Schwerin ist seit Donnerstag gut zu hören

Im ersten Lockdown ist die Idee entstanden: Was wäre wenn man Sehenswürdigkeiten in Schwerin mit einem Hörbeitrag entdeckt werden könnte? Gesagt, getan.

 

Männchen-Aufkleber mit QR-Code versprechen Hörerlebnis. Foto: Dario Rochow

Gut zweieinhalb Jahre später, konnte das Produkt am vergangenen Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert werden. Mit CITYTOGO haben die Agentur maxpress, die Landeshauptstadt, der Welterbe Förderverein, das Kulturbüro, das Stadtmarketing und zahlreiche kommunale Unternehmen die anfängliche Idee von schönen Hörstücken zu einem großen Portal ausgebaut, das Schweriner Geschichten und Geschichte gleichermaßen abbildet. „Es ist eine super Sache für die Stadt Schwerin und unsere Gäste“, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier bei der großen Auftaktveranstaltung zu CITYTOGO.Schwerin am 3D-Stadtmodell.

Oberbürgermeister Rico Badenschier war am Donnerstag sehr angetan. Foto: Dario Rochow

Männchen-Aufkleber mit QR-Code

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wer in der Stadt wachen Auges flaniert, wird auffällige Männchen-Aufkleber mit QR-Code finden, zum Beispiel an Haltestellen oder Papierkörben. Die Kopfhörer des Männchens lassen bereits vermuten, dass es hier etwas zu hören gibt – und richtig: 60 Skulpturen, Gebäude, Seen, Museen oder Plätze der Stadt sind neuerdings akustisch zu erleben. Und wer sich durch das ganze Portal klickt, kann Schwerin in atemberaubenden 360-Grad-Panoramen entdecken, sogar aus der Luft.

Der Aufkleber kann im Vorübergehen gescannt werden. Er führt entweder zu einem Hörstück einer Sehenswürdigkeit ganz in der Nähe des aktuellen Standortes oder zu einer Übersicht aller Beiträge.

In allen Bussen und Bahnen des Nahverkehrs besteht nun die Möglichkeit eine Übersicht über alle Beiträge zu erhalten. Interessierte Gäste, Schwerinerinnen und Schweriner können sich so in die Geschichte manches Bauwerks in unserer Stadt hineinhören und sich so die Zeit auf der Fahrt vertreiben.

Panorama-Aufnahmen zeigen die Schönheit Schwerins

Doch auch wer von zu Hause stöbern möchte, kann das unter CITYTOGO.Schwerin.de tun. Hier locken zudem die wunderschönen Panorama-Aufnahmen. Klick für Klick können sich Interessierte zum Beispiel von der Luftaufnahme des Schlosses zum Bodenpanorama im Schloss- und Burggarten treiben lassen und von dort aus die Hörstücke entdecken.

Stadtwerke gehörten zu den ersten Unterstützern

Ein Unterstützer der ersten Stunde ist Josef Wolf, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerin. Er sah sofort eine Verbindung: „Unser city.WLAN ist an etwa 200 Hotspots im Stadtgebiet und damit auch an vielen CITYTOGO-Standorten verfügbar. Mit dem kostenfreien und schnellen WLAN können alle Interessierten die Audiobeiträge hören und zeitgleich ihr mobiles Datenvolumen schonen.“ Deshalb zeigt das Portal auch an, an welchen Sehenswürdigkeiten es das city.WLAN der Stadtwerke Schwerin gibt.

Foto: Dario Rochow

Was den Machern ebenso wichtig ist: Die Texte zu den Hörstücken sind einfach geschrieben und lebendig gesprochen, hinzu kommen schöne Musik und viele Geräusche. So lauscht der Zuhörer beim Marstall dem Pferdewiehern von einst oder hört am Ziegenmarkt die Ziege meckern. Auch Kinder ab acht Jahren können also bereits gut dem Text folgen.

Zeigen das die Residenzstadt verdient hat Weltkulturerbe zu werden

Bei Sehenswürdigkeiten, die zur Bewerbung zum Welterbe Schwerin gehören, erfahren Interessierte auch immer etwas zum Baustil – das war dem Welterbe Förderverein wichtig. „Auf dem Weg zum Welterbe möchten wir alle Schwerinerinnen und Schweriner mit ins Boot holen und ihnen zeigen, warum unsere schöne Residenzstadt das Prädikat verdient hat“, so der Vorsitzende des Vereins Joachim Brenncke. „Durch CITYTOGO sind Bürger wie Touristen einfach näher dran und bekommen ein anderes Verständnis dafür.“

Kunst im öffentlichen Raum besser erleben

Das Kulturbüro wiederum hat den Input zur Kunst im öffentlichen Raum geliefert und eine Vielzahl an Skulpturen und Werken für CITYTOGO ausgewählt. „Wir wollten die Skulpturen schon lange präsenter machen. Jetzt ist uns ein toller Aufschlag gelungen und wir wollen CITYTOGO gerne noch weiter ausbauen“, so Dirk Kretzschmar, Leiter des Kulturbüros.

Bald auch in Englisch abrufbar

Die Stadtmarketing Gesellschaft hat CITYTOGO.Schwerin ebenfalls von Anfang an unterstützt und geht noch einen Schritt weiter: „15 der bisher 60 Sehenswürdigkeiten lassen wir übersetzen, sodass sie zukünftig auch in Englisch abrufbar sind“, verspricht Geschäftsführerin Martina Müller. „So bieten wir ausländischen Touristen einen wunderbaren Mehrwert.“ Für die technische Umsetzung sind die kommunalen IT-Dienstleister SIS/KSM zuständig.

Erweiterungen sind in der Pipeline

Bei den 60 Sehenswürdigkeiten zum Auftakt von CITYTOGO.Schwerin soll es nicht bleiben. Schon jetzt ist ein Hörspaziergang über den Alten Friedhof geplant – hier stehen Persönlichkeiten im Vordergrund, die dort begraben sind. Im Schweriner Zoo sollen die Tiere des Rote Liste Zentrums die Hauptdarsteller werden und mehrere Hörbeiträge zum 200. Geburtstag der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik sind ebenfalls geplant.

 

„Es steckt viel Herzblut darin“, sagt Janine Pleger, Projektverantwortliche von CITYTOGO bei maxpress Foto: Dario Rochow

 

„Wir freuen uns unglaublich über dieses vielseitige und vielversprechende Portal. Es steckt viel Herzblut darin“, so Janine Pleger, Projektverantwortliche von CITYTOGO bei maxpress – agentur für kommunikation. „Dass wir von Anfang an auf so viele Interessenten und Unterstützer in der Stadt gestoßen sind, hat die zunächst kleine Idee zu Schweriner Präsenz pur wachsen lassen, vor Ort und im Internet. Wir sind schon jetzt gespannt auf alles, was folgt!“

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