Fünf Medaillen:
Schweriner Ruderjugend überzeugt bei Deutscher Meisterschaft
Trotz Temperaturen von bis zu 38 Grad präsentiert sich die Schweriner Ruderjugend bei den Deutschen Meisterschaften in Krefeld in Topform. Fünf Medaillen und starke Platzierungen belohnen den Einsatz.

Mit einer Goldmedaille, drei Silbermedaillen, einer Bronzemedaille und zahlreichen weiteren Top-Platzierungen hat die Schweriner Ruderjugend bei den Deutschen Junioren- und Jahrgangsmeisterschaften der Altersklassen U17, U19 und U23 ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Unter extremen Bedingungen am Elfrather See in Krefeld bewiesen die Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportler nicht nur ihre sportliche Klasse, sondern auch große mentale Stärke. Gegen die Konkurrenz aus mehr als 160 Vereinen behaupteten sich die Schweriner eindrucksvoll und bestätigten einmal mehr ihren Ruf als einer der erfolgreichsten Nachwuchsstandorte im deutschen Rudersport.
Die Meisterschaften standen bereits im Vorfeld unter besonderen Vorzeichen. Eigentlich sollten die nationalen Titelkämpfe traditionell auf dem Baldeneysee in Essen ausgetragen werden. Wegen der starken Ausbreitung von Laichkraut musste der Deutsche Ruderverband die Veranstaltung jedoch kurzfristig an den Elfrather See nach Krefeld verlegen.
Dort warteten auf die Athletinnen und Athleten nicht nur neue Bedingungen, sondern auch eine enorme Hitzebelastung. Temperaturen von bis zu 38 Grad machten das Regattawochenende zu einer echten Herausforderung. Um die Gesundheit der Sportler zu schützen, passte der Verband den Wettkampfmodus kurzfristig an. Hoffnungsläufe und Bahnverteilungsrennen wurden gestrichen, am letzten Wettkampftag entfielen außerdem sämtliche B‑Finals. Dadurch bekam jedes Vor- und Halbfinale zusätzliches Gewicht, denn Fehler konnten kaum noch korrigiert werden.
Den größten Erfolg aus Schweriner Sicht feierte erneut Emma Sander. Die U23-Athletin bewies einmal mehr ihre Klasse und verteidigte gemeinsam mit ihrer Renngemeinschaft aus Berlin, Potsdam und Dresden den Deutschen Meistertitel im Frauen-Vierer mit Steuerfrau. Für die Schwerinerin war es bereits der dritte Titelgewinn in Folge in dieser Bootsklasse – eine bemerkenswerte Leistung auf nationaler Ebene. Im Frauen-Achter der U23 steuerte Sander ihre Mannschaft zusätzlich zur Silbermedaille und kehrte damit als erfolgreichste Schweriner Athletin von den Meisterschaften zurück.
Emma Sander verteidigt ihren Meistertitel
Auch in den Juniorenklassen sorgten die Sportlerinnen und Sportler des Schweriner Ruderclubs für zahlreiche Erfolgserlebnisse. Ylvi Hochleutner und Mylène Ruf ruderten im Juniorinnen-Vierer des Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommern zu einer überzeugenden Silbermedaille. Cedrik Simonn zeigte im B‑Junioren-Einer ebenfalls ein starkes Rennen und musste sich erst im Finale einem Konkurrenten geschlagen geben. Mit Rang zwei sicherte auch er sich den Titel des Deutschen Vizemeisters.
Eine weitere Medaille steuerte Pepe Jonuscheit bei. Im A‑Junioren-Vierer mit Steuermann gewann er gemeinsam mit seiner Renngemeinschaft Bronze und gehörte damit ebenfalls zu den erfolgreichsten Schwerinern bei den Titelkämpfen. Im Achter erreichte Jonuscheit darüber hinaus das A‑Finale und belegte dort einen respektablen fünften Platz gegen die nationale Spitze.
Mehrere weitere Schweriner Boote schrammten nur knapp an einem Platz auf dem Siegerpodest vorbei. Besonders ärgerlich verlief das Finale für Birk Lübbert. Gemeinsam mit Ben Stanelle vom WSV Königs Wusterhausen belegte er im U23-Zweier ohne Steuermann den vierten Rang und verpasste damit nur knapp eine Medaille. Im Achter erreichte seine Renngemeinschaft ebenfalls das A‑Finale und belegte dort Rang fünf. Auch Max Goede zeigte mit seiner Mannschaft im Vierer ohne Steuermann eine starke Vorstellung und ruderte auf einen ausgezeichneten vierten Platz.
Für Spannung sorgte insbesondere das Finale im B‑Junioren-Doppelvierer. Kamil Bekirov, Fynn Raben, Max Baumann sowie Finn Hohensee aus Stralsund lieferten gemeinsam mit Steuerfrau Kassandra Sullivan ein engagiertes Rennen und hielten lange Kontakt zur Spitzengruppe. Am Ende fehlten nur wenige Sekunden zu einem Medaillenrang. Der vierte Platz spiegelte dennoch die starke Entwicklung des Bootes wider. Ebenfalls im Finale vertreten waren Matti Hodea und Lion Große. Sie erreichten im B‑Junioren-Vierer ohne Steuermann den fünften Platz und sammelten damit wichtige Erfahrungen auf höchstem nationalen Niveau.
Mehrere Boote nur knapp am Podest vorbei
Dass die Schweriner Ruderjugend inzwischen nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite hervorragend aufgestellt ist, zeigten zahlreiche weitere Platzierungen. Ole Hodea und Leo Jacob belegten im A‑Junioren-Doppelzweier den achten Gesamtrang. Mit ihrer Renngemeinschaft erreichten sie zudem das Halbfinale im Doppelvierer.
Paula Schöpp kämpfte sich bis ins Halbfinale vor und verpasste als Vierte ihres Laufes den Finaleinzug nur knapp. In der Endabrechnung bedeutete das einen starken zehnten Platz deutschlandweit. Soniia Popovych erreichte im A‑Juniorinnen-Einer ebenfalls das Halbfinale und belegte am Ende Rang sechs.
Für Fiona Motullo verliefen die Meisterschaften dagegen weniger glücklich. Im B‑Juniorinnen-Einer gelang ihr der Sprung in die nächste Runde nicht. Die kurzfristigen Änderungen des Wettkampfmodus machten es besonders schwer, Rückschläge noch auszugleichen.
Gerade diese geänderten Rahmenbedingungen verliehen den Ergebnissen der Schweriner Mannschaft zusätzliches Gewicht. Ohne Hoffnungsläufe musste bereits in den Vorrennen nahezu alles passen. Gleichzeitig verlangten die außergewöhnlich hohen Temperaturen den Sportlerinnen und Sportlern körperlich alles ab. Neben der eigentlichen Rennleistung wurden Regeneration, Flüssigkeitsversorgung und Konzentration zu entscheidenden Faktoren.
Landestrainer zieht positives Fazit
Entsprechend zufrieden fiel auch das Fazit von Landestrainer Thomas Schulz aus. „Unsere Sportlerinnen und Sportler haben hart gekämpft und starke Leistungen gezeigt. Die Konkurrenz bei dieser Regatta war sehr groß. Dennoch haben sich alle behaupten können und trotz der hohen Temperaturen sehr gut performt“, sagte Schulz nach den Meisterschaften.
Mit insgesamt fünf Medaillen und zahlreichen weiteren Final- und Halbfinalteilnahmen unterstrich die Schweriner Ruderjugend eindrucksvoll ihre Leistungsfähigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass die kontinuierliche Nachwuchsarbeit in Schwerin Früchte trägt. Gleichzeitig machen die Platzierungen Hoffnung für die kommenden Jahre, denn viele der erfolgreichen Athletinnen und Athleten gehören noch den jüngeren Jahrgängen an und werden auch künftig bei nationalen Titelkämpfen zu den Medaillenkandidaten zählen. Die Deutschen Meisterschaften in Krefeld haben damit einmal mehr bewiesen, dass Schwerin im deutschen Nachwuchsrudern weiterhin zu den leistungsstärksten Standorten gehört.




