Schwerin möchte „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“

Die Bundesregierung möchte im Rahmen eines Städtewettbewerbs einen Standort für ein neues „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation" finden. Auf Initiative der Grünen-Fraktion der Stadt soll sich Schwerin bewerben. Die Stadtvertretung stimmte dafür und aus der Landtagsopposition kommt Unterstützung für einen Standort in MV. Oberbürgermeister Rico Badenschier ist in der Sache auch bereits aktiv.

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Mitte Mai ergriff die Fraktion Bündnis90/Die Grünen in der Stadtvertretung Schwerins die Initiative, ein zu gründendes „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ nach Schwerin zu holen. Eine entsprechende Institution hatte die Bundesregierung im Rahmen ihrer ersten Klausurtagung auf Schloss Meseberg konkretisiert. Das Zukunftszentrum soll demnach Forschung zu den Umbrüchen nach der Vereinigung betreiben und vorangbringen, Ausstellungen, die auch die Leistung der Menschen in den neuen Bundesländern würdigen, erarbeiten und realisieren, sowie Raum für Begegnungen und Veranstaltungen sein.

 

Stadtvertretung Schwerin folgte Grünen Antrag – Schwerin soll sich bewerben

Über den Standort soll nach Wunsch der Bundesregierung ein Städtewettbewerb entscheiden. Einige Städte hatten sich zwischenzeitlich auch beworben. Aus MV aber kam kein entsprechender Gedanke. Geschweige denn eine Bewreerbung. Daher die Idee der Grünen-Fraktion, dass Schwerin seinen „Hut in den Ring werfen“ solle. „Schwerin hat als ehemalige DDR-Bezirksstadt mit der Verwirklichung der deutschen Einheit viele Umbrüche erfahren. Zwar gilt das für die gesamten neuen Bundesländer, doch die Stadt steht wie nur wenige andere für den Aufbruch mit der friedlichen Revolution und die Sonnen- und Schattenseiten beider deutscher Gesellschaftssysteme. Eine Stadt, in der dieser Wandel so beeindruckend sichtbar wird, ist aus unserer Sicht ein würdiger Standort für das geplante Zukunftszentrum“, so Fraktionsmitglied Arndt Müller im Mai.

 

Aus Landtagsopposition kommt Unterstützung

Dieser Überlegung schloss sich die Stadtvertretung auf Ihrer Mai-Sitzung dann auch an. Schwerin solle sich bewerben, so die Kommunalpolitik. Und nun kommt auch entsprechender Rückenwind aus dem Landtag. Denn die Oppositionsfraktionen CDU, Grüne und FDP fordern die Landesregierung auf, eine Bewerbung aus Mecklenburg-Vorpommern entsprechend zu unterstützen. „Wir waren überrascht, dass dieses wichtige Thema bisher von der Landesregierung überhaupt nicht wahrgenommen wurde“, so Grünen-Stadtfraktions-Mitglied Müller, der mit dem Antrag der Schweriner Grünen-Fraktion einen wichtigen Impuls gesetzt sieht. Für Mecklenburg-Vorpommern und konkret für Schwerin böte ein solches Zukunftszentrum eine große Chance. „Sie sollte mit einem parteiübergreifenden Bündnis genutzt werden. Deshalb würden wir es sehr begrüßen, wenn der aktuelle Antrag an den Landtag von allen demokratischen Fraktionen, also auch von den Regierungsfraktionen, unterstützt werden würde. Wir sind sicher: Nur mit einem solchen Signal der Geschlossenheit finden wir bei der Bundesregierung für unser gemeinsames Anliegen auch tatsächlich Gehör“, so Müller.

 

Oberbürgermeister ist bereits in der Sache aktiv

Wie Stadtsprecherin Michaela Christen auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, war Oberbürgermeister Rico Badenschier seit dem Beschluss in der letzten Stadtvertretung bereits aktiv in der Sache. So fanden verschiedene informelle Gespräche mit entsprechenden Interessenbekundungen auf Bundes- und Landesebene statt. „Eine Bewerbung Schwerins für das ‚Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation‘ wird vor allem dann erfolgreich sein, wenn wir bessere und überzeugendere Argumente als andere haben“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Schwerin müsse sich schließlich gegen Standorte durchsetzen, deren Namen eng mit dem Beginn der friedlichen Revolution in der DDR verbunden sind.

 

Noch heißt es: Warten auf die Ausschreibung

Derzeit liefen, so Michaela Christen, die Vorbereitungen auf den Ausschreibungsstart. Erst dann könne anhand des genauen Ausschreibungstextes und der Vergabekriterien auch die Bewerbung Schwerins konkret entstehen. „Die Ansiedlung der mit diesem Zentrum verbundenen wissenschaftlichen Kapazitäten in Schwerin wäre jedoch sehr zu begrüßen“, so die Stadt.

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