Mo, 9. Februar 2026
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Mobilitätsstation am Bahnhof:
Schwerin setzt auf mehr Komfort fürs Fahrrad

Für 3,2 Millionen Euro entsteht gegenüber dem Stadthaus Am Packhof ein modernes Fahrradparkhaus mit Verleih, Service und direkter Anbindung an den ÖPNV.

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  • Veröffentlicht Januar 15, 2026
Die Ansicht aus Richtung Bahnhof auf die neue Mobilitätsstation, Grafik: LHS
Die Ansicht aus Rich­tung Bahn­hof auf die neue Mobil­itätssta­tion. Grafik: LHS

Die Bauar­beit­en für die neue Mobil­itätssta­tion am Schw­er­iner Haupt­bahn­hof haben bere­its begonnen. Zwar ruhte das Are­al gegenüber dem Stadthaus Am Pack­hof in dieser Woche unter ein­er geschlosse­nen Schneedecke, doch spätestens im Früh­jahr soll es sicht­bar vor­ange­hen. Für rund 3,2 Mil­lio­nen Euro wird dort ein zweistöck­iges Gebäude errichtet, das kün­ftig rund 200 Fahrrad­stellplätze, Gepäckschließfäch­er, Lademöglichkeit­en für E‑Bikes sowie einen Fahrrad­ver­leih mit Ser­vi­cepunkt bietet. Betreiber der Anlage wird der Nahverkehr Schw­erin (NVS). Die Mobil­itätssta­tion ist rund um die Uhr über Videoüberwachung und ein Notruf­sys­tem mit der Leit­stelle des NVS ver­bun­den. Ziel ist es, den Umstieg zwis­chen Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr deut­lich ein­fach­er und sicher­er zu machen.

NVS will Fahrradverleih deutlich ausbauen

Der NVS verbindet mit dem Pro­jekt große Erwartun­gen. Geschäfts­führer Thomas Schlüter sieht in der Mobil­itätssta­tion einen wichti­gen Baustein für eine bessere Verknüp­fung von Rad­verkehr und ÖPNV. Vor allem Pen­del­nde und Gele­gen­heit­snutzerin­nen und ‑nutzer sollen von den neuen, zeits­paren­den Mobil­ität­sange­boten prof­i­tieren. Der bis­lang eher abseits gele­gene Fahrrad­ver­leih in der Jahn­straße wird mit der Eröff­nung der neuen Sta­tion geschlossen. Aktuell umfasst der Ver­lei­hbe­stand 43 E‑Bikes und fünf Las­ten­räder, die im ver­gan­genen Jahr rund 1.000-mal aus­geliehen wur­den. Diese Zahl soll mit dem neuen Stan­dort deut­lich steigen. Geplant ist, den Fuhrpark spür­bar zu erweit­ern und ins­beson­dere den Ver­leih von Las­ten­rädern auszubauen – auch für Fam­i­lien, Unternehmen oder kleinere Reiseg­rup­pen.

Die Ansicht der Front des Radparkhauses in der Straße Am Packhof, Grafik: LHS

Wirtschaftlichkeit mit Anlaufzeit

Rein wirtschaftlich rech­net sich das Pro­jekt nicht sofort. Der Busi­ness­plan des NVS sieht vor, dass die laufend­en Betrieb­skosten erst nach etwa vier Jahren durch Ein­nah­men gedeckt wer­den. Dauer­stellplätze sollen 100 Euro pro Jahr kosten, Gepäckschließfäch­er drei Euro pro Tag. Ent­las­tend wirkt dabei die hohe Förderung: 90 Prozent der Baukosten übernehmen Land und Bund, weit­ere drei Prozent des städtis­chen Eigenan­teils trägt die Metropol­re­gion Ham­burg. Die Fer­tig­stel­lung der Mobil­itätssta­tion ist für Ende 2026 vorge­se­hen, die Inbe­trieb­nahme im ersten Quar­tal 2027. Als Stan­dort nutzt die Stadt ein eigenes Grund­stück Am Pack­hof. Der Grun­thalplatz wurde aus denkmal­rechtlichen Grün­den ver­wor­fen, obwohl er ein zen­traler Umsteigepunkt für Bus und Straßen­bahn ist. Rück­en­wind bekommt das Pro­jekt von Fahrra­dini­tia­tiv­en und der Stadtver­wal­tung. Für den Radentscheid Schw­erin ist die sichere Abstellmöglichkeit am Bahn­hof längst über­fäl­lig. Auch im städtis­chen Verkehrs­man­age­ment wird die Mobil­itätssta­tion als wichtiger Schritt gese­hen, um Gehwege zu ent­las­ten und den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad attrak­tiv­er zu machen.