Neue Technik, höhere Preise:
Was sich im Schweriner Nahverkehr jetzt alles ändert
Der Nahverkehr Schwerin erhöht die Preise und testet ein digitales Bezahlsystem, Bargeld und Papierfahrscheine könnten bald der Vergangenheit angehören.

Der Nahverkehr Schwerin (NVS) will moderner und digitaler werden: Ab 2026 sollen Fahrgäste vollständig bargeldlos und ohne Papierfahrschein unterwegs sein. Gleichzeitig plant der NVS eine Preiserhöhung von rund sechs Prozent. Das Einzelticket soll dann 2,70 Euro kosten.
Neues System IDA soll Fahrscheine ersetzen
Bereits jetzt läuft ein Praxistest des neuen Bezahlsystems „IDA“ in der Hälfte der Straßenbahnen. Kundinnen und Kunden können Tickets kontaktlos mit Karte oder Smartphone kaufen. Die Fahrscheine werden digital im System hinterlegt und bei Kontrollen über das genutzte Zahlungsmittel verifiziert. Als Anreiz ist das Digitalticket während der Testphase deutlich günstiger: Der Einzelfahrschein kostet 2,00 statt 2,50 Euro, das Tagesticket nur 4,00 Euro.
Wenn sich das System bewährt, sollen alle Busse und Bahnen in Schwerin damit ausgestattet werden. Ziel ist ein sogenanntes „Fair Pay“-Modell, das automatisch erkennt, ob ein Kunde mit mehreren Einzelfahrten günstiger mit einer Monatskarte fahren würde. Besonders angesprochen werden sollen Gelegenheitsfahrer und Touristen. Für Skeptiker ist eine aufladbare Prepaid-Karte geplant, um auch ohne Smartphone oder Onlinebanking kontaktlos zahlen zu können.
Laut NVS-Geschäftsführer Thomas Schlüter spart das System langfristig Wartungskosten für Automaten und bringe Schwerin auf Augenhöhe mit internationalen Standards im Nahverkehr. Kritiker äußern jedoch Bedenken, insbesondere ältere Menschen wünschen sich weiterhin klassische Papiertickets.




