Schwerin untersagt Nutzung von Glyphosat

Gestern beschloss die Schweriner Stadtvertretung ein Verbot des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat auf kommunalen Flächen. Auch Pächter sind von dem Verbot betroffen.

Symbolbild: Abstimmung in der Stadtvertretung
Foto: Schwerin-Lokal.de | Dario Rochow

Im Januar dieses Jahres war Rostock die erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern, die die Nutzung des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat auf all ihren Flächen untersagt hat. Die Landeshauptstadt wird diesem Beispiel nun folgen: Gestern beschloss die große Mehrheit der Stadtvertreter ein Verbot von Glyphosat auf städtischen Grundstücken. 

Grund für die Maßnahme ist die in der breiten Öffentlichkeit diskutierte Unklarheit über die schädliche Wirkung des Totalherbizids. Es steht im Verdacht krebserregend zu sein.

Auch für die privaten Pächter könnte sich nach dem Beschluss nun etwas ändern. Das Verbot wird nun auch in den entsprechenden Verträgen mit der Stadt aufgeführt.  Auch schon bestehende Vereinbarungen sollen überprüft werden. 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

Ein Kommentar "Schwerin untersagt Nutzung von Glyphosat"

  1. Roberta   14. März 2018 at 18:14

    Eine sehr gute Entscheidung der Schweriner Stadtvertretung: Denn ich verstehe immer noch nicht, wieso immer noch davon gesprochen wird, dass die schädliche Wirkung von Glyphosat für Mensch und Tier unklar sei, oder nur im Verdacht stehen würde Krebs zu erregen.

    Das ist so, als ob man schreiben würde, dass der menschengemachte Klimawandel noch untersucht werden müsste, oder der Einfluss der Diesealabgase auf die menschliche Gesundheit.

    Zur Erinnerung: Die 17 Krebsexperten der WHO haben ein Jahr lang 200 veröffentlichte wissenschaftliche Studien ausgewertet, und haben mindestens 5 Studien gefunden, die belegen, dass Glyphosat bei Tieren Krebs hervorruft, wie man hier nachlesen kann.

    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170529_OTS0116/glyphosat-eu-behoerden-uebersahen-8-krebsbefunde-in-industrie-studien

    Und Pestizide müssen laut EU Pflanzenschutzmittelverordnung vom Markt genommen werden, wenn mindestens 2 Tierstudien belegen, dass der Wirkstoff krebserregend ist.

    Auch die 250 ertreter und Mediziner des 119. Deutschen Ärztetages 2016 verlangen in ihrem Appel an Frau Merkel, dass Glyphosat verboten werden muss, da es für die zell- und DNA-schädigende Wirkung von Glyphosat keine harmlosen Rückstandsmengen gibt, wie die Bundesärztekammer vermeldet..

    
http://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/landesaerztekammern/aktuelle-pressemitteilungen/news-detail/aerzte-fordern-widerruf-der-glyphosat-zulassung/

    Das ist erschreckend, denn eine Studie des Böll Instituts hatte im Jahr 2015 ergeben, dass bereits 75% der über 2000 untersuchten Deutschen mindestens 0,5ng/ml Glyphosat im Körper haben.

    Und noch alarmierender: Kinder unter 9 Jahren hatten mit bis zu 4,2ng/ml das meiste Glyphosat im Körper. Das ist fatal, denn eine Laborstudie von Dr. Antoniou (2015) des Royal College in London hat gezeigt, dass Ratten, die über ein Jahr lang 0,004ng/ml Glyphosat im Trinkwasser erhalten hatten, Leber- und Nierenschäden bekommen haben.

    Die Verharmlosung von Glyphosat durch das BfR könnte daher daran liegen, dass in der BfR Pestizidkommission 3 Mitarbeiter von BAYER und BASF sitzen, um die geheimen Studien von Monsanto als harmlos zu bewerten.

    Für mich als Mutter ist das schon bewusste und vorsätzliche Körperverletzung durch Chemiekonzerne, Wissenschaftler, Behörden und Politiker. Denn wir fragen doch auch nicht die Zuckerindustrie, wenn wir wissen wollen, wie gefährlich Zucker ist, sondern Mediziner und unabhängige Wissenschaftler.

    Daher ist das Glyphosatverbot in Schwerin ein sehr gutes und starkes Vorbild für weitere Städte, denen die Gesundheit ihrer Bürger und Natur wichtiger sind, als die Profite der Chemiekonzerne.

    Antworten

Diskutieren Sie gerne mit