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Polizei gibt Auskunft:
Das sind Schwerins gefährlichsten Plätze

Unsere Redaktion fragte die Polizei nach den gefährlichsten Orten in Schwerin. Das ist die Antwort:

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  • Veröffentlicht September 23, 2025
Straßenbahn am Marienplatz
Der Schw­er­iner Marien­platz. Foto: Ste­fan Rochow

Unsere Redak­tion hat bei der Polizei nachge­fragt, welche Orte in Schw­erin neben dem Marien­platz als beson­ders krim­i­nal­itätsin­ten­siv gel­ten. Eine konkrete Antwort blieb die Polizei schuldig. Stattdessen betont sie, dass der Marien­platz nach wie vor der zen­trale Schw­er­punkt ist.

Marienplatz gefährlichster Ort in Schwerin

Der Marien­platz ist schon lange als Krim­i­nal­itätss­chw­er­punkt in Meck­len­burg-Vor­pom­mern bekan­nt. Als solch­er ist er ”der erste und einzige öffentliche Platz in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, der aus sicher­heit­spoli­tis­chen Grün­den videoüberwacht wird”, teilte eine Sprecherin mit. Einige Zeit waren die Kam­eras defekt, so auch im Feb­ru­ar, als sich die tödliche Messer­at­tacke nahe des Schloss­park-Cen­ters ereignete. Als unmit­tel­bare Reak­tion auf den Mord instal­lierte die Polizei eine mobile Polizei­wache sowie ben­z­in­be­triebene Kam­erasys­teme, um die Sicher­heit vor Ort zu erhöhen. Ein Vor­wurf, der des Öfteren aufgekom­men sein dürfe: „Muss denn erst was passieren, bevor die Polizei reagiert?” Mit­tler­weile wurde die mobile Polizei­wache auf­grund eines Wasser­schadens abtrans­portiert und wird aktuell durch Ein­satz­fahrzeuge erset­zt. Unsere früheren Anfra­gen, ob die Wache zurück­kehren wird, wur­den nie konkret beant­wortet. Es dürfte wohl davon auszuge­hen sein, dass die sta­tion­ierten Ein­satz­fahrzeuge erst­mal als Über­gangslö­sung dienen, bis ein Ort für eine feste Wache gefun­den ist.

Glück­lich­er hält es sich mit der Videoüberwachung. Die als Pro­vi­so­ri­um ein­gerichteten ben­z­in­be­triebe­nen Kam­eras sind inzwis­chen abge­baut, weil die Prob­leme bei der reg­ulären Überwachungsan­lage behoben wur­den: Nach ein­er umfan­gre­ichen tech­nis­chen Erneuerung ist die Videoüberwachung seit dem 21. Juli 2025 wieder in Betrieb genom­men wor­den. Ziel sei es, so die Polizei, “mit der neuen Anlage und deut­lich sicht­bar­er Polizeipräsenz die Sicher­heit und Ord­nung am Marien­platz weit­er zu verbessern und vor allem auch das Sicher­heits­ge­fühl der Bürg­erin­nen und Bürg­er sowie der Gäste der Stadt Schw­erin zu stärken.” Dabei dienen die Kam­eras – wie die Polizei mehrfach betont–  nicht dazu, Bürg­erin­nen und Bürg­er zu überwachen, son­dern auss­chließlich der schnellen Reak­tion in Gefahren­si­t­u­a­tio­nen und der besseren Aufk­lärung von Straftat­en.

 

Auch am Marien­platz in Schw­erin kom­men Videokam­eras zum Ein­satz. | Foto: Andreas Lis­ch­ka

 

Auf weit­ere krim­i­nal­itäts­be­lastete Orte wollte die Polizei nicht einge­hen. Stattdessen richtet sich der Blick auf die gesamt­städtis­che Lage. Grund­lage hier­für ist die Polizeiliche Krim­i­nal­sta­tis­tik (PKS), die jährlich veröf­fentlicht wird und sich auf das jew­eils ver­gan­gene Jahr bezieht. Innen­min­is­ter Chris­t­ian Pegel (SPD) stellte die PKS für 2024 am 25. März 2025 vor.

Kriminalität in Schwerin stieg 

Dem­nach zeigt der Blick in die Sta­tis­tik: Schw­erin hat im Jahr 2024 ins­ge­samt mehr Straftat­en zu verze­ich­nen. 12.190 Delik­te wur­den erfasst – ein Anstieg von 6,7 Prozent gegenüber dem Vor­jahr (2023), als noch 11.423 Tat­en reg­istri­ert wur­den. Haupt­grund für den Anstieg ist nach Angaben der Polizei ein Plus von rund 1.000 Fällen im Bere­ich der Beförderungser­schle­ichung. Mit anderen Worten treiben Schwarz­fahrer die Sta­tis­tik nach oben.

Span­nend dürfte mit Blick auf die Polizeis­ta­tis­tik auch sein, dass sich die Zahl der Straftat­en auf eine kleinere Gruppe von Tatverdächti­gen konzen­tri­erte. Das weiß auch Polizei­di­rek­tor Nils Rosada.„Die Zahlen verdeut­lichen, dass weniger Men­schen für eine größere Anzahl an Straftat­en ver­ant­wortlich sind”, so der Leit­er der Polizei­in­spek­tion Schw­erin.

Cannabis-Legalisierung schlägt sich in Zahlen nieder

Einen Rück­gang meldete die Polizei hinge­gen im Bere­ich der Betäubungsmit­telkrim­i­nal­ität. Grund dafür ist die seit dem 1. April 2024 gel­tende Legal­isierung von Cannabis. Das neue Gesetz schlägt sich bere­its sicht­bar in den Zahlen nieder. 

Anzünden eines Joints mit Cannabis
Seit April 2024 ist das Rauchen eines Joints in Deutsch­land unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen legal.

 

Trotz zahlre­ich­er Ein­sätze kann die Polizei­in­spek­tion Schw­erin einen pos­i­tiv­en Trend ver­melden: Die Zahl der Rohheits­de­lik­te ist gesunken. 1.899 Strafanzeigen wur­den im ver­gan­genen Jahr aufgenom­men, darunter Raub, Kör­per­ver­let­zung und Straftat­en gegen die per­sön­liche Frei­heit. Beson­ders erfreulich: Die Raub­de­lik­te gin­gen von 105 auf 100 Fälle zurück. Auch die Aufk­lärungsquote bleibt weit­er­hin hoch – 84,1 Prozent aller Rohheits­de­lik­te und 78 Prozent der Raub­tat­en kon­nten aufgek­lärt wer­den.

Obwohl das Krim­i­nal­itäts­geschehen in der Lan­deshaupt­stadt gestiegen ist, war es den Beamten gelun­gen, 72,6% der Straftat­en aufzuk­lären. Weit­ere detail­lierte Infor­ma­tio­nen liefert die Polizeiliche Krim­i­nal­sta­tis­tik PKS.