Schwerin: Märchenzeit im Freilichtmuseum

Das Thema "Ernährung" - vor allem, wie so früher einmal war - steht am 28. Juli auf dem Programm im Freilichtmuseum Schwerin Mueß. Kindgerecht präsentiert in Form verschiedener Märchen, die sich mit dem Thema befassen. Dann geht's zum Beispiel auch ins berühmte Schlaraffenland. Nach der Vorlesung lädt Museumsdirektorin Gesine Kröhnert dann noch zur Führung durch verschiedene historische Küchen ein.

Volker Zorr liest im Freilichtmuseum Schwerin Mueß aus Märchen rund um das Thema Ernährung. | Foto: Fred-Ingo Prahl

Hört zu, ich will euch von einem guten Lande erzählen, da sind die Häuser mit Eierfladen gedeckt, die Balken sind aus Schweinebraten und die Zäune aus Bratwürsten. Auf den Bäumen wachsen frische Semmeln und darunter fließen Milchbäche. Gebratene Gänse und Truthähne fliegen in der Luft, und statt Steine findet man verschiedene Sorten Käse auf allen Wegen. Trägheit und Müßiggang sind oberstes Gebot. Diese schöne Gegend heißt nicht etwa Schwerin, sondern Schlaraffenland. Und wer hinein will, muss sich erst durch eine meterhohe Mauer aus Reisbrei hindurch futtern.

 

Märchen rund um das Thema „Ernährung“ am 28. Juli in Mueß

Diesem und weiteren Märchen können die kleine und große Feriengäste am 28. Juli jeweils um 10.30 und um 14.30 Uhr auf der Bühne unterm Nussbaum im Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß lauschen. Vorleser Volker Zorr hat eigens für diesen Tag in zahlreichen Märchenbüchern zum Thema „Ernährung“ gestöbert. Was hat man früher gegessen? Wie hat man das Essen zubereitet, und wovon konnte man in puncto Essen nur träumen?

Als das Märchen „Schlaraffenland“ Mitte des 19. Jahrhunderts entstand, gab es viele bäuerliche Familien, Knechte und Mägde, die sich Fleisch und Wurst nur sehr selten leisten konnten. Somit kamen meist nur Roggenbrot, Suppen, Grütze und Hering auf den Tisch. Die Sehnsucht der einfachen Leute nach märchenhaften Köstlichkeiten in Hülle und Fülle hat Ludwig Bechstein in seinem „Schlaraffenland“ verewigt. Auch in zahlreichen anderen Märchen findet man interessante Hinweise zur Ernährung vergangener Zeiten. Wenn etwa die alte Slüksche ständig ihre Schnüffelnase in die Kochtöpfe ihrer Nachbarin steckt oder Katerlieschen die Küche auf den Kopf stellt.

 

Nach der Vorlesung geht’s auf Küchenführung

Wie früher die Nahrung zubereitet wurde, kann man in den verschiedenen Küchen des Mueßer Freilichtmuseums erkunden. Etwa in der „schwarzen Küche“ des Bauernhauses oder in der Sparküche der Büdnerei. Zu einer kleinen Küchenführung lädt die Volkskundlerin und Museumsdirektorin Gesine Kröhnert gerne im Anschluss an die Vorleserunde jeweils um 11:00 und um 15:00 Uhr ein.

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