dienstags der Vorwoche. Das aber war der 5. Januar, und somit der erste Tag, an dem nach den Feiertagen und freien tagen so wirklich wieder Testungen anliefen. Zwar war es auch ein Dienstag. Aber Dienstage sind grundsätzlich die ersten Tage in den aktuellen Wochen, die das Geschehen tatsächlich widerspiegeln. Auch, da dann oftmals frühestens die Testergebnisse des vorangegangenen Montags vorliegen. Vor einer Woche also – dem ersten belastbaren Tag nach Neujahr – verzeichnete MV mit 486 den bislang höchsten 24-Stunden-Wert an Neuinfektionen. Am Folgetag waren es 480. Gestern nun meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGUS) 433 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Allerdings war auch dies ein echter Spitzenwert. Der 7-Tage-Inzidenzwert allerdings sank leicht auf nun 122,0 Fälle je 100.000 Einwohner. Mit der Mecklenburgischen Seenplatte bleibt ein Landkreis Hochrisikogebiet (227,5). Allerdings sind „nur“ Ludwigslust-Parchim (175,2), Vorpommern Greifswald (123,5) und Schwerin (120,2) derzeit oberhalb der 100-er Grenze. Erstmals seit Längerem ist damit die Landeskarte nicht fast komplett leuchtend rot gefärbt.

 

In Schwerin leichter Lichtblick durch stabilen Wert

In Schwerin kamen nach acht Neuinfektionen am Montag gestern 24 weitere hinzu. ein Wert, wie ihn die Landeshauptstadt recht stabil schon vor dem zwischenzeitlich dynamischen Geschehen verzeichnete. Damit besteht die Chance und Hoffnung, dass derzeit keine extrem besorgniserregende Dynamik in Schwerin zu verzeichnen ist. Aber: Grund zur Entwarnung gibt es dennoch noch nicht. Es gilt weiterhin, möglichst viele Kontakte zu reduzieren, um eine weitere Tendenz nach unten zu ermöglichen. Ein traurige Nachricht kam am Montag aus der Landeshauptstadt: Drei Personen waren im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben.

Als durchaus positives Zeichen bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier gestern in einem Kurzvideo den Umstand, dass die durch Hausärzte gemeldeten Neuinfektionen weiter auf einem eher geringen Niveau liegen. gestern waren es mit 8 nur etwa ein Drittel alle gemeldeten Fälle. Dies ist deshalb ein positives Signal, da gerade auf diesem Weg oftmals Fälle auftauchen, die mit komplett neuen Infektionsketten verbunden sind. Steigen diese Meldungen deutlich an, besteht eine Gefahr für eine kritische Dynamik des Geschehens. Derzeit aber ist die Situation hier stabil auf einem vertretbaren Niveau.

Neben diesen acht Fällen meldeten auch die Helios Kliniken Schwerin wieder Neuinfektionen. Dieses Mal betraf es einen Mitarbeiter und drei Patienten. Auch aus dem Seniorenheim „Im Casino“ kam die Meldung von sechs positiv getesteten Personen. Ebenso betroffen die Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz und der Kreis der bereits identifizierten Kontaktpersonen.

 

Impfzentrum startet Impfungen

Impfmanager Jacobi (li) und Oberbürgermeister Badenschier (re) am Impfzentrum Schwerin. | Foto: LHS / M. Christen

Das leicht positive Gefühl, das die derzeit wieder geringeren Neuinfektionszahlen in Schwerin auslösen, wird auch durch den weiteren Impffortschritt genährt. Schon in der vergangenen Woche hatten all Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen, die wollten, ihre erste Impfung bekommen. Auch hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helios Kliniken Schwerin und zahlreiche Pflegekräfte ließen sich impfen. Bislang waren es allerdings überwiegend die mobilen Teams, die für den wirklich erfolgreichen  Impfstart in Schwerin sorgten. Sie sind auch weiterhin aktiv. Seit gestern ist nun auch das Impfzentrum in der Sport- und Kongresshalle in Betrieb genommen. 55 Schwerinerinnen und Schweriner hatten für den ersten Tag einen Termin bekommen. Im Vorfeld erhielten sie einen Brief, der ihnen die telefonische Terminvereinbarung mit der zentralen Stelle des Landes anbot. Bis zu 340 Impfungen soll es in dieser Woche vorerst geben.

Grundsätzlich ist das Zentrum vorerst auf täglich etwa 600 Impfungen an fünf parallelen Impfstrecken vorbereitet. Im Dauerbetrieb sollen auch mehr möglich sein. Impfmanager Dr. Stephan Jacobi rief diejenigen, die einen Termin haben, zur Termintreue auf. All diejenigen, die noch nicht angeschrieben sind, und auch in der nächsten Zeit noch keine Post erhalten, bittet er um Geduld. Keinesfalls solle man ohne ein entsprechendes Schreiben die Terminvergabestelle des Landes anrufen und unnötig blockieren. „Bei größerer Verfügbarkeit des Impfstoffs können wir das Tempo in unserem Impfzentrum schnell hochfahren. Wir sind da sehr flexibel aufgestellt“, so Jacobi.

Bis alle über 80-jährigen in Schwerin, also die erste Gruppe, zweimal geimpft sind, dürfte es trotz engagierten Starts und ebensolcher Arbeit vor Ort etwas dauern. Das kündigt Oberbürgermeister Badenschier bereits an. „Wir zählen in dieser Altersgruppe immerhin 8500 Schwerinerinnen und Schweriner, von denen noch über 5000 auf ihre Impfung warten“.

 

Redaktion

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