Sa, 18. April 2026
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Klimaneutral heizen:
Schwerin präsentiert Wärmeplanung

Schwerin plant die klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Ein Großteil der Haushalte soll künftig über Fernwärme versorgt werden.

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  • Veröffentlicht April 9, 2026
Foto: Landeshauptstadt
Am Pfaf­fen­te­ich wächst das Fer­n­wärmenetz zur Erschließung der Alt­stadt. Damit wird der Fer­n­wärmean­schluss für den Dom und die Alte Post möglich. Foto: Lan­deshaupt­stadt

 

Die Lan­deshaupt­stadt Schw­erin hat ihre Pläne für eine kli­ma­neu­trale Wärmev­er­sorgung vorgestellt. Im Rah­men ein­er Bürg­erver­samm­lung am 7. April präsen­tierten die Stadt sowie beauf­tragte Pla­nungs­büros ein soge­nan­ntes Vorzugsszenario für die zukün­ftige Energiev­er­sorgung.

Im Mit­telpunkt der kom­mu­nalen Wärme­pla­nung ste­ht die Frage, wie Haushalte und Gebäude kün­ftig effizient und kli­mafre­undlich beheizt wer­den kön­nen. Die Fach­büros erläuterten dabei, wie ver­schiedene Energiequellen wie Bio­masse, Tiefen­geother­mie und Abwärme in ein nach­haltiges Ver­sorgungssys­tem inte­gri­ert wer­den sollen.

Ein zen­trales Ergeb­nis ist die geplante Gebi­et­sein­teilung für das Ziel­jahr 2045. Dem­nach soll ein Großteil der Stadt kün­ftig über Fer­n­wärme ver­sorgt wer­den. Bere­its heute sind rund 63 Prozent der Haushalte angeschlossen, langfristig wird ein Anteil von etwa 80 Prozent angestrebt.

Für den Aus­bau ist das kom­mu­nale Unternehmen Stadtwerke Schw­erin ver­ant­wortlich. Geschäfts­führer Han­no Nis­pel beze­ich­nete den Aus­bau des Fer­n­wärmenet­zes und dessen Umstel­lung auf kli­mafre­undliche Energiequellen als eine der größten Her­aus­forderun­gen der kom­menden Jahre.

 

Fernwärmeversorgung durch Stadtwerke in großen Teilen Schwerins möglich. Foto: Landeshauptstadt
Fer­n­wärmev­er­sorgung durch Stadtwerke in großen Teilen Schw­erins möglich. Foto: Lan­deshaupt­stadt

 

Die Pla­nung sieht vor, den Net­zaus­bau schrit­tweise in Fünf-Jahres-Etap­pen umzuset­zen. Damit sollen Bürg­erin­nen und Bürg­er eine Ori­en­tierung erhal­ten, wann ein Anschluss an das Fer­n­wärmenetz in ihrem Wohnge­bi­et möglich wird.

Nicht alle Gebäude wer­den kün­ftig an das zen­trale Netz angeschlossen wer­den kön­nen. Für etwa 20 Prozent der Haushalte kom­men alter­na­tive Hei­zlö­sun­gen infrage. Dazu zählen ins­beson­dere Luft- und Erd­wärmepumpen, aber auch Bio­masse­heizun­gen, Solarther­mie oder kleinere lokale Wärmenet­ze.

Welche Lösung im Einzelfall geeignet ist, hängt unter anderem vom Zus­tand des Gebäudes sowie von den örtlichen Gegeben­heit­en ab. Die Entschei­dung liegt let­ztlich bei den Eigen­tümerin­nen und Eigen­tümern im Rah­men der geset­zlichen Vor­gaben.

Die Stadt betont die Bedeu­tung ein­er frühzeit­i­gen Infor­ma­tion der Bevölkerung im Zuge der Pla­nung. Der fer­tige Wärme­plan soll nach Beratun­gen in den zuständi­gen Gremien voraus­sichtlich im Juni von der Stadtvertre­tung beschlossen und anschließend veröf­fentlicht wer­den.