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Schwerin: Steigende Wohnkosten für Geringverdiener

Schw­erin auf dem „Wohn-Prüf­s­tand“ für Haushalte mit niedri­gen Einkom­men: Die vom Job-Cen­ter über­nomme­nen Mieten für Sin­gle-Haushalte stiegen inner­halb von gut sechs Jahren (März 2014 bis August 2020) um 16,8 Prozent, während

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  • Veröffentlicht Februar 2, 2021
Ein inzwis­chen typ­is­ches Bild | Foto: „MEINFAIRMIETER“

Schw­erin auf dem „Wohn-Prüf­s­tand“ für Haushalte mit niedri­gen Einkom­men: Die vom Job-Cen­ter über­nomme­nen Mieten für Sin­gle-Haushalte stiegen inner­halb von gut sechs Jahren (März 2014 bis August 2020) um 16,8 Prozent, während die Ver­braucher­preise in diesem Zeitraum nur um 6,5 Prozent zulegten. Zu diesem Ergeb­nis kommt eine neue Studie des Pes­tel-Insti­tuts.

 

Neuvermietungen sind Einfallstor für Maximalmieten

„Bei den Mieten wird oft raus­ge­holt, was rauszu­holen ist. Dabei bauen Ver­mi­eter auf die Job-Cen­ter als zuver­läs­sige Zahlstelle.”, sagt der Leit­er des Pes­tel-Insti­tuts, Matthias Gün­ther. Diese übernäh­men die Kosten für Woh­nun­gen mit ein­fachen Stan­dards. Auf genau diese Woh­nun­gen seien aber nicht nur Hartz-IV-Empfänger angewiesen, son­dern eben auch die vie­len anderen Haushalte mit niedri­gen Einkom­men.

Das Ange­bot an gün­sti­gen Woh­nun­gen sei rar. Ger­ade Neu­ver­mi­etun­gen nutzten viele Ver­mi­eter, um Max­i­malmi­eten zu erzie­len. Um eine bessere Ori­en­tierung bei Woh­nungsange­boten zu bekom­men, gibt es jet­zt ein Mieter-Güte­siegel. „MEINFAIRMIETER“ prüft als Woh­nungs­markt-Label ins­beson­dere die soziale Ver­ant­wor­tung von Ver­mi­etern. Matthias Gün­ther hat die Grün­dung des Güte­siegels mit ini­ti­iert.

 

Neues Siegel ist ein Sozialkompass für Wohnungsmarkt

Das Siegel sei ein „Sozial-Kom­pass für den Woh­nungs­markt“ – und für weite Teile der Bevölkerung rel­e­vant: Fast ein Vier­tel der Beschäftigten arbeit­et nach Angaben des Pes­tel-Insti­tuts bun­desweit im Niedriglohnsek­tor: Vom Min­dest­lohn­bezieher über Allein­erziehende bis hin zu Rent­nern, die ihre kleine Rente mit einem Mini­job auf­besserten. „Der Staat agiert inzwis­chen man­gels eigen­er Woh­nun­gen als Mieten­treiber, weil er Mieten akzep­tieren muss, bei denen viele Ver­mi­eter offen­sichtlich die Schmerz­gren­ze aus­reizen“, so Matthias Gün­ther.

 

Wohnungsgesellschaften geraten schnell in die Schublade der „gierigen Vermieter”

Aber auch unter den Ver­mi­etern macht sich zunehmend Unmut bre­it. Vor allem die vie­len noch vorhan­de­nen Woh­nungs­ge­sellschaften in öffentlichem Eigen­tum und die Genossen­schaften fühlen sich zu Unrecht in der Schublade der „gieri­gen Ver­mi­eter“ wieder.

„Wie alle anderen Unternehmen müssen auch Woh­nung­sun­ternehmen Gewinne erzie­len, um langfristig beste­hen zu kön­nen. Die Umset­zung jedes Mieter­höhungsspiel­raums ist dabei aber nicht nötig. Ger­ade beim Grundbedürf­nis Wohnen kann der Grund­satz, dass der Gebrauch von Eigen­tum zugle­ich dem Wohle der All­ge­mein­heit dienen soll, nicht stark genug betont wer­den“, so Gün­ther.

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Faire Vermieter sollen erkennbar sein 

Auch hin­ter der Woh­nungs­markt-Analyse für Schw­erin ste­ht das Güte­siegel „MEINFAIRMIETER“, das vom Pes­tel-Insti­tut mit ini­ti­iert wurde. Faire Ver­mi­eter, ob öffentlich, genossen­schaftlich oder pri­vat, müssen für die Woh­nungssuchen­den erkennbar sein. In der Schaf­fung von Mark­t­trans­parenz wird ein Schw­er­punkt der Arbeit des Güte­siegels gese­hen. „Aber natür­lich wer­den wir auch woh­nungspoli­tis­che Forderun­gen wie etwa die drin­gend notwendi­ge Stärkung des Sozial­woh­nungs­be­standes und die Verbesserung der Rah­menbe­din­gun­gen für den Woh­nungs­bau ins­ge­samt im Fokus haben“, beto­nen die Grün­der des Güte­siegels.