Für eine klimafreundliche Zukunft:
Schwerin setzt auf nachhaltige Fernwärme
Im Interview spricht Anja Gottschling, Bereichsleiterin Vertrieb bei den Stadtwerken Schwerin, wie Fernwärme künftig noch grüner wird und gleichzeitig Heizkosten einspart.

Etwa 80 Prozent der Wohnungen der WGS werden mit Fernwärme der Stadtwerke Schwerin versorgt. Sie spielt für die Zukunft der Energieversorgung eine wichtige Rolle. Denn Deutschland hat das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu sein – das heißt: Energie soll sauberer und nachhaltiger werden. Dafür engagieren sich auch die Stadtwerke Schwerin. Deshalb hat der kommunale Energieversorger bereits in moderne Heizkraftwerke und erneuerbare Wärmequellen wie Geothermie und Biogas investiert. Für Mieter gehen damit Veränderungen bei den Fernwärmekosten einher. Anja Gottschling, Bereichsleiterin Vertrieb bei den Stadtwerken Schwerin, erläutert, was das konkret bedeutet.

SNO: Was hat das gesetzliche Ziel der Klimaneutralität mit der Fernwärme zu tun?
Anja Gottschling: Damit Deutschland und damit auch Schwerin klimaneutral werden können, muss die Wärmeversorgung umweltfreundlicher werden. Die Stadtwerke Schwerin haben deshalb ihre Erzeugungsanlagen mit modernster Technik ausgestattet, setzen auf erneuerbare Energiequellen und deren weiteren Ausbau. So wird Fernwärme in Schwerin, entsprechend der gesetzlichen Vorgaben, Stück für Stück „grüner“ – also nachhaltiger und CO2-ärmer.
SNO: Dadurch wird ein neues Preissystem notwendig. Können Sie die Gründe genauer erläutern?
Anja Gottschling: Die Art, wie wir unsere Wärme erzeugen, hat sich verändert: Erdgas wird sicherlich vorerst noch ein wichtiger Energieträger bleiben, aber schon jetzt setzen wir erneuerbare Energien ein – und dieser Anteil wird gemäß den bundeseinheitlichen Vorgaben weiter ansteigen. Das neue Preissystem muss diese veränderten Kostenstrukturen abbilden. Dazu sind wir durch die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme gesetzlich verpflichtet. So werden die neuen Fernwärmepreise transparent dargestellt.
SNO: Wie lässt sich das einfach erklären – und was ändert sich für Fernwärmekunden?
Anja Gottschling: Ganz simpel gesagt: Es gibt zwei Preisbestandteile – einen festen Grundpreis, also den Leistungspreis, und einen variablen Arbeitspreis. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen sinken die Betriebskosten. Deshalb wird der Arbeitspreis niedriger. Gleichzeitig steigen durch den Bau neuer Anlagen die Investitionskosten – das führt zu einem höheren Leistungspreis.
SNO: Aber was bedeutet das für die monatlichen Heizkosten?
Anja Gottschling: Nach aktueller Hochrechnung steigen die durchschnittlichen Gesamtkosten für Fernwärme im Jahr 2026 um etwa 8 bis 10 Euro brutto pro Wohnung und Monat im Vergleich zu der noch ausstehenden Abrechnung für 2025.
SNO: Hat das auch einen Mehrwert für die Mieter?
Anja Gottschling: Ja, denn der Ausbau erneuerbarer Energien macht die Fernwärme nicht nur klimafreundlicher, sondern auch unabhängiger von steigenden Gas- und Ölpreisen. Langfristig sorgt das für stabilere Heizkosten – und alle heizen bequem, sicher und umweltbewusst.



