Schnee, Eis und Verantwortung:
Winter fordert Schwerin heraus
Zwischen Räumfahrzeugen, Hydranten und Mülltonnen zeigt sich: Der Winterdienst funktioniert nur, wenn Stadt und Bürger an einem Strang ziehen.

Mehrere Zentimeter Schnee, Dauerfrost und ein eisiger Wind: Der Winter hat die Landeshauptstadt derzeit fest im Griff. Während Räumfahrzeuge unterwegs sind und Streusalz ausgebracht wird, sind auch die Schwerinerinnen und Schweriner selbst gefordert – vor allem vor der eigenen Haustür. Für den Straßenwinterdienst ist der städtische Eigenbetrieb SDS zuständig. Mit 43 Beschäftigten und acht Fahrzeugen rückt der Winterdienst Eis und Schnee zu Leibe. Unterstützung kommt von der SAS, die mit fünf weiteren Fahrzeugen und Fahrern im Einsatz ist. Insgesamt stehen rund 300 Tonnen Streusalz bereit, um die rund 350 Straßenkilometer im Stadtgebiet verkehrssicher zu halten. Hinzu kommen Streukies und Sole, die je nach Wetterlage eingesetzt werden.„Wo zuerst Schnee geschoben wird, hängt von der Streustufe ab“, erklärt Axel Klabe, Bereichsleiter Straßenunterhaltung beim SDS. Die höchste Priorität habe dabei Stufe A mit den Einfahrtstraßen, gefolgt von Wohngebieten (Stufe B) und Anliegerstraßen (Stufe C).

Räumprioritäten und Pflicht der Anlieger
Neben den Fahrbahnen kümmert sich der Winterdienst auch um rund 215.000 Quadratmeter öffentlicher Geh- und Radwege sowie um Bushaltestellen. Dennoch bittet der SDS um Verständnis. „Klar ist: Wir können nicht überall gleichzeitig räumen“, betont Klabe. Umso wichtiger sei die Räumpflicht der privaten Grundstücksbesitzer, die für die Wege vor ihren Häusern verantwortlich sind.

Feuerwehr mahnt: Hydranten freihalten
Auch die Schweriner Berufsfeuerwehr richtet einen Appell an die Bevölkerung. Feuerwehrchef Dr. Stephan Jakobi bittet darum, beim Schneeschippen die Hydranten freizuhalten. „Der Schnee sollte nicht auf die Deckel der Wasserentnahmestellen geschoben werden“, warnt er. Wo sich die Hydranten befinden, zeigen rot-weiße Schilder an den Gehwegen an. Zwar führen die Löschfahrzeuge stets 4.000 Liter Wasser mit, um sofort mit dem Löschen beginnen zu können, dennoch sei der schnelle Zugang zu Hydranten im Ernstfall entscheidend.
Gefrorener Müll als Winterproblem

Auch bei der Abfallentsorgung macht der Frost Probleme. Die Beschäftigten der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) kämpfen vor allem mit festgefrorenem Müll. „Eine der größten Herausforderungen bei langanhaltenden Minusgraden ist der gefrorene Abfall“, sagt SAS-Betriebsleiter Markus Lange. Lässt sich eine Tonne nicht kippen, bleibt sie unter Umständen ungeleert. Ein einfacher Tipp kann helfen: Mülltonnen möglichst frostgeschützt lagern und erst am Entsorgungstag herausstellen. „Wer zusätzlich den Boden der Tonne mit Zeitungspapier auslegt, kann verhindern, dass Müllsäcke festfrieren“, so Lange. Sind Standplätze wegen Schnee nicht erreichbar, wird die Leerung später nachgeholt.



