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Für eine klimafreundliche Zukunft:
Schwerin setzt auf nachhaltige Fernwärme

Im Interview spricht Anja Gottschling, Bereichsleiterin Vertrieb bei den Stadtwerken Schwerin, wie Fernwärme künftig noch grüner wird und gleichzeitig Heizkosten einspart.

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  • Veröffentlicht November 13, 2025
Die Geot­her­mie-Anlage I in Lankow spart jährlich wiederkehrend 7.500 Ton­nen CO2 ein Foto:maxpress

 

Etwa 80 Prozent der Woh­nun­gen der WGS wer­den mit Fer­n­wärme der Stadtwerke Schw­erin ver­sorgt. Sie spielt für die Zukun­ft der Energiev­er­sorgung eine wichtige Rolle. Denn Deutsch­land hat das Ziel, bis 2045 kli­ma­neu­tral zu sein – das heißt: Energie soll sauber­er und nach­haltiger wer­den. Dafür engagieren sich auch die Stadtwerke Schw­erin. Deshalb hat der kom­mu­nale Energiev­er­sorg­er bere­its in mod­erne Heizkraftwerke und erneuer­bare Wärme­quellen wie Geot­her­mie und Bio­gas investiert. Für Mieter gehen damit Verän­derun­gen bei den Fer­n­wärmekosten ein­her. Anja Gottschling, Bere­ich­slei­t­erin Ver­trieb bei den Stadtwerken Schw­erin, erläutert, was das konkret bedeutet.

Anja Gottschling, Bere­ich­slei­t­erin Ver­trieb bei den Stadtwerken Schw­erin, im Inter­view über die grüne Fer­n­wärme in Schw­erin Foto: Stadtwerke Schw­erin

 

SNO: Was hat das geset­zliche Ziel der Kli­ma­neu­tral­ität mit der Fer­n­wärme zu tun?

Anja Gottschling: Damit Deutsch­land und damit auch Schw­erin kli­ma­neu­tral wer­den kön­nen, muss die Wärmev­er­sorgung umwelt­fre­undlich­er wer­den. Die Stadtwerke Schw­erin haben deshalb ihre Erzeu­gungsan­la­gen mit mod­ern­ster Tech­nik aus­ges­tat­tet, set­zen auf erneuer­bare Energiequellen und deren weit­eren Aus­bau. So wird Fer­n­wärme in Schw­erin, entsprechend der geset­zlichen Vor­gaben, Stück für Stück „grün­er“ – also nach­haltiger und CO2-ärmer.

SNO: Dadurch wird ein neues Preis­sys­tem notwendig. Kön­nen Sie die Gründe genauer erläutern?

Anja Gottschling: Die Art, wie wir unsere Wärme erzeu­gen, hat sich verän­dert: Erdgas wird sicher­lich vor­erst noch ein wichtiger Energi­eträger bleiben, aber schon jet­zt set­zen wir erneuer­bare Energien ein – und dieser Anteil wird gemäß den bun­de­sein­heitlichen Vor­gaben weit­er ansteigen. Das neue Preis­sys­tem muss diese verän­derten Kosten­struk­turen abbilden. Dazu sind wir durch die Verord­nung über All­ge­meine Bedin­gun­gen für die Ver­sorgung mit Fer­n­wärme geset­zlich verpflichtet. So wer­den die neuen Fer­n­wärmepreise trans­par­ent dargestellt.

SNO: Wie lässt sich das ein­fach erk­lären – und was ändert sich für Fer­n­wärmekun­den?

Anja Gottschling: Ganz sim­pel gesagt: Es gibt zwei Preis­be­standteile – einen fes­ten Grund­preis, also den Leis­tung­spreis, und einen vari­ablen Arbeit­spreis. Durch den Umstieg auf erneuer­bare Energiequellen sinken die Betrieb­skosten. Deshalb wird der Arbeit­spreis niedriger. Gle­ichzeit­ig steigen durch den Bau neuer Anla­gen die Investi­tion­skosten – das führt zu einem höheren Leis­tung­spreis.

SNO: Aber was bedeutet das für die monatlichen Heizkosten?

Anja Gottschling: Nach aktueller Hochrech­nung steigen die durch­schnit­tlichen Gesamtkosten für Fer­n­wärme im Jahr 2026 um etwa 8 bis 10 Euro brut­to pro Woh­nung und Monat im Ver­gle­ich zu der noch ausste­hen­den Abrech­nung für 2025.

SNO: Hat das auch einen Mehrw­ert für die Mieter?

Anja Gottschling: Ja, denn der Aus­bau erneuer­bar­er Energien macht die Fer­n­wärme nicht nur kli­mafre­undlich­er, son­dern auch unab­hängiger von steigen­den Gas- und Ölpreisen. Langfristig sorgt das für sta­bilere Heizkosten – und alle heizen bequem, sich­er und umwelt­be­wusst.