Schwerin: Kunstszene in Krisenzeiten stärken

Aus der Fraktion "Die Partei. Die Linke" in Schwerin kommen mahnende Worte, die Kultur gerade in der jetzigen Zeit nicht zu vergessen.

Mecklenburgisches Staatstheater in Schwerin | Foto: Silke Winkler

Über mehrere Wochen stand die Stadt Schwerin im Kampf gegen das Corona-Virus still. Zahlreiche Unternehmen waren geschlossen, kulturelle Veranstaltungen sind abgesagt und auch die Kommunalpolitik befand sich im Ruhemodus. Zwar kam es dabei politisch nicht zum Stillstand, denn u.a. Ältestenrat und Hauptausschuss waren weiter aktiv.

Kommunalpolitischer Alltag beginnt wieder

Inzwischen startet auch das politische Leben wieder. Gestern kam die Stadtvertretung zusammen. Und auch die Ausschüsse tagen wieder. Zwar sollen dabei vorerst nur wichtige Themen auf die Tagesordnungen kommen (zumindest gestern Abend konnte man allerdings daran mehr als nur zweifeln). Aber letztlich läuft das ehrenamtliche Politikgeschäft in Schwerin wieder an.

Auch Kulturausschuss tagt wieder

Dabei steht nun auch die erste Sitzung des Ausschusses für Kultur, Gesundheit und Bürgerservice auf dem Plan, wie die Fraktion „Die Partei Die Linke“ erinnernd mitteilt. Und natürlich steht auch dort der aktuell gremienübergreifend diskutierte Nachtragshaushalt auf der Tagesordnung.

Existenzbedrohende Situation in der Kultur

„Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat bereits vor Wochen darauf hingewiesen, dass insbesondere freiberuflich tätige Künstler und Medienschaffende in akut existenzbedrohender Weise von der Pandemie betroffen sind. Zwar öffnen auch in Schwerin aktuell wieder die Ausstellungsräume und Museen, aber die Einkommenseinbußen, die Künstler durch abgesagte Veranstaltungen erlitten haben, sind für die laufende Saison kaum mehr zu kompensieren.“, so Dr. Daniel Trepsdorf, Ausschussvorsitzender und Mitglied der Fraktion „Die Partei Die Linke“.

Kultur darf gerade jetzt nicht dem Rotstift zum Opfer fallen

Zudem gäbe es eine Sorge, dass öffentliche Kultureinrichtungen nur unter großen Schwierigkeiten den Weg aus der Krise gehen könnten. Speziell dann, wenn auch jetzt die üblichen Besucherzahlen nicht realisierbar sind. „Das Geld wird nun allerorts zusammengehalten und Einsparungen zielen besonders auf die Honorare von Freiberuflern und etwa Sonderausstellungen ab. Zudem greifen Maßnahmen wie Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld bei selbständigen Kulturschaffenden nicht.“, erläutert Trepsdorf weiter.

Die Fraktion „Die Partei Die Linke“ fordert daher, den Blick nicht allein auf die s.g. systemrelevanten Berufe zu richten, sondern auch die Kultur und vor allem die Kulturschaffenden entsprechend zu berücksichtigen. „Schwerin ist und bleibt eine Stadt der lebendigen Kultur, weshalb auch die Kulturschaffenden nicht erst ‚unter ferner liefen‘ Berücksichtigung erfahren sollten, wenn nun weitere konkrete Notfonds oder Schutzschirme diskutiert werden. — Ohne Kunst und Kultur ist alles Leben grau und blutleer“, heißt es aus der Fraktion.

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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