Schwerin: „Man müsste mal…“ – Podcast Folge 9

"Man müsste mal..." etwas für die ganz Kleinen tun. Entstanden ist das Familiencafé "Mama Chocolat" in Schwerin. Sara Köhler und Christoph Gagzow berichten.

Sara Köhler und Christoph Gagzow erzählen im Podcast über das Familiencafé „Mama Chocolat“ in Schwerin. | Foto: privat

Man müsste mal…“ etwas für die ganz Kleinen tun. Einen Ort ermöglichen, an dem sie mit Ihren Eltern beisammen sein können. Mit Kinderwagen, Spielecke und Möglichkeit zum Austausch zwischen den Müttern und Vätern. Und dabei zugleich auch ein Anlaufpunkt sein, der unterstützt, wo es geht. Über diese Idee und vor allem deren Realisierung sprechen Sara Köhler und Christoph Gagzow im beliebten Podcast aus, über und für Schwerin. Beide geben in diesem Artikel schon einen kleinen Einblick in ihr Projekt – und in das Podcast-Gespräch.

 

Unsere Zielgruppe sind die Kleinsten – und natürlich ihre Eltern

Unsere Zielgruppe sind die Kleinsten. Die Kinder von 0 bis 1 Jahr und natürlich ihre Eltern. Für sie sind wir im Familiencafé in der Friedrichstraße 3 seit vielen Jahre ein Anlaufpunkt. Tatsächlich, der einzige Ort dieser Art in Schwerin. Bei uns heißt es: Schuhe aus! Zumindest im hinteren Teil des Cafés, dort wo die Kleinen auf dem Boden krabbeln. Vorne im Café, gleich wenn man reinkommt, haben wir eine Sitzecke für die Großen. Da gibt es einen leckeren Kaffee oder auch eine Schorle und bei Bedarf auch eine vegetarische Kleinigkeit zu Essen.

Dort sind unsere Gäste oft genug auch Leute, die Schwerin besuchen und neugierig sind. Oder auch Schwerinerinnen und Schweriner, die für ein paar Momente einen ruhigen Ort suchen. Die meisten Besucherinnen und Besucher aber sind Eltern aus allen Stadtteilen Schwerins, die sich auf den Weg zu uns machen, weil sie hier außer einem guten Kaffee auch Rat, Austausch und Entspannung finden. Hinten im Café ist es oft sehr lebendig. Manchmal so, wie zehn Kindergeburtstage auf einmal. Wenn 25 Kinderwagen im Laden stehen, dann wird es echt auch mal laut. Und dennoch ist das „Mama Chocolate“ besonders für die Mamas ein Ort, an dem sie auch einfach mal loslassen können. Schon die Kleinsten beschäftigen sich miteinander, und es sind ja auch immer noch andere Mütter oder Väter da, die einen Blick auf die Kinder haben.

 

Fortbestand ist nicht mehr gesichert

Im Moment ist leider nicht klar, wie es mit dem „Mama Chocolate“ weitergehen wird. Es wurde als privates Café von Gunhild Nienkerk gegründet und 2017 von der Caritas übernommen und wird seitdem von Sarah geführt. Nun kann es sein, dass dieses wunderbare und einzigartige Angebot nicht weitergeführt werden kann, weil das Geld fehlt. Wir reden dabei über 70.000 € Finanzierungsbedarf. Für das, was bei uns geleistet wird, ist das wenig. Ehrlich, wir waren doch alle mal klein, und kaum einer erinnert sich daran. Dabei wäre das echt nötig. Bei uns gibt es keinen Unterschied zwischen Müttern mit Geld oder ohne, zwischen Müttern unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Nationalitäten oder Religionen. In den ersten Monaten mit ihren Neugeborenen sind sie alle gleich – sie sind alle müde. Und genau für sie sind wir da. Da würde echt etwas fehlen in Schwerin.

 

Viel mehr als nur ein Café

Das „Mama Chocolate“ ist aber auch mehr als nur ein Café mit liebevoller Bewirtung. Es ist Begegnungsstätte, Spielplatz und Anlaufstelle für Anliegen rund ums Elternsein und Elternwerden. Unsere Angebote reichen von Stillberatung, Hebammensprechstunde, Vernetzung zu Sozialberatungen verschiedenster Themenkomplexe bis hin zu besonderen Veranstaltungen: Babykonzert, Lesungen, Ausstellungen. Und wenn es nach uns ginge, dann gäbe es in ein paar Jahren ganz viele „Mama Chocolates“ in der Landeshauptstadt, die sich ja auch Lebenshauptstadt nennt.

 

Förderung bei der Stadt ist beantragt

Wir haben Förderung für die Fortführung des einzigen Familiencafés in Schwerin beantragt und wollen nun die Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter davon zu überzeugen, dass wir für die Stadt ein tolles und sinnvolles Angebot bereithalten. Einige von ihnen wissen das bereits, denn sie waren mit ihren Kleinen ja auch schon bei uns und wissen, was in der Stadt fehlen würde.

 

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