Schwerin: Volleyballfans schauen langsam nach vorn

Fans, Team und Verantwortliche des SSC PALMBERG Schwerin schauen langsam wieder nach vorn, nachdem das Corona-Virus die erfolgreiche Saison abrupt beendete.

Auch in schweren Zeiten steht der Fanclub GELBE WAND hinter dem Team des SSC Palmberg Schwerin. | Foto: Eckhard Mai

Während beispielsweise die Fußballfans in Deutschland noch auf einen Abschluss der diesjährigen Saison hoffen können, sind diese Träume im Volleyball längst ausgeträumt. Denn der Verband hatte sehr schnell entschieden, die Saison abzubrechen und wie nicht gespielt anzusehen. Kurz: Alle Leistungen haben faktisch nicht stattgefunden. Gerade unser Bundesland traf diese Entscheidung hart. Denn sowohl in der 1. als auch der 2. Liga Nord standen die Frauenteams aus MV an der Tabellenspitze. Die Stralsunder Wildcats (2. Liga Nord) und der SSC Palmberg Schwerin (1. Liga) standen nach einer Saison mit Top-Leistungen ohne alles da. 

MV hat zwei Meister der Herzen im Volleyball!

Zumindest fühlte es sich für die beiden Nordteams verständlicherweise so an. Denn niemand kämpft über Monate hinweg so hart, um am Ende auf Titelfeier und Siegerpokal zu verzichten. Aber das gefährliche Voranschreiten des Corona-Virus machte ein Weiter-So auch in den beiden Ligen unmöglich. Geisterspiele lehnte der Verband ab. Und dennoch bleibt den Teams wie auch den Fans aus Stralsund und Schwerin natürlich das Gefühl und die Gewissheit, dass beide Teams bemerkenswerte Leistungen brachten. Die Wildcats wie auch der SCC sind für die meisten zu recht Meister der Herzen. 

 

Bodo Westendorf ist Chef der GELBEN WAND aus Schwerin. | Foto: eckhard Mai

Fans noch in Schockstarre – Glaube an tolles neues Team ist unerschüttert

Trotz dieser Gewissheit sind die Fans in der Landeshauptstadt natürlich auch heute noch in einer Art Schockstarre, die sich nur langsam löst. Dies bestätigt auch Bodo Westendorf, Chef des Fanclubs „Gelbe Wand“ des SSC Palmberg Schwerin. „Alle Aktivitäten gingen von jetzt auf gleich von 100 auf 0. Seitdem sind wir in der Phase wie sonst nach dem Saisonende im Mai. Da gibt es immer einen Monat, in dem alles ruht und jeder seinen Dingen nachgeht. Wir haben aber auch bewusst entschieden, die Kommunikation erst einmal runterzufahren.“

Einerseits ging es daher nun um etwas Privatleben für alle, um ein ganz individuelles Verarbeiten der Geschehnisse. Zum anderen standen und stehen auch verschiedene Fragezeichen im Raum. Wie geht es mit dem Volleyballsport weiter? Wann ist was wieder erlaubt? Und was wird mit unserem Team, das nun auseinander gegangen ist. Ich habe aber hundertprozentig Vertrauen, dass der SSC wie jedes Jahr eine tolle Mannschaft aufstellen kann und dass wir in der nächsten Saison wieder eine gute Ligasaison erleben. Sobald wir wieder dürfen, werden wir sofort wieder einsatzbereit sein und uns in die Vorbereitung stürzen.“ so Westendorf.

Team-Geschäftsführer sieht ebenfalls Chance auf großartiges neues Team

Als wolle man diese positiven Aussichten unterstreichen, meldete sich der SSC Palmberg Schwerin ebenfalls auch selbst zu Wort. Auch dort läuft der Betrieb derzeit überwiegend auf Sparflamme. Auch dort heißt es abwarten. Allerdings laufen die Vertragsverhandlungen für den neuen Kader bereits auf Hochtouren. Allerdings nicht ganz so locker wie sonst. „Es ist verständlich, dass derzeit alle unsicher sind und Entscheidungen länger dauern als gewöhnlich.“, so Michael Evers, Team-Geschäftsführer . „Ich bin sicher, dass wir auch für 2020/21 wieder ein schlagkräftiges, konkurrenzfähiges Team zusammenstellen werden, aber wir müssen uns alle den gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen.“

 

Romy Jatzko bleibt dem SSC Palmberg Schwerin auf jeden Fall noch erhalten. | Foto: Eckhard Mai

Verhandlungen verlaufen aber deutlich schwieriger

Aktuell stehen für den zukünftigen Kader nur drei Personalien sicher fest: Lea Ambrosius (MB), Romy Jatzko (AA) und Nicole Oude Luttikhuis (AA) haben noch laufende Verträge für die kommende Saison. Klar ist auch, dass McKenzie Adams (AA) nicht nach Schwerin zurückkommen wird. „Ansonsten haben wir noch sehr viele Fragezeichen. Es gibt aber mittlerweile auch einige Fortschritte, so dass wir hoffen, nächste Woche die ersten wichtigen Vertragsabschlüsse verkünden zu können“, ist Michael Evers optimistisch. Dabei ist für ihn  natürlich sehr hilfreich, dass scheinbar die meisten Sponsoren auch weiterhin an der Seite des erfolgreichen Teams stehen wollen. Und auch hofft er natürlich auf wieder viele Zuschauer in der neuen Saison. Auf seinen Fanclub kann er sich dabei, das zeigte sich ja deutlich, auf jeden Fall verlassen.

 

 

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