Schwerin: Zahlreiche Veranstaltungen entfallen

Der gestrige Tag bringt die Folgen des Corona-Virus spürbar nach Schwerin. Veranstaltungen werden untersagt, der Krisenstab wägt genau ab.

Nun auch spürbare Einschränkungen in Schwerin durch das Coronavirus. | Symbolbild

Noch am Mittwoch hatte der Gesundheitsminister des Landes, Harry Glawe, eine generelle Absage von größeren und Großveranstaltungen aufgrund des Corona-Virus abgelehnt. Damit setzte er sich ziemlich deutlich von einer stetig wachsenden Zahl an Bundesländern ab. Diese hatten, in Anlehnung an eine sehr klare Empfehlung des Bundesgesundheitsministers entsprechende Verbote inzwischen erlassen. Wer allerdings etwas realistisch war konnte vorhersehen, dass es nur eine Frage der Zeit sein konnte, bis auch Glawe diesen Schritt gehen muss. Und schon gestern war es dann soweit. Nur einen Tag nach der strikten Ablehnung eines Verbots kam das Verbot. 


Minister Glawe untersagt Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmer für ganz MV

Damit sind nun auch in Mecklenburg-Vorpommern von nun an Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern bis vorerst 19. April 2020, also bis nach Ostern, verboten. Die Hansestadt Rostock war diesen Schritt bereits gestern gegangen. Nun gilt er also für das gesamte Land – und damit auch für die Landeshauptstadt Schwerin. Dort traf sich gestern der Krisenstab, um in 1,5-stündiger Sitzung die sich stetig verändernde Lage zu bewerten. Eine der ganz wichtigen Aufgaben dabei war, wie Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier bestätigte, den Erlass des Landesministeriums auf die Schweriner Situation zu übertragen. Welche Veranstaltungen sind zwangsweise zu untersagen?


Top-Spiel im Damenvolleyball findet nicht mehr statt – Liga beendet die Saison vorzeitig

Hier war schnell klar, dass unter anderem auch das Spitzenspiel in der Damen-Volleyball-Bundesliga am Samstag zwischen Schwerin und Stuttgart betroffen sein wird. Hier teilte der Verein noch am Nachmittag mit, dass das Spiel als Geisterspiel ohne Zuschauer und Presse ausgetragen aber auf SPORT1 live im Free-TV ab 18:25 Uhr übertragen wird. Am späten Abend dann aber kam es doch anders. Die Deutsche Volleyball-Liga beendete die Saison. Damit ist Schwerin zwar Tabellenerster – eine Meistermannschaft aber gibt es in diesem Jahr nicht. Ebenfalls betroffen von den Absagen in Schwerin ist eine Boxveranstaltung. Auch die Heimspiele der Mecklenburger Stiere am 22. März und 18. April dürften wohl unter  diese Regelung fallen. Großkonzerte und ähnliches sowieso. 

 

Dr. Rico Badenschier | Foto: SIS/Christoph Müller

Veranstaltungen ab 200 Teilnehmer müssen individuell beantragt und genehmigt werden

Aber der Krisenstab beriet vor allem auch die Frage, wie man mit kleineren weiteren Veranstaltungen umgehen kann und soll. Erkennbar wurde, dass die Stadtspitze, vertreten durch Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier und die beiden Dezernenten Bernd Nottebaum und Andreas Ruhl, es sich in dieser Frage alles andere als leicht macht. Nicht zuletzt gilt es einen Spagat zwischen dem Schutz der Gesundheit und einer bestmöglichen Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens zu finden. Dabei, auch dies machte Dr. Badenschier deutlich, steht grundsätzlich natürlich der Schutz der Gesundheit im Vordergrund. Mit Blick auf eben diesen Grundsatz müssen daher von nun an alle Veranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmern einer Einzelfall-Prüfung unterzogen werden. 

Sie sind vom Veranstalter der Stadt zu melden, und diese entscheidet anhand einer Risikoabwägung. Konkret hat das Gesundheitsamt Schwerin hier die fachliche Federführung. Im Zweifel trifft die letzte Entscheidung der Krisenstab. Diese Regelung gilt damit, und auch das unterstrich die Stadtspitze, für Kino und Theater. 

 

Gerade größere Clubs werden nur wenige Besucher empfangen können. | Foto: Symbolbild

Clubs dürfen nicht mehr als 200 Besucher empfangen – Konzerte im SPEICHER abgesagt

„Wir haben in Schwerin festgelegt, dass aufgrund des hohen Übertragungsrisikos bei bestimmten Veranstaltungsformaten auch Tanzveranstaltungen, Sportveranstaltungen, Konferenzen und Messen ab 200 Besuchern bis 19. April 2020 untersagt werden“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier. Die Freunde von Musik und Tanz müssen daher aktuell besonders tapfer sein. Denn, und hier bestand erkennbar klare Einigkeit bei der Stadtspitze, gerade auch Tanzveranstaltungen und Konzerte stellen ein besonderes Risiko dar. Dies trifft damit auch die Clubs der Landeshauptstadt, die schon am kommenden Wochenende nicht mehr als 200 Besucher empfangen dürfen. Ob sie vor diesem Hintergrund überhaupt öffnen, wird sich zeigen. Zudem hat die Stadt die beiden für heute und morgen im städtischen SPEICHER geplanten Konzerte abgesagt. 


Arbeit des Abstrichzentrums Schwerin ist professionell gestartet

In Bezug auf den gestrigen Start des Abstrichzentrums konnte der Oberbürgermeister von Schwerin über einen komplikationsfreien Anlauf der Arbeit berichten. Hier hatte die Stadt sehr schnell und konsequent die Einrichtung einer solchen zentralen Teststelle am nördlichen Ende des Werderparks (ehem. DRK-Kita) beschlossen und realisiert. In den ersten vier Stunden nach Öffnung zählte die frische Einrichtung 40 Personen, die mit Überweisungen ihrer Hausärzte zum Test kamen. Die Ergebnisse sollen binnen eines Werktages vorliegen. Geöffnet ist die zentrale Stelle der Stadt Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr. Wer am Wochenende meint entsprechende Symptome bei sich zu bemerken, sollte sich in eine selbst verordnete Quarantäne in der heimischen Wohnung begeben und dann Montag den Hausarzt zwecks Überweisung in das Testzentrum anrufen.


Schulen und Kitas bleiben geöffnet – Krisenstab behält aktuelle Lage immer im Blick

Grundsätzlich, das zeigte sich gestern, scheint die Stadtspitze von Schwerin mit viel Fingerspitzengefühl die derzeitige Situation anzugehen. Der Schutz der Gesundheit steht dabei im Vordergrund. Aber man versucht bislang das öffentliche Leben weitestgehend aufrecht erhalten zu können. Vor diesem Hintergrund, so erfuhren wir noch auf Nachfrage, bleibt man auch bei dem Entschluss, Schulen und Kitas vorerst weiter geöffnet zu halten. Aber auch hier gilt, dass der Krisenstab im Falle einer Erfordernis aufgrund einer sich anders als erhofft entwickelnden Situation, natürlich jederzeit auch kurzfristig zusammenkommen und neu entscheiden kann. 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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