Schwerin: Martin Molter verlässt Fraktion mit DIE LINKE

Für viele überraschend erklärte der Stadtvertreter Martin Molter (Die PARTEI) am vergangenen Monat in Schwerin den Austritt aus der Fraktion mit DIE LINKE.

Martin Molter am Rednerpult der Stadtvertretung Schwerin. | Foto: Die PARTEI

Bei den Kommunalwahlen Ende Mai vergangenen Jahres erhielt die Partei „Die PARTEI“ in Schwerin laut amtlichem Endergebnis 4.028 Stimmen, was 3 Prozent entsprach. Damit stand ihr ein Sitz in der Stadtvertretung der Landeshauptstadt zu. Schnell sah sich der gewählt Stadtvertreter Martin Molter mit der neuen politischen Realität konfrontiert. „Wir sind das Zünglein am Wagen zum Verhindern, dass die Linke mit der AfD um Ausschüsse losen muss. Auch wenn wir fraktionslos sein wollten, müssen wir alles machen, was der AfD schadet“. Mit diesen Worten begründete er seine Entscheidung, Teil einer Fraktion mit der Partei „DIE LINKE“ zu sein.

 

Bislang offenbar ruhiges Miteinander

Bemerkenswert für einige Beobachter war damals die gemeinsame Entscheidung zum Fraktionsnamen. Denn mit „DIE PARTEI.DIE LINKE“ stand die von Molter vertretene PARTEI dabei an erster Stelle. Seit her haben beide Partner, wie man hörte, insgesamt konstruktiv zusammengearbeitet. Sicherlich gab es beim einen oder anderen Redebeitrag Molters auch mal eher staunende Minen bei den Fraktionskollegen. Insgesamt aber – so zumindest der Eindruck für Außenstehende – arbeitete man gut miteinander zusammen.

 

Molter verlässt gemeinsame Fraktion mit „Die Linke“

Um so überraschender für manche kam nun die Information, dass Martin Molter die gemeinsame Fraktion verlassen hat. Bereits am Montag informierte er die Fraktion über seinen Entschluss. Und auch gegenüber Stadtpräsident Sebastian Ehlers erklärte er- hier schriftlich – dass er die Fraktion „DIE PARTEI.DIE LINKE“ verlässt. Ebenso enthielt das Schreiben auch die Information, dass Molter sein Mandat als Stadtvertreter allerdings behalten und weiter ausüben wird.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte der nun wieder fraktionslose Abgeordnete Molter: „Ich bin bei den Linken ausgetreten, weil ich mich gut in die Spielereien eingearbeitet habe und nun etwas Neues probieren möchte. Für die Aufnahme in der Fraktion und für die Unterstützung bei den ersten Schritten eines neuen Stadtvertreters habe ich mich bei den Linken bedankt. Wir sind im Guten auseinander und werden da, wo es bisher auch ging, weiter zusammenarbeiten. Es gibt in der Stadtvertretung viel Gemauschel im Hintergrund. Nun ist die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Die PARTEI probiert alles, was ihr zu größerer Macht verhilft und dabei sogar die Gestaltung der Stadt verbessert.“ Wer den Stadtvertreter im vergangenen Jahr erlebt  hat, darf also davon ausgehen, dass er ganz sicherlich nicht nur still auf (s)einem Stuhl sitzen wird.

Während auf den Seiten der Stadt Schwerin Molter bereits nicht mehr als Mitglied der Fraktion geführt wird, trägt die Fraktion dort noch immer den Namen „DIE PARTEI.DIE LINKE“. Es dürfte aber sicherlich schon bald auch dahingehend eine Änderung angezeigt werden.

 

Aktuell ungewöhnliche Bewegung in den Reihen der Fraktionen

Damit dreht sich das Karussell der Veränderungen in der Stadtvertretung Schwerin gut ein Jahr nach dem Start aktuell recht intensiv. Es ist schließlich nur gut 14 Tage her, dass Lothar Gajek die Fraktion Büdnis90/Die Grünen verließ. Zudem trat ebenfalls zu dieser Zeit Christian Masch als Vorsitzender der SPD-Fraktion zurück. Vor gut einer Woche übernahm Mandy Pfeifer die Position von Masch. Man kann also gespannt sein, ob nun wieder Ruhe einkehrt, oder ob noch weitere Veränderungen die Fraktionen der Stadtvertretung in Atem halten.

 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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