Klimaneutral heizen:
Schwerin präsentiert Wärmeplanung
Schwerin plant die klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Ein Großteil der Haushalte soll künftig über Fernwärme versorgt werden.

Die Landeshauptstadt Schwerin hat ihre Pläne für eine klimaneutrale Wärmeversorgung vorgestellt. Im Rahmen einer Bürgerversammlung am 7. April präsentierten die Stadt sowie beauftragte Planungsbüros ein sogenanntes Vorzugsszenario für die zukünftige Energieversorgung.
Im Mittelpunkt der kommunalen Wärmeplanung steht die Frage, wie Haushalte und Gebäude künftig effizient und klimafreundlich beheizt werden können. Die Fachbüros erläuterten dabei, wie verschiedene Energiequellen wie Biomasse, Tiefengeothermie und Abwärme in ein nachhaltiges Versorgungssystem integriert werden sollen.
Ein zentrales Ergebnis ist die geplante Gebietseinteilung für das Zieljahr 2045. Demnach soll ein Großteil der Stadt künftig über Fernwärme versorgt werden. Bereits heute sind rund 63 Prozent der Haushalte angeschlossen, langfristig wird ein Anteil von etwa 80 Prozent angestrebt.
Für den Ausbau ist das kommunale Unternehmen Stadtwerke Schwerin verantwortlich. Geschäftsführer Hanno Nispel bezeichnete den Ausbau des Fernwärmenetzes und dessen Umstellung auf klimafreundliche Energiequellen als eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre.

Die Planung sieht vor, den Netzausbau schrittweise in Fünf-Jahres-Etappen umzusetzen. Damit sollen Bürgerinnen und Bürger eine Orientierung erhalten, wann ein Anschluss an das Fernwärmenetz in ihrem Wohngebiet möglich wird.
Nicht alle Gebäude werden künftig an das zentrale Netz angeschlossen werden können. Für etwa 20 Prozent der Haushalte kommen alternative Heizlösungen infrage. Dazu zählen insbesondere Luft- und Erdwärmepumpen, aber auch Biomasseheizungen, Solarthermie oder kleinere lokale Wärmenetze.
Welche Lösung im Einzelfall geeignet ist, hängt unter anderem vom Zustand des Gebäudes sowie von den örtlichen Gegebenheiten ab. Die Entscheidung liegt letztlich bei den Eigentümerinnen und Eigentümern im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.
Die Stadt betont die Bedeutung einer frühzeitigen Information der Bevölkerung im Zuge der Planung. Der fertige Wärmeplan soll nach Beratungen in den zuständigen Gremien voraussichtlich im Juni von der Stadtvertretung beschlossen und anschließend veröffentlicht werden.



