Mehr Sicherheit im Nahverkehr:
Schwerin setzt auf Präsenz und Wunschhalte
Ein neues Konzept soll dafür sorgen, dass sich Fahrgäste nicht nur sicher sind – sondern sich auch so fühlen.

Der Nahverkehr Schwerin stellt sich neu auf: Seit dem 16. April greift ein erweitertes Sicherheitskonzept, das sowohl die tatsächliche Sicherheit als auch das subjektive Empfinden der Fahrgäste verbessern soll. Im Fokus stehen dabei mehr Präsenz in Fahrzeugen sowie flexible Lösungen für den Abendverkehr. Trotz rückläufiger Kriminalitätszahlen im Land zeigt sich: Viele Menschen fühlen sich im öffentlichen Nahverkehr nicht immer wohl. Genau hier setzt das Konzept an. Geschäftsführer Thomas Schlüter betont, dass man gezielt auf Schutz, Präsenz und Prävention setze, um Vertrauen zurückzugewinnen.
Mehr Präsenz durch zusätzlichen Sicherheitsdienst
Ein zentraler Baustein ist der Einsatz eines zusätzlichen Sicherheitsdienstes. Für zunächst ein Jahr werden speziell geschulte Kräfte in Bussen, Straßenbahnen und an Haltestellen unterwegs sein. Neben Fahrscheinkontrollen übernehmen sie auch eine wichtige Rolle in der Deeskalation. Zum Einsatz kommt ein erfahrener Dienstleister, der bereits in mehreren Städten aktiv ist. Die Teams sollen nicht nur kontrollieren, sondern auch ansprechbar sein und frühzeitig eingreifen, bevor Situationen eskalieren. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen laut Anbieter bereits positive Effekte – insbesondere beim Sicherheitsempfinden von Frauen.
Flexibler unterwegs: Halten auf Wunsch am Abend
Eine weitere Neuerung betrifft den Busverkehr nach 20 Uhr: Fahrgäste können künftig zwischen regulären Haltestellen aussteigen, sofern es die Verkehrslage zulässt. Dieser sogenannte Wunschhalt soll vor allem in den Abendstunden für ein besseres Sicherheitsgefühl sorgen. Die Entscheidung liegt im Einzelfall beim Fahrpersonal, das sowohl die Verkehrssituation als auch mögliche Risiken abwägen muss. Der Ausstieg erfolgt grundsätzlich vorne und ohne Garantie auf Barrierefreiheit. Parallel dazu wird der Einstieg in Busse erleichtert: Fahrgäste können künftig alle Türen nutzen. Das soll den Fahrgastfluss verbessern und Verspätungen reduzieren.




