Ab Juni nur noch registrierte Tonnen:
Schwerin setzt auf eindeutige Zuordnung von Mülltonnen
Schwerin rüstet Restabfall- und Papiertonnen mit Chips aus. Das neue System soll Transparenz erhöhen und die Abfallentsorgung effizienter machen.

In Schwerin beginnt in diesen Wochen die Einführung eines neuen Identifikationssystems für die Abfallentsorgung. Im Auftrag des Schweriner Entsorgungs- und Dienstleistungsbetrieb (SDS) rüstet die SAS sämtliche Restabfall- und Papierbehälter mit elektronischen Chips aus. Ziel ist eine transparentere, eindeutigere und effizientere Erfassung der Abfallbehälter.
Insgesamt werden rund 17.000 Restabfalltonnen und etwa 12.900 Papiertonnen mit sogenannten Transpondern ausgestattet. Diese Chips ermöglichen es, jeden Behälter eindeutig einem Grundstück oder einer Adresse zuzuordnen. Parallel dazu werden auch die Sammelfahrzeuge technisch aufgerüstet, sodass die Chips beim Leerungsvorgang automatisch ausgelesen werden können. Künftig werden nur noch registrierte und korrekt ausgestattete Tonnen entleert, nicht angemeldete Behälter bleiben stehen.
Die Biotonnen in Schwerin sind von der Maßnahme ausgenommen, da sie bereits seit rund zehn Jahren mit entsprechender Technik ausgestattet sind. Die Umrüstung der Restabfall- und Papiertonnen soll bis zu den Osterferien Anfang April abgeschlossen sein.
Nach Angaben des SDS bringt das neue System vor allem mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit. SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek erklärt, dass mit Hilfe der Transponder jederzeit nachvollzogen werden könne, ob und wann ein Abfallbehälter geleert wurde. Dies erleichtere die Bearbeitung von Rückfragen und erhöhe die Servicequalität. Auswirkungen auf die bestehende Gebührenstruktur habe das System nicht.
Auch für die SAS ergeben sich Vorteile. Durch die digitale Erfassung wird jede Leerung in Echtzeit in das System des Unternehmens übertragen. Das erleichtert die Tourenplanung und verbessert die logistischen Abläufe. SAS-Geschäftsführer Andreas Lange spricht von einem geringen Aufwand für die Haushalte bei gleichzeitig hohem Nutzen. Nach der Montage laufe der Prozess vollständig automatisiert.
Damit die Umrüstung reibungslos verläuft, sind die Haushalte zur Mithilfe aufgefordert. In der zweiten und dritten Februarwoche erhalten alle angeschlossenen Haushalte ein Informationsschreiben mit Adressaufklebern für die jeweiligen Behälter. Diese sind fristgerecht gut sichtbar auf den Deckeln anzubringen. Zum angegebenen Termin müssen die Tonnen an der Grundstücksgrenze bereitgestellt werden, damit ein Fachteam die Transponder montieren kann.
Nach Abschluss der Umrüstung werden mögliche Abweichungen geprüft, etwa bei falschen Behältergrößen oder fehlenden Tonnen. Ab dem 1. Juni werden schließlich nur noch Restabfall- und Papierbehälter entleert, die mit dem neuen Chip-System ausgestattet sind.



