Schwerin: Sonnenschutz für Berufliche Schule

Drei Jahre dauerte das Ringen mit dem Denkmalschutz um einen Sonnenschutz an einer Beruflichen Schule in Schwerin. Nun kommt er endlich.

Die Berufliche Schule in Schwerin bekommt einen Sonnenschutz. | Foto: Symbolbild (nicht realitätsgetreu)

Es mag manchem auf den ersten Blick wenig spektakulär vorkommen, wenn die Berufliche Schule für Wirtschaft und Verwaltung in Schwerin Sonnenschutz an die Fenster bekommt. Kennen viele das doch aus dem Garten oder vom heimischen Balkon. Man holt eine Firma, die Schraubt das Produkt an, und das war’s. Das allerdings war gerade im vorliegenden Fall eben nicht ganz so einfach. Um so zufriedener zeigt sich nun die Fraktion „Die Partei.Die Linke“.

 

Seit drei Jahren Tauziehen um Sonnenschutz an Schulgebäude

Denn bereits seit drei Jahren, so Fraktionsmitglied Henning Foerster, gab es ein zähes Ringen um entsprechende Schutzmaßnahmen an dem Gebäude am Obotritenring. Dort nämlich herrschten seit der denkmalgerechten Sanierung der Schule in einigen Räumen schier unerträgliche Temperaturen. Und da ist auch das „Problem“ schon benannt. Der Denkmalschutz erschwerte eine Lösung. Denn letztlich zeigt sich in Schwerin immer wieder, dass die hiesige Auslegung nicht das Leben in und mit dem Denkmal immer als Priorität sieht. Vielmehr soll das Leben gern auch mal zurückstehen. Hauptsache alles passt, was das bloße Gebäude angeht. Allerdings sind letztlich nur erlebte, erlebbare und lebendige Denkmäler in der Lage, auch die kommenden Jahrzehnte und vielleicht sogar darüber hinaus bestehen zu bleiben.

 

Denkmalschutz ist wichtig, aber der Kompromiss macht’s

Der Umstand also, dass das Gebäude ein Denkmal ist, verhinderte über mehrere Jahre das Anbringend es so wichtigen Sonnenschutzes. Noch im November 2019, als Henning Foerster und der Bundespolitiker Bernd Riexinger vor Ort waren, sprach der Direktor das „brennende“ Problem an. Foerster sagte zu, sich nochmals darum zu bemühen. „Ich habe zunächst eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Die Antwort zeigte, dass es zwar ein Jour Fix gegeben und das ZGM eine technische Lösung vorgeschlagen hat. Diese jedoch scheiterte am Veto der Denkmalschutzbehörden. Weder so genannte Raffstores dürfen angebracht, noch können andere Fenster eingebaut werden“, so Henning Foerster damals.

 

Stadtvertretung „erzwingt“ Lösung

Nun, beinahe ein Jahr später, ist also doch eine Lösung gefunden. Aber auch nur auf einem „Umweg“. „Nachdem alle Bemühungen von Direktor und Lehrerschaft zunächst an denkmalschutzrechtlichen Bedenken scheiterten, brauchte es am Ende eine politische Initiative und einen Beschluss der Stadtvertretung. Ich freue mich darüber, denn Denkmalschutzaspekte dürfen bei einem in Nutzung befindlichen Schulgebäude den Erfordernissen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schülerinnen und Schüler nicht entgegenstehen. Immer wieder hatten uns Klagen und die dringenden Bitte um Unterstützung erreicht, weil die Temperaturen in den Räumen des altehrwürdigen Gebäudes insbesondere in den Frühjahrs- und Sommermonaten teilweise unerträglich waren. Aktuell wird durch eine Metallbaufirma aus Brüsewitz eine seilgeführte Raffstoreanlage zwischen die Fensterleibungen unter den Fenstersturz montiert“, so Henning Foerster.

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