Schwerin: Versammlung musste beendet werden

Deutlich mehr Teilnehmer als zugelassen kamen am 1. Mai zu einer Veranstaltung am Pfaffenteich in Schwerin. Die Veranstaltung wurde abgebrochen.

Polizei-Verstärkung war am 1. Mai bei einer Veranstaltung am Pfaffenteich in Schwerin erforderlich. | Foto: Symbolbild

Am 1. Mai fand am Südufer des Pfaffenteichs in der Zeit von 14 – bis 16 Uhr eine angemeldete Mahnwache mit dem Thema „Grundgesetz wiederherstellen – Corona-Kontaktsperre sofort beenden“ statt. Mit Thesen und Forderungen, über die sich letztlich jeder seine eigene Meinung muss, wollte man gegen die geltenden Einschränkungen zum Schutz der Gesundheit der Menschen protestierten.

Für die Veranstaltung galten klare Regeln, die dem Veranstalter bewusst waren

Um dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aber auch der geltenden Corona-Schutzverordnung MV zu entsprechen, hatte die zuständige Behörde in Schwerin einige Auflagen erlassen. So galt eine maximale Teilnehmerzahl von 50 Personen und ein Abstandsgebot. Zwei für die Genehmigung zwingend erforderliche Voraussetzungen, die letztlich durch die Veranstalter nicht eingehalten bzw. durchgesetzt wurden. Zu Beginn der Veranstaltung um 14 Uhr aber bestand noch kein Grund zur Beanstandung. Auch war das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen dringend empfohlen. Bei der Empfehlung aber blieb es für die meisten der Teilnehmer auch.

Maximale Teilnehmerzahl schnell überschritten, von Abstandsgebot wenig zu sehen

„Im weiteren Verlauf versammelten sich dann immer mehr interessierte Schweriner und Schwerinerinnen in unmittelbarer Nähe zur Versammlung, so dass die Einhaltung des Kontaktverbots und des Abstandsgebots nicht mehr gewährleistet waren“, so die Polizei Schwerin. Hinzu kam, das sollte nicht unerwähnt bleiben, dass zahlreiche der Teilnehmer auch wenig Interesse daran zeigten, diese Regeln einzuhalten. Schließlich war man gekommen, um dagegen zu protestieren. Warum, so dachten offenbar einige, muss man sich dann daran halten…

Provozierende Schaulustige und überraschte Polizei

Wie ein Polizeisprecher gegenüber dem NDR aber dann nicht mehr in einer für alle Medien bereitgestellten Information erklärte, sei man dann doch von der anwachsenden Teilnehmerzahl überrascht worden. Dem angemeldeten Umfang entsprechend, waren zu Beginn vier Beamte vor Ort. Mit zunehmender Teilnehmerzahl forderte man noch 20 zusätzliche Kollegen als Verstärkung an. Ebenso erklärte die Polizei noch nach der Veranstaltung, dass einige alkoholisierte Personen vor Ort die Situation für ihre Zwecke nutzten und provozierten. Auch davon ist in der offiziellen Erklärung der Polizei Schwerin nichts mehr zu lesen.

Auch Polizei nicht durchgängig mit Maske am richtigen Fleck

Dafür aber lobt man dann offiziell eine „jederzeit gute Kooperation zwischen dem Versammlungsleiter, den durch ihn eingesetzten Ordnern und der Polizei vor Ort.“ Um die Gesundheit der Passanten zu schützen, trugen die Polizisten sowie die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu jederzeit einen Mund-Nase-Schutz. Wie unserer Redaktion vorliegende Informationen besagen, ist dies korrekt. Aber die Masken der Beamten befanden sich wiederholt auf deren Kinn und nicht am eigentlich dafür vorgesehenen Platz.

Veranstaltung wurde abgebrochen

Schlussendlich blieb dem Versammlungsleiter nichts anderes übrig, als die Veranstaltung um 15:15 Uhr aufzulösen. Auch wiederholte Lautsprecherdurchsagen und „geduldiges Appellieren“ der Polizei Schwerin brachten keine Entspannung der Situation am Pfaffenteich. Letzter Satz aus der Erklärung der Polizei: „Gegen 16 Uhr war das normale Stadtbild wieder hergestellt.“

 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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