Schwerin: Stadt will Vergleich mit BUND schließen

Die Stadt und der BUND wollen zum Bau von Steganlagen im Schweriner See einen Vergleich schließen. Dabei muss die Stadt viele Zugeständnisse machen.

Zwei geplante Bootsstege in Schwerin-Mueß und auf Kaninchenwerder können nun realisiert werden

Schon seit mehreren Jahren streiten sich die Landeshauptstadt Schwerin und der BUND um Ideen und Planungen zur Errichtung von Bootsstegen am Schweriner See. Teilweise führten beide Seiten die Diskussion über die Medien. Wiederholt traf man sich auch vor Gericht. Nun wollen Stadt und BUND einen vergleich schließen. Die Stadt bekommt dabei zwei geplante Stege genehmigt.

Stege in Mueß und Kaninchenwerder kommen

Konkret bedeutet die angedachte Einigung grünes Licht für den vorgesehenen Ersatzneubau im Hafen von Kaninchenwerder. Zudem wird der geplante Steg-Neubau am Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß ebenfalls möglich. Vorgesehen ist dort ein Fahrgastschiffanlager mit zwei Anlegeplätzen für Naturerkundungstouren des Museums.

Damit aber enden auch die Zugeständnisse des BUND. Nicht entstehen dürfen in Mueß, scheinbar auch als Teil des Vergleichs, zusätzliche Dauer- und Kurzzeitliegeplätze für den Individualverkehr. Und die Stadt verzichtet, kommt es zum Vergleich, für mindestens zehn Jahre auf den lange umkämpften Schlossbuchtanleger, den die Verwaltung wiederholt mit an sich schlüssigen Argumenten begründet hatte.

Schilf am Schweriner See

Zahlreiche Zugeständnisse der Stadt

Dieser Verzicht ist aber nicht das einzige „Entgegenkommen“ der Stadt. Auch verpflichtet sich die Stadt Schwerin, in den kommenden fünf Jahren selbst sowie auch durch den Eigenbetrieb SDS keine weiteren Steganlagen auf dem Schweriner See zu planen. Frühestens in sieben Jahren – ab Unterzeichnung des Vergleichs – dürfte wieder gebaut werden.

Darüber hinaus sollen die Vereinbarungen zum Bauverzicht für Stege im mit dem BUND vereinbarten Bereich eben nicht nur für kommunale Grundstücke sondern auch für solche gelten, die die Stadt eventuell noch verkauft. In diesen Fällen würde potenziellen Käufern ein Bauverzicht auferlegt.

Auch verpflichtet sich die Stadt, den einstmals geschlossenen Röhrichtstreifen am Café Schlossbucht wiederherzustellen. Das Ufer soll wieder naturnah modelliert und mit Röhricht bepflanzt werden. Zum Schutz des Röhrichts wird eine dauerhafte Palisade entstehen, damit Boote nicht ins Schilf fahren können. An der „Liegezone Hasenbucht“ des Naturschutzgebietes Ziegelwerder sagt die Stadt zu guter Letzt eine Beschilderung zu. Diese fordert dann die Wassersportler auf, mit Rücksicht vor den Brutplätzen der Rohrdommel auf das Übernachten zu verzichten.

Ein Vergleich, der für zwei Projekte Sicherheit schafft

Schaut man es sich genau an, sind es durchaus etliche Zugeständnisse die die Stadt nun macht, um den maroden Steg in Kaninchenwerder in gleicher Größe wieder errichten und in Mueß einen abgespeckten Steg bauen zu können, der eben keine individuellen Liegeplätze zulässt.  Da darf man sich durchaus die Frage stellen, ob nicht vielleicht doch eine Seite mehr herausgeholt hat als die andere. Bereits am heutigen Dienstag soll der Hauptausschuss über den Entwurf des Vergleichs entscheiden. Und eventuell steht dann auch eben diese Frage im Raum. Aber zur ganzen Wahrheit gehört dann eben auch, dass mit dem Vergleich ein weiterhin Jahre dauernder Rechtsstreit endet. Ein Streit, den die Stadt ja vielleicht sogar gewinnt. Ein Streit aber, der Zeit kostet, während der alles blockiert ist und nichts möglich ist. Und auch ein Streit, der viel Geld kostet und vermutlich zusätzlich Fronten verhärtet und wichtige Kompromisse in dieser und auch anderen Fragen gefährden könnte.

Redaktion

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