Schwerin: Nordkirche in Zeiten des Corona-Virus

Auch die Nordkirche ist von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen. Konfirmationen sind beispielsweise abgesagt. Trauerfeiern sind nur eingeschränkt möglich.

Auch in Schwerin bleiben die Kirchenbänke wegen des Corona-Virus leer. | Foto: Symbolbild

Wie wir Ende der vergangenen Woche bereits berichteten, hat die Nordkirche schon am vergangenen Wochenende dazu aufgerufen, Gottesdienste zu meiden bzw. nicht mehr abzuhalten. Verschiedene Gemeinden boten daher am Sonntag digitale Angebote an. Mit den am Montagabend beschlossenen drastischen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus sind nun sämtliche Veranstaltungen in Gotteshäusern verboten. Aber die Einschnitte in das kirchliche Leben sind noch deutlich größer.

Kinder- und Jugendveranstaltungen abgesagt

Betroffen von den derzeitigen Entwicklungen sind nun auch sämtliche Konfirmations- und Jugendveranstaltungen in  der kommenden Zeit. Sie alle sind bis auf weiteres gestrichen. Die Kirchengemeinden, Kirchenkreise sowie Dienste und Werke der Nordkirche setzen diese Entscheidung derzeit konsequent um. Ausgesetzt sind somit auch der Konfirmandenunterricht sowie alle Gruppentreffen kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit. Fahrten mit Konfirmandengruppen, die bisher traditionell im Frühjahr stattfanden, Freizeiten und andere Ausflüge sind dabei ebenfalls abgesagt. 


Auch Konfirmationen sind abgesagt

Über die Schutzmaßnahmen werden die Eltern der Kinder und Jugendliche über Telefon, E-Mail oder andere Wege digitaler Kommunikation informiert. Das gilt insbesondere für Familien, die Konfirmationsfeiern geplant haben. Die Konfirmationen würden derzeit im Blick auf zahlreiche, zum Teil von weither anreisender Gäste und Teilnehmer an den Gottesdiensten ein sehr hohes Infektionsrisiko bergen, besonders für ältere Menschen.

Entsprechende Informationen der jeweiligen Fachbereiche sind bereits versandt worden. Darin empfehlen das Pädagogisch-Theologische Institut (PTI) und das Jugendpfarramt der Nordkirche, das Telefon sowie Wege digitaler Kommunikation für den Kontakt mit Familien und Jugendlichen zu nutzen und im Rahmen dessen auch inhaltliche Angebote zu machen. Für Rückfragen und Beratung per Telefon und E-Mail stehen den kirchlichen Mitarbeitenden Ansprechpartnerinnen und -partner zur Verfügung. Rund 16.000 Jugendliche nehmen in der Nordkirche jährlich am Konfirmandenunterricht teil.

Einschränkungen auch bei kirchlichen Bestattungen

Aber auch kirchliche Bestattungen sind nun von den Entwicklungen betroffen. Sie sollen bis auf weiteres nur noch unter freiem Himmel am Grab und im engsten Familienkreis stattfinden. Trauerfeiern in geschlossenen Räumen wie Kirchen, Kapellen oder Trauerhallen sind ausgesetzt. Das gilt für Urnen- und Erdbestattungen. 

Zum Schutz der Hinterbliebenen sind Trauergespräche möglichst nur noch per Telefon oder auf digitalen Wegen zu führen. Ansonsten sind die behördlichen Schutzvorschriften einzuhalten. Erst dann, wenn es die Behörden wieder zulassen, können Trauerfeiern und Gedenkgottesdienste zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt oder am Jahrestag der Beisetzung angeboten werden. Die derzeitige Situation ist gerade für Trauernde sehr schmerzhaft. Daher ist die seelsorgerliche Begleitung für sie in dieser Zeit besonders wichtig und wird vorerst über Telefon und digitale Kommunikation geleistet. Pastorinnen und Pastoren bitten die Angehörigen derzeit in vielen Gesprächen um Verständnis für die Schutzmaßnahmen. Im Rahmen der behördlichen Anordnungen und Empfehlungen wird für einen würdigen Abschied gesorgt – und zugleich dem Schutz der Hinterbliebenen Rechnung getragen.

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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