Schwerin: „Wie das Stalintrauma die DDR prägte“

Eine Buchvorstellung mit Autorengespräch betrachtet am 15. Januar im Dokumentationszentrum Schwerin die Frage, "wie das Stalintrauma die DDR prägte".

Das Gefangenenhaus am Demmlerplatz in Schwerin ist Zeugnis der wechselhaften deutschen Geschichte. | Foto: Steiner

Dreißig Jahre ist Deutschland im Oktober dieses Jahres wiedervereinigt. Viele Veranstaltungen zur deutschen Geschichte bis in die Neuzeit stehen daher schon heute in den Kalendern des noch jungen Jahres. Eine davon findet bereits am Mittwoch der kommenden Woche in Schwerin statt.

Buchvorstellung und Autorengespräch am 15. Januar

Vorgestellt wird dann, am 15. Januar 2020, ab 18 Uhr in den Räumen des Dokumentationszentrums Schwerin das Buch „Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte“. Im Anschluss ist ein Gespräch mit dem Autor Dr. Andreas Petersen geplant. Einladende ist die Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anne Drescher.

Andreas Petersen: Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte. | Buchtitel

„Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte“

Woran die DDR gescheitert ist – das stalinistische Trauma der Gründergeneration: Die DDR war geprägt von Paranoia und Denunziation. Der Historiker und Publizist Andreas Petersen erzählt in seinem Buch, wie es dazu kam. Zudem erkundet er das Trauma der Gründergeneration um Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht. Sie hatten in Moskau die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zur schrecklichen Normalität.

Ab 1945 übernahmen die zurückgekehrten „Moskauer“ die Führung in der sowjetisch besetzten Zone. Die ersten Jahre waren Stalin-Jahre. Zweifel und Fragen waren in der neu gegründeten SED nicht erwünscht. Die „Moskauer“ hätten sich sonst der eigenen Verstrickung stellen müssen. Denn jeder von ihnen hatte jemanden denunziert, um sich selbst zu retten, und jeder wusste es vom Anderen. Ein Mantel des Schweigens legte sich über den neuen Staat.

Fesselnd schildert Andreas Petersen dieses Gründungstrauma und seine Folgen – ein lebendiges Psychogramm der führenden SED-Funktionäre, aber auch der Gesellschaft der DDR.

BUCHVORLESUNG und AUTORENGESPRÄCH
„Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte“
Mittwoch 15. Januar 2020 18:00 Uhr
Dokumentationszentrum
| Obotritenring 106 | Schwerin
Eintritt: frei

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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