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Schwerin: „Wie das Stalintrauma die DDR prägte”

Dreißig Jahre ist Deutsch­land im Okto­ber dieses Jahres wiedervere­inigt. Viele Ver­anstal­tun­gen zur deutschen Geschichte bis in die Neuzeit ste­hen daher schon heute in den Kalen­dern des noch jun­gen Jahres. Eine

  • Veröffentlicht Januar 8, 2020
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Das Gefan­genen­haus am Demm­ler­platz in Schw­erin ist Zeug­nis der wech­sel­haften deutschen Geschichte. | Foto: Stein­er

Dreißig Jahre ist Deutsch­land im Okto­ber dieses Jahres wiedervere­inigt. Viele Ver­anstal­tun­gen zur deutschen Geschichte bis in die Neuzeit ste­hen daher schon heute in den Kalen­dern des noch jun­gen Jahres. Eine davon find­et bere­its am Mittwoch der kom­menden Woche in Schw­erin statt.

Buchvorstellung und Autorengespräch am 15. Januar

Vorgestellt wird dann, am 15. Jan­u­ar 2020, ab 18 Uhr in den Räu­men des Doku­men­ta­tion­szen­trums Schw­erin das Buch „Die Moskauer. Wie das Stal­in­trau­ma die DDR prägte”. Im Anschluss ist ein Gespräch mit dem Autor Dr. Andreas Petersen geplant. Ein­ladende ist die Lan­des­beauf­tragte für MV für die Aufar­beitung der SED-Dik­tatur, Anne Dresch­er.

Andreas Petersen: Die Moskauer. Wie das Stal­in­trau­ma die DDR prägte. | Buchti­tel

„Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte”

Woran die DDR gescheit­ert ist – das stal­in­is­tis­che Trau­ma der Grün­der­gen­er­a­tion: Die DDR war geprägt von Para­noia und Denun­zi­a­tion. Der His­torik­er und Pub­lizist Andreas Petersen erzählt in seinem Buch, wie es dazu kam. Zudem erkun­det er das Trau­ma der Grün­der­gen­er­a­tion um Wil­helm Pieck und Wal­ter Ulbricht. Sie hat­ten in Moskau die Jahre des Ter­rors erlebt, in denen Stal­in mehr Spitzenkad­er der KPD ermor­den ließ als Hitler. Angst und Ver­rat wur­den für die Exi­lanten aus Deutsch­land zur schreck­lichen Nor­mal­ität.

Ab 1945 über­nah­men die zurück­gekehrten „Moskauer“ die Führung in der sow­jetisch beset­zten Zone. Die ersten Jahre waren Stal­in-Jahre. Zweifel und Fra­gen waren in der neu gegrün­de­ten SED nicht erwün­scht. Die „Moskauer“ hät­ten sich son­st der eige­nen Ver­strick­ung stellen müssen. Denn jed­er von ihnen hat­te jeman­den denun­ziert, um sich selb­st zu ret­ten, und jed­er wusste es vom Anderen. Ein Man­tel des Schweigens legte sich über den neuen Staat.

Fes­sel­nd schildert Andreas Petersen dieses Grün­dungstrau­ma und seine Fol­gen – ein lebendi­ges Psy­chogramm der führen­den SED-Funk­tionäre, aber auch der Gesellschaft der DDR.

BUCHVORLESUNG und AUTORENGESPRÄCH
„Die Moskauer. Wie das Stal­in­trau­ma die DDR prägte“
Mittwoch 15. Jan­u­ar 2020 | 18:00 Uhr
Doku­men­ta­tion­szen­trum
| Obotriten­ring 106 | Schw­erin
Ein­tritt: frei

  • Stephan Haring

    Stephan Har­ing ist freier Mitar­beit­er unser­er dig­i­tal­en Tageszeitung. Er hat ein Bach­e­lor-Studi­um der Kom­mu­nika­tion­swis­senschaften an der Uni­ver­sität Erfurt mit den Neben­fäch­ern Sozial­wis­senschaften & Poli­tik absolviert. Im Nach­hinein arbeit­ete er in lei­t­en­den Funk­tio­nen der Presse- & Öffentlichkeit­sar­beit, im Leitungs­bere­ich eines Unternehmens sowie als Rek­tor ein­er pri­vat geführten Hochschule. Zudem entwick­elte, organ­isierte und real­isierte er mit der durch ihn entwick­el­ten LOOK ein Fash­ion­event in Schw­erin. Heute arbeit­et er freiberu­flich als Tex­ter, Press­esprech­er und Tex­tko­r­rek­tor sowie als Berater in ver­schiede­nen Pro­jek­ten. In einem Schw­er­iner Orts­beirat ist er zudem ehre­namtlich als Vor­sitzen­der kom­mu­nalpoli­tisch aktiv.

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