Schwerin: Staatskanzlei sendet keine Lockerungssignale

Das aktuelle Infektionsgeschehen scheint Ministerpräsidentin Schwesig und das Kabinett in Schwerin in den Lockerungsschritten zu bremsen. Sogar zu stoppen?!

Weiterhin stellt das Coronavirus auch in Schwerin eine Gefahr dar. | Foto: Symbolbild

Am 30. Juni hatte die Landesregierung in Schwerin wieder einige Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen beschlossen. Eine Woche später einigte man sich auf den Wortlaut der entsprechenden Verordnung und am 10. Juli trat diese in Kraft. Gleichzeitig konnte man deutliche Signale hinsichtlich weiterer Schritte in dieser Richtung für Anfang August vernehmen. Nun scheint die Realität die damalige Situation einzuholen.

Aktuelles Infektionsgeschehen ist nicht öffnungs-fördernd

Zwischenzeitlich war Wirtschaftsminister Harry Glawe sogar ganz forsch nach vorn geprescht. Wie man heute weiß ohne jede Absprache mit seinen Kabinettskollegen – und wohl auch kaum innerhalb er CDU – verkündete er bereits froh gestimmt das baldige Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel. Die Halbwertzeit dieser Aussage entsprach schon früheren Vorstößen des Ministers. Nach zwei Tagen war das gelegte Feuer gelöscht. Nach viel bundesweiter Kritik und einem Schritt zurück auch seitens der wenigen Kollegen in anderen Bundesländern, die für die Idee zumindest offen schienen, kassierte das Landeskabinett in Schwerin den Vorstoß Glawes. Wie voreilig und vielleicht auch wenig durchdacht dieser war, zeigte sich in den vergangenen Tagen. Die Infiziertenzahlen steigen auch in MV wieder. Nach Schwerin in der vergangenen Woche, ist nun Hagenow der Ort, auf den sich zahlreiche bange Blicke richten. Die Nähe des Ortes zur Landeshauptstadt lässt den Großraum Schwerin aktuell als zumindest wieder besonders zu betrachten dastehen.

Aus Umfeld der Staatskanzlei kommen negative Signale

Und nun kommen auch aus der Staatskanzlei zumindest sehr zurückhaltende Signale, wie verschiedene Medien am gestrigen Abend bereits berichteten. Die Ostsee-Zeitung titel dabei gar: „Schwesig lehnt alles ab“. Dort bezieht man sich offenbar auf Stimmen aus dem Umfeld Schwesigs und der Staatskanzlei, die wohl übereinstimmend berichten, dass es am Dienstag zu keinerlei weiteren Öffnungsschritten kommt. Regierungssprecher Andreas Timm bestätigte dies bislang nicht offiziell. Er erklärte für den Moment lediglich, die Sicherheit des Schulstarts und ein wieder vollständiges Kita-Angebot im Land stünden ganz oben auf der Prioritätenliste der Ministerpräsidentin. Und doch halten sich die Gerüchte offenbar hartnäckig. Sie sind dabei auch auf einer Linie mit Äußerungen der Ministerpräsidentin am Dienstag. Da konnte man eine durchaus skeptische Haltung ihrerseits in Bezug auf weitere Lockerungen spüren.

Auch Weihnachtsmärkte hoff(t)en eigentlich auf eine Entscheidung

Kommt dies nun so, dann muss man auch davon ausgehen, dass die Hängepartie um die Thematik der Weihnachtsmärkte ebenfalls in der kommenden Woche keine Klärung findet. Nun mag man angesichts über 30 Grad Außentemperatur da noch ausreichend Zeit vermuten. Dem ist aber nicht so. Denn die Veranstalter müssen spätestens jetzt mit den intensiven Vorbereitungen beginnen und die entscheidenden Weichen stellen. Vielleicht aber wäre ihnen angesichts der momentanen Situation aber fast zu wünschen, Das Kabinett würde diese Frage um eine, maximal zwei Wochen, vertagen. Sollte das Infektionsgeschehen dann wieder stagnieren oder gar rückläufig sein, stehen die Chancen für eine wie auch immer geartete Lösung zugunsten der Weihnachtsmärkte sicher besser als am Dienstag.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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