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Schweriner gedenken dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht

  Der 9. Novem­ber ist in der deutschen Geschichte ein Datum, das fast sym­bol­isch für unser Land ste­ht. Freude und gle­ichzeit­ig auch Leid – am 9. Novem­ber durch­lebte unser Land

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  • Veröffentlicht November 9, 2018
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Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner gedenken an das lei­d­volle Ereig­nis der Pogrom­nacht Foto: Stephan Har­ing

 

Der 9. Novem­ber ist in der deutschen Geschichte ein Datum, das fast sym­bol­isch für unser Land ste­ht. Freude und gle­ichzeit­ig auch Leid – am 9. Novem­ber durch­lebte unser Land alles.

Gestern Abend gedacht­en Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner einem lei­d­vollen Ereig­nis. Es ist genau 80 Jahre her: Am 9. Novem­ber 1938 schlug die sys­tem­a­tis­che Diskri­m­inierung und Ver­fol­gung der der jüdis­chen Bevölkerung in blanken Ter­ror um. In der Pogrom­nacht bran­nten über­all in Deutsch­land und Öster­re­ich die Syn­a­gogen. Jüdis­che Geschäfte und Woh­nun­gen wur­den ver­wüstet und geplün­dert – auch in Schw­erin. Da wo heute die Syn­a­goge ste­ht, stand sie auch vor der soge­nan­nten Reich­s­pogrom­nacht. Seit der Ein­wei­hung 1819 feierten die Schw­er­iner Juden in dem Fach­w­erk­bau ihre Gottes­di­en­ste, 1938 dann ver­wüsteten Nazis die Syn­a­goge, wenige Tage später musste die Gemeinde selb­st das Haus abreißen. Jüdis­ches Leben wurde in der Stadt damit aus­gelöscht.

Erst nach der Wende 1989 kon­nte sich jüdis­chen Leben wieder fest in das Stadtleben von Schw­erin inte­gri­eren. Das ist vor allem mit dem Namen des langjähri­gen Lan­desrab­bin­ers William Wolff ver­bun­den, der auch gestern, inzwis­chen im Ruh­e­s­tand, an der Ver­anstal­tung teil­nahm.

 

Angst vor aufkeimenden Antisemitismus

 

200 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner fan­den sich zusam­men um zu gedenken Foto: Stephan Har­ing

 

Die Gedenkver­anstal­tung an die Pogrom­nacht in Schw­erin fand auf dem Schlachter­markt statt. Etwa 200 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner fan­den sich ein, um an dieses Ereig­nis zu erin­nern.

Die Ver­anstal­tung gestern Abend war aber mehr als eine reine Gedenkver­anstal­tung. Ger­ade die Ereignisse der jüng­sten Zeit machen deut­lich, dass Frei­heit und Demokratie keine Selb­stver­ständlichkeit sind. Ger­ade im Zusam­men­hang mit der Zuwan­derung von Men­schen aus Krisen­ge­bi­eten, erleben wir derzeit eine ver­stärk­te Aufheizung der Stim­mung in unserem Land. Äng­ste und auch manch­mal nicht von der Hand zu weisenden Bedenken, wer­den von radikalen Kräften aufge­heizt. Das Kli­ma in unserem Land ist explo­siv. Der Arbeit­skreis „9.November 1938“  und die jüdis­che Gemeinde  woll­ten gestern ein Zeichen gegen die Instru­men­tal­isierung von Angst und die Aus­gren­zung von Min­der­heit­en set­zen.