Sa, 17. Januar 2026
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Schnee, Eis und Verantwortung:
Winter fordert Schwerin heraus

Zwischen Räumfahrzeugen, Hydranten und Mülltonnen zeigt sich: Der Winterdienst funktioniert nur, wenn Stadt und Bürger an einem Strang ziehen.

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  • Veröffentlicht Januar 8, 2026
Einerseits bietet der Blick aus der Vogelperspektive einen romantischen Wintereindruck, doch Schnee und Kälte bringen zahlreiche Herausforderungen mit sich, Foto: maxpress
Ein­er­seits bietet der Blick aus der Vogelper­spek­tive einen roman­tis­chen Win­terein­druck, doch Schnee und Kälte brin­gen zahlre­iche Her­aus­forderun­gen mit sich. Foto: max­press

Mehrere Zen­time­ter Schnee, Dauer­frost und ein eisiger Wind: Der Win­ter hat die Lan­deshaupt­stadt derzeit fest im Griff. Während Räum­fahrzeuge unter­wegs sind und Streusalz aus­ge­bracht wird, sind auch die Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner selb­st gefordert – vor allem vor der eige­nen Haustür. Für den Straßen­win­ter­di­enst ist der städtis­che Eigen­be­trieb SDS zuständig. Mit 43 Beschäftigten und acht Fahrzeu­gen rückt der Win­ter­di­enst Eis und Schnee zu Leibe. Unter­stützung kommt von der SAS, die mit fünf weit­eren Fahrzeu­gen und Fahrern im Ein­satz ist. Ins­ge­samt ste­hen rund 300 Ton­nen Streusalz bere­it, um die rund 350 Straßenkilo­me­ter im Stadt­ge­bi­et verkehrssich­er zu hal­ten. Hinzu kom­men Streukies und Sole, die je nach Wet­ter­lage einge­set­zt werden.„Wo zuerst Schnee geschoben wird, hängt von der Streustufe ab“, erk­lärt Axel Klabe, Bere­ich­sleit­er Straße­nun­ter­hal­tung beim SDS. Die höch­ste Pri­or­ität habe dabei Stufe A mit den Ein­fahrt­straßen, gefol­gt von Wohnge­bi­eten (Stufe B) und Anliegerstraßen (Stufe C).

 

Mit schwerer Technik werden die Straßen freigeschoben, Foto: maxpress
Mit schw­er­er Tech­nik wer­den die Straßen freigeschoben, Foto: max­press

Räumprioritäten und Pflicht der Anlieger

Neben den Fahrbah­nen küm­mert sich der Win­ter­di­enst auch um rund 215.000 Quadrat­meter öffentlich­er Geh- und Rad­wege sowie um Bushal­testellen. Den­noch bit­tet der SDS um Ver­ständ­nis. „Klar ist: Wir kön­nen nicht über­all gle­ichzeit­ig räu­men“, betont Klabe. Umso wichtiger sei die Räumpflicht der pri­vat­en Grund­stücks­be­sitzer, die für die Wege vor ihren Häusern ver­ant­wortlich sind.

Die Stadt erinnert noch einmal an die Pflicht, die Wege vor dem eigenen Grundstück zu räumen, Foto: maxpress
Die Stadt erin­nert noch ein­mal an die Pflicht, die Wege vor dem eige­nen Grund­stück zu räu­men, Foto: max­press

Feuerwehr mahnt: Hydranten freihalten

Auch die Schw­er­iner Berufs­feuer­wehr richtet einen Appell an die Bevölkerung. Feuer­wehrchef Dr. Stephan Jako­bi bit­tet darum, beim Schneeschip­pen die Hydran­ten freizuhal­ten. „Der Schnee sollte nicht auf die Deck­el der Wasser­ent­nahmestellen geschoben wer­den“, warnt er. Wo sich die Hydran­ten befind­en, zeigen rot-weiße Schilder an den Gehwe­gen an. Zwar führen die Löschfahrzeuge stets 4.000 Liter Wass­er mit, um sofort mit dem Löschen begin­nen zu kön­nen, den­noch sei der schnelle Zugang zu Hydran­ten im Ern­st­fall entschei­dend.

Gefrorener Müll als Winterproblem

Wer seine Tonne erst am Entsorgungstag rausstellt, verhindert das Einfrieren des Mülls, Foto: maxpress
Wer seine Tonne erst am Entsorgungstag hin­ausstellt, ver­hin­dert das Ein­frieren des Mülls, Foto: max­press

Auch bei der Abfal­l­entsorgung macht der Frost Prob­leme. Die Beschäftigten der Schw­er­iner Abfal­l­entsorgungs- und Straßen­reini­gungs­ge­sellschaft (SAS) kämpfen vor allem mit fest­ge­froren­em Müll. „Eine der größten Her­aus­forderun­gen bei lan­gan­hal­tenden Minus­graden ist der gefrorene Abfall“, sagt SAS-Betrieb­sleit­er Markus Lange. Lässt sich eine Tonne nicht kip­pen, bleibt sie unter Umstän­den ungeleert. Ein ein­fach­er Tipp kann helfen: Müll­ton­nen möglichst frost­geschützt lagern und erst am Entsorgungstag her­ausstellen. „Wer zusät­zlich den Boden der Tonne mit Zeitungspa­pi­er auslegt, kann ver­hin­dern, dass Müll­säcke fes­t­frieren“, so Lange. Sind Stand­plätze wegen Schnee nicht erre­ich­bar, wird die Leerung später nachge­holt.