Schwerin: Umgang mit Geflüchteten in der Krisenzeit

Schwerin: In den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes gelten in Corona-Zeiten besondere Abläufe. Infizierte Bewohner werden z.B. in Parchim isoliert.

Infizierte Bewohner der Aufnahmeeinrichtung in Stern-Buchholz bei Schwerin kommen nach Parchim.

Seit einigen Tagen ist bekannt, dass das Land mit dem Corona-Virus infizierte Personen aus der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Stern-Buchholz bei Schwerin nach Parchim verlegt. Zuletzt hatte der Schweriner Oberbürgermeister, Dr. Rico Badenschier, diese Praxis im Rahmen einer Information zum Stand der Infiziertenzahlen in der Landeshauptstadt bestätigt. Im Rahmen einer Kritik des Landesflüchtlingsrates M-V unterstreicht Innenminister Caffier dieses Verfahren nun nochmals.


Landesflüchtlingsrat kritisiert Massenunterbtingung

Der Vorwurf zielte darauf ab, dass das Land in der EAE die Gesundheit der Geflüchteten riskiere. Konkret ging es dabei um die Praxis der Massenunterbringung auch in Mehrbettzimmern. Dazu erklärte Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Landesflüchtlingsrats: „In einem Etagenbett kann man den geforderten Mindestabstand von 1,5 bis 2 Meter nicht einhalten. Das ist evident. Wer in dieser Situation Menschen leichtfertig in Massenunterbringung wohnen lässt, riskiert deren Gesundheit.“

 

Archivbild: Innenminister Lorenz Caffier |
Foto: Olaf Kosinsky

Innenministerium weist Vorwürfe zurück und erläutert aktuelle Praxis

Diesem Vorwurf trat Innenminister Lorenz Caffier nun in Schwerin entgegen. „In Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden werden alle Anstrengungen unternommen, um eine Ausbreitung von Infektionen innerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes und in den Gemeinschaftsunterkünften der Landkreise bzw. kreisfreien Städte zu verhindern“, so der Minister. Er verwies dabei darauf, dass man derzeit alle Neuzugänge und Bewohner in den Einrichtungen auf Symptome des Corona-Virus testet. Gleiches gilt für alle Kontaktpersonen bereits infizierter Einwohner. Dabei erfolgt die Unterbringung aller Neuzugänge zuerst in einer vorgelagerten Einrichtung. Nur negativ getestete Personen dürfen dann in die Einrichtung ziehen. 

Bei allen Bewohnern und Neuzugängen erfolgen Tests 

Ergeben die Tests eine Infektion mit dem Virus, kommen die betreffenden Personen aus den Außenstellen der EAE in Horst und Stern-Buchholz bei Schwerin umgehend in häusliche Isolation. Dies erfolgt allerdings nicht vor Ort, sondern inzwischen in einer Ausweichunterkunft in Parchim. Die Kontaktpersonen hingegen kommen in Stern-Buchholz in speziellen Gebäudeabschnitten mit gesonderten Zugängen in Quarantäne. Dabei stellen laut Innenministerium Polizei und Sicherheitsdienst stellen sin Parchim als auch in Stern Buchholz gemeinsam mit dem Betreiber die strikte Einhaltung von Isolation bzw. Quarantäne sicher. Eine Entlassung der Betroffenen geschieht nur nach Zustimmung durch die Gesundheitsbehörde.

 

Ein zweiter Speisesaal entstand in einem Zelt in Stern Buchholz bei Schwerin. | Foto: Symbolbild

Mit Corona-Virus Infizierte kommen nach Parchim

Gruppenräume gibt es hingegen in der EAE nicht mehr. Zudem erfolgte in Stern Buchholz die Einrichtung eines zusätzlichen zweiten Speisesaals. Eigens dafür mietete man ein Zelt an, in dem nun die Versorgung der Bewohner der großen Unterkunft direkt vor dem Gebäude organisiert ist. So ist es einerseits den Bewohnern möglich, den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten. Andererseits lassen sich Eingang und Ausgang durch die Betreuer kontrollieren und steuern. 

Sensibilisierung der Bewohner für aktuelle Situation erfolgt

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Erstaufnahmeeinrichtung und vor allem die Betreuerinnen und Betreuer machen die Geflüchteten mit der aktuellen Situation vertraut. Hierzu gibt es einschlägige Informationen über die Risiken der Corona-Pandemie und die Verhaltensregeln zur Vermeidung von Infektionen in den unterschiedlichen Sprachen. Von besonderer Bedeutung sind vertrauensvolle Gespräche“, heißt es zudem in der Erklärung des Ministeriums in Schwerin.

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