Polizei gibt Auskunft:
Das sind Schwerins gefährlichsten Plätze
Unsere Redaktion fragte die Polizei nach den gefährlichsten Orten in Schwerin. Das ist die Antwort:

Unsere Redaktion hat bei der Polizei nachgefragt, welche Orte in Schwerin neben dem Marienplatz als besonders kriminalitätsintensiv gelten. Eine konkrete Antwort blieb die Polizei schuldig. Stattdessen betont sie, dass der Marienplatz nach wie vor der zentrale Schwerpunkt ist.
Marienplatz gefährlichster Ort in Schwerin
Der Marienplatz ist schon lange als Kriminalitätsschwerpunkt in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Als solcher ist er ”der erste und einzige öffentliche Platz in Mecklenburg-Vorpommern, der aus sicherheitspolitischen Gründen videoüberwacht wird”, teilte eine Sprecherin mit. Einige Zeit waren die Kameras defekt, so auch im Februar, als sich die tödliche Messerattacke nahe des Schlosspark-Centers ereignete. Als unmittelbare Reaktion auf den Mord installierte die Polizei eine mobile Polizeiwache sowie benzinbetriebene Kamerasysteme, um die Sicherheit vor Ort zu erhöhen. Ein Vorwurf, der des Öfteren aufgekommen sein dürfe: „Muss denn erst was passieren, bevor die Polizei reagiert?” Mittlerweile wurde die mobile Polizeiwache aufgrund eines Wasserschadens abtransportiert und wird aktuell durch Einsatzfahrzeuge ersetzt. Unsere früheren Anfragen, ob die Wache zurückkehren wird, wurden nie konkret beantwortet. Es dürfte wohl davon auszugehen sein, dass die stationierten Einsatzfahrzeuge erstmal als Übergangslösung dienen, bis ein Ort für eine feste Wache gefunden ist.
Glücklicher hält es sich mit der Videoüberwachung. Die als Provisorium eingerichteten benzinbetriebenen Kameras sind inzwischen abgebaut, weil die Probleme bei der regulären Überwachungsanlage behoben wurden: Nach einer umfangreichen technischen Erneuerung ist die Videoüberwachung seit dem 21. Juli 2025 wieder in Betrieb genommen worden. Ziel sei es, so die Polizei, “mit der neuen Anlage und deutlich sichtbarer Polizeipräsenz die Sicherheit und Ordnung am Marienplatz weiter zu verbessern und vor allem auch das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gäste der Stadt Schwerin zu stärken.” Dabei dienen die Kameras – wie die Polizei mehrfach betont– nicht dazu, Bürgerinnen und Bürger zu überwachen, sondern ausschließlich der schnellen Reaktion in Gefahrensituationen und der besseren Aufklärung von Straftaten.

Auf weitere kriminalitätsbelastete Orte wollte die Polizei nicht eingehen. Stattdessen richtet sich der Blick auf die gesamtstädtische Lage. Grundlage hierfür ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die jährlich veröffentlicht wird und sich auf das jeweils vergangene Jahr bezieht. Innenminister Christian Pegel (SPD) stellte die PKS für 2024 am 25. März 2025 vor.
Kriminalität in Schwerin stieg
Demnach zeigt der Blick in die Statistik: Schwerin hat im Jahr 2024 insgesamt mehr Straftaten zu verzeichnen. 12.190 Delikte wurden erfasst – ein Anstieg von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2023), als noch 11.423 Taten registriert wurden. Hauptgrund für den Anstieg ist nach Angaben der Polizei ein Plus von rund 1.000 Fällen im Bereich der Beförderungserschleichung. Mit anderen Worten treiben Schwarzfahrer die Statistik nach oben.
Spannend dürfte mit Blick auf die Polizeistatistik auch sein, dass sich die Zahl der Straftaten auf eine kleinere Gruppe von Tatverdächtigen konzentrierte. Das weiß auch Polizeidirektor Nils Rosada.„Die Zahlen verdeutlichen, dass weniger Menschen für eine größere Anzahl an Straftaten verantwortlich sind”, so der Leiter der Polizeiinspektion Schwerin.
Cannabis-Legalisierung schlägt sich in Zahlen nieder
Einen Rückgang meldete die Polizei hingegen im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität. Grund dafür ist die seit dem 1. April 2024 geltende Legalisierung von Cannabis. Das neue Gesetz schlägt sich bereits sichtbar in den Zahlen nieder.

Trotz zahlreicher Einsätze kann die Polizeiinspektion Schwerin einen positiven Trend vermelden: Die Zahl der Rohheitsdelikte ist gesunken. 1.899 Strafanzeigen wurden im vergangenen Jahr aufgenommen, darunter Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Besonders erfreulich: Die Raubdelikte gingen von 105 auf 100 Fälle zurück. Auch die Aufklärungsquote bleibt weiterhin hoch – 84,1 Prozent aller Rohheitsdelikte und 78 Prozent der Raubtaten konnten aufgeklärt werden.
Obwohl das Kriminalitätsgeschehen in der Landeshauptstadt gestiegen ist, war es den Beamten gelungen, 72,6% der Straftaten aufzuklären. Weitere detaillierte Informationen liefert die Polizeiliche Kriminalstatistik PKS.



