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Schwerin: Veranstaltung zu 30 Jahren Stasi-Auflösung

30 Jahre liegt die Friedliche Rev­o­lu­tion in der ehe­ma­li­gen DDR nun zurück. Mutige Bürg­erin­nen und Bürg­er der SED-Dik­tatur gin­gen für Frei­heit und gegen Bespitzelung und Partei­ide­olo­gie auf die Straße. Dabei

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  • Veröffentlicht November 26, 2019
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Unzäh­lige Kilo­me­ter an Akten befan­den sich in den Archiv­en des MfS – auch in Schw­erin | Foto: Sym­bol­bild

30 Jahre liegt die Friedliche Rev­o­lu­tion in der ehe­ma­li­gen DDR nun zurück. Mutige Bürg­erin­nen und Bürg­er der SED-Dik­tatur gin­gen für Frei­heit und gegen Bespitzelung und Partei­ide­olo­gie auf die Straße. Dabei blieb es von Seit­en der Demon­stran­ten friedlich – und der Staat begriff zum Glück nach ersten Gewal­tein­sätzen, dass er gegen Kerzen und Trans­par­ente nicht ange­hen kann.

Menschen wollten Ende von Bespitzelung und Denunziation

Dabei war eine der Haupt­forderung der Demon­stran­ten das Ende des alltäglichen Bespitzelns der Men­schen durch den Staat. Mit offiziellen und inof­fiziellen Mitar­beit­ern durch­drang das Min­is­teri­um für Staatssicher­heit (MfS) jahrzehn­te­lang das Leben. Bis in das pri­vat­esten Fam­i­lien­leben hinein agierten die Spitzel dabei. Nahezu alles, was sie dabei „in Erfahrung” bracht­en, doku­men­tierten sie. Das Min­is­teri­um archivierte die entsprechende Daten­flut in per­so­n­en­be­zo­ge­nen Akten. Nicht zulet­zt auch gegen Orte, die die Men­schen mit dieser Bespitzelung und mit Denun­zi­a­tion ver­ban­den, richtete sich 1989 viel Zorn. Dies war dem MfS bewusst, und so begann eine Akten­ver­nich­tung in sel­ten dagewe­sen­em Aus­maß.

„Ende der Aktenvernichtung und Auflösung der Stasi”

Dies blieb nicht unbe­merkt – und die Demon­stran­ten reagierten. Am Mor­gen des 4. Dezem­bers 1989 beset­zten Bürg­er zum Beispiel die Stasi-Bezirksver­wal­tung in Erfurt. Am Abend fol­gten Beset­zun­gen unter anderem in Leipzig, Suhl und Ros­tock. Weit­ere Kreis­di­en­st­stellen des MfS fol­gten. Am 5. und 6. Dezem­ber 1989 wur­den auch alle anderen Bezirksver­wal­tun­gen durch Bürg­erkomi­tees beset­zt. Gefordert wurde, die Ver­nich­tung der Akten zu stop­pen, deren Sicherung zu kon­trol­lieren und die Stasi aufzulösen.

Das Schw­er­iner Bürg­erkomi­tee betrat am 5. Dezem­ber 1989 für einen Rundgang das Gebäude am Demm­ler­platz betreten. Am 6. Dezem­ber drängte dann der Unter­suchungsauss­chuss den Bezirksstaat­san­walt, im Dien­sto­b­jekt der Bezirksver­wal­tung in Rampe die zu diesem Zeit­punkt noch vorhan­de­nen Akten zu sich­ern. Kirchen­jurist Wolf­gang Loukidis hat dieses Gespräch, das Wolf mit den Worten eröffnete: „Es wurde der Wun­sch an mich herange­tra­gen…“, mit seinem Dik­tierg­erät fest­ge­hal­ten.

Spannende Veranstaltung zum Thema am 6. Dezember

Nun, 30 Jahre später, wid­met sich eine Ver­anstal­tung der Lan­des­beauf­tragten für M‑V für die Aufar­beitung der SED-Dik­tatur, Anne Dresch­er, der Auflö­sung der Staatssicher­heit und der Zukun­ft der Akten. Am 6. Dezem­ber 2019 – also exakt 30 Jahre später – lädt Dresch­er um 17 Uhr in das Doku­men­ta­tion­szen­trum am Schw­er­iner Obotriten­ring ein.

Ein­er­seits soll aus Sicht einzel­ner Beteiligter eine Rückschau auf 1989 erfol­gen. Darüber hin­aus aber soll es auch um die Zukun­ft der Stasi-Akten gehen. So ist geplant, dass der His­torik­er Christoph Wunicke, nach einem Gruß­wort von Jus­tizmin­is­terin Kay Hoffmeis­ter, die Schw­er­iner Ereignisse von damals im his­torischen Gesamtkon­text verortet. Anhand von Bild- und Ton­doku­menten erin­nern sich zudem im Anschluss Dr. Peter Kruse und Wolf­gang Loukidis an die dama­lige Zeit. Mit Volk­bert Keßler erin­nert sich zudem ein Zeitzeuge der dama­li­gen Jus­tiz. Er kooperierte während dieser Zeit als Staat­san­walt mit dem Bürg­erkomi­tee. Zum The­ma „Zukun­ft der Stasi-Akten” informiert fern­er im Anschluss Jörn Moth­es, ehe­ma­liger Lan­des­beauf­tragter für die Stasi-Unter­la­gen als Auf­takt zu ein­er Diskus­sion.


– Vor­trag und Gespräch -
„Es wurde der Wun­sch an mich herange­tra­gen”
Ver­anstal­tung zu 30 Jahren Stasi-Auflö­sung und zur Zukun­ft der Akten
Fre­itag, 6. Dezem­ber 2019 | 17:00 Uhr
Doku­men­ta­tion­szen­trum
| Obotriten­ring 106 | Schw­erin