Schwerin: Minister übergibt Fördermittel für Radweg

Minister Pegel übergab gestern einen Fördermittelbescheid für den Radweg Dwang/Krösnitz in Schwerin. Weiterhin aber ist es unruhig rund um das Projekt.

Ein neuer Radweg entsteht in Schwerin | Foto: Symbolbild

Selbst nach der Fertigstellung des ersten Abschnitts bleibend er Radweg am südlichen Dwang und die dort geplante Brücke zur Krösnitz weiter in der Diskussion. Wie unsere Redaktion erfuhr, soll es sogar schon in dieser Sache zu einem ersten Termin vor Gericht gekommen sein. Anlieger sehen wohl unter anderem elementare formelle Fehler, aufgrund derer sie juristische Schritte eingeleitet haben. Offizielle Stellungnahmen gibt es dazu bisher aber noch von keiner Seite.

90% Förderung vom Land für den neuen Weg

Solange aber keine anderslautende juristische Situation etwas grundlegend ändert, plant und baut die Stadt Schwerin aber weiter an dem speziell für Radfahrer geplanten Weg. Wesentliche Grundlage dafür, dass die Realisierung überhaupt möglich ist, sind entsprechende Fördermittel aus dem zuständigen Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Diese Förderung beträgt immerhin 90% des Gesamtvolumens.

Oberbürgermeister verweist auf lange Entscheidungsfindung der Kommunalpolitik

Dr. Rico Badenschier | Foto: SIS/Christoph Müller

Am gestrigen Montag übergab Infrastrukturminister Christian Pegel nun auch offiziell die Förderbescheide für den Abschnitt Dwang-Krösnitz an Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier. Letzterer blickt zurück auf den Werdegang von der Idee bis zum heutigen Tag und verweist dabei auch auf die Dauer der Entscheidungsfindung seitens der Kommunalpolitik. Diese hatte es sich nicht leicht gemacht, am Ende doch für die Realisierung zu votieren. „Die kommunalpolitischen Entscheidungsprozesse für diesen Radweg waren besonders lang. Sie dauern schon seit Anfang 2016. Wir haben inzwischen eine Landtagswahl, eine OB-Wahl und eine Kommunalwahl erlebt. Ich bin froh, dass das Land in all der Zeit zu seiner Förderzusage für dieses wichtige touristische Infrastrukturvorhaben gestanden hat. Und ich freue mich, dass unser Vorhaben auch überregional neue Anhänger gefunden hat, denn die Metropolregion Hamburg wird die 90-prozentige Förderung des Landes sogar noch aufstocken und damit den städtischen Eigenanteil verringern“, sagt Oberbürgermeister Rico Badenschier.

Minister Pegel unterstrich zudem noch einmal die touristische Bedeutung des neuen Radwegs. „Mit dem Radweg zwischen Dwang und Krösnitz verbessert die Landeshauptstadt das touristische Radwegenetz nicht nur für Bürgerinnen und Bürger, sondern vor allem auch für Gäste. Denn mit dem jetzt freigegebenen und den folgenden Abschnitten können radelnde Urlauber Schwerin durch die Wegführung entlang der Uferlinie als ‚Stadt der sieben Seen‘ erleben“, so der Minister.

Diese Visualisierung zeigt den Verlauf der 92 Meter langen Brücke über den Ostorfer See. | Foto: SDS

Brücke wird doppelt so teuer wie geplant

Ganz so weit, wie es die Worte Pegels vermuten lassen, ist es allerdings noch nicht. Denn noch ist der freigegebene Abschnitt lediglich eine Sackgasse. Das Brückenwerk ist nämlich noch Zukunftsmusik, wenngleich laut Stadtverwaltung die Vergabe des Auftrags wohl erfolgt ist. Eben dieses Vergabeverfahren verlief allerdings nicht ganz reibungslos. Denn nach der ersten Ausschreibung ging lediglich ein Angebot ein. Und dies auch noch zu einem extrem hohen Preis von ca. 2,8 Mio Euro. Es folgte eine Aufhebung der Ausschreibung. Mit geringfügigen technischen Änderungen schrieb man dann „nochmals europaweit“ aus. Dieses Mal gingen zwei Gebote ein. Das wirtschaftlichste kommt dabei von einer regionalen Firma und liegt bei 2,44 Mio Euro. Damit wird das Brückenbauwerk am Ende mehr als doppelt so teuer gegenüber den ursprünglich geplanten 1,2 Mio Euro.

Im Mai 2021 plant die Stadt derzeit das Bauende. Mit dem Brückenbau und der Verlängerung auf der Halbinsel Krösnitz kann dann der neue, von Lankow kommende Radfernweg Hamburg-Rügen an den Residenzstädte-Rundweg angeschlossen werden. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob juristische Auseinandersetzungen oder auch unerwartete Verzögerungen im Bauablauf dies nicht doch noch weiter in die Zukunft verschieben.

 

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