Schwerin: Mehr Mut zu Begegnung gefordert

Der Bürgerbeauftragte von MV, Matthias Crone, forderte in Schwerin eine weitere Öffnung der Pflegeheime und dabei mehr Mut zur Begegnung.

Vielen Senioren in Pflegeheimen bleibt derzeit auch in Schwerin nur der Blick aus dem Fenster. | Foto: Symbolbild

In recht engem Takt schreitet die Öffnung des gesellschaftlichen Lebens auch in Schwerin und ganz MV voran. Und doch gelten im Kampf gegen das Coronavirus weiterhin zahlreiche Regelungen. Diese verstehen manche vielleicht eher als andere, denn zwischen Zustimmung und Ablehnung nebst Verschwörungstheorie ist die Spanne inzwischen groß. Vor allem dort, wo das Zwischenmenschliche weiter erschwert oder gar verboten ist, wächst der Unmut. Dies gilt speziell auch für die Pflegeheime.

Situation in Pflegeheimen beschäftigt Bürgerbeauftragten

Diese Situation nimmt der Bürgerbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Crone, zum Anlass, mehr Mut zu Begegnung zu fordern. „„Zwar sieht die am 15. Juni in Kraft tretende Landesverordnung für die Pflege- und Behinderteneinrichtungen kleine Verbesserungen bei den Besuchs- und Betretenseinschränkungen vor. Es bleibt jedoch bei der grundsätzlichen Untersagung“, schildert Crone die aktuelle Situation. Immer mehr Beschwerden von Bewohnern entsprechender Einrichtungen wie auch deren Angehörigen erreichten ihn in diesen Tagen. „Die Nähe und der Kontakt zu oftmals nahen Angehörigen wird nun schon über einen langen Zeitraum verweigert oder sehr erschwert. Dies führt zu wachsender Vereinsamung und Isolation von besonders kontaktbedürftigen Menschen mit teilweise erheblichen Folgen für die Gesundheit – Abschirmung ist nicht immer gut“.

Viel Verständnis bei den Menschen verbunden mit Wunsch nach Lockerungen

Grundsätzlich zeigen wohl viele Betroffenen durchaus Verständnis dafür, dass gebotene Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind. Aber nicht zuletzt auch mit Blick auf das extrem geringe Infektionsgeschehen im Land, so auch in Schwerin, sollten die Lockerungen nun aber doch verstärkt auch Pflegeheime erreichen.

Ein Wunsch, den der Bürgerbeauftragte für durchaus machbar hält. „Die neue Corona Verordnung sieht unter bestimmten Voraussetzungen erweiterte Besuchsmöglichkeiten vor. Dazu ist ein einrichtungsspezifisches Schutzkonzept nötig. Diese Schutzkonzepte müssen nun auch vor Ort erstellt und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Ich fordere alle Beteiligten auf, mehr Mut zur Begegnung zu haben. Kluge Auflagen und Bedingungen vor Ort erlauben mehr Menschlichkeit. Für eine generelle Quarantäne gibt die Verordnung keine Rechtsgrundlage her. Recht auf Umgang und Begegnungen sind hingegen Menschenrechte“, so Matthias Crone.

Bürgerbeauftragter fordert: „Mehr Mut zur Begegnung“

Der Bürgerbeauftragte ist sich dabei dessen bewusst, dass die Problematik des Coronavirus nicht von jetzt auf gleich verschwinden wird. Daher sieht er die Notwendigkeit, gerade in sehr sensiblen Bereichen gewisse Einschränkungen aufrecht zu erhalten und auch hinnehmen zu müssen. „Diese sollte aber für die Menschen so gestaltet werden, dass sie auch für einen längeren Zeitraum tragbar sind“.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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