Von Schwerin an die Adria:
Segelcrew startet bei der Barcolana in Triest
Schweriner Segler meistern die größte Regatta der Welt: Bei der Barcolana in Triest sicherte sich das Team um Roland Schulz auf der „Anna“ einen beachtlichen 22. Platz.

Ein Gastbeitrag von Stephan Schrör
Ein Team Schweriner Segler hat in diesem Jahr an der 57. Barcolana Regatta im italienischen Triest teilgenommen – der größten Segelregatta der Welt. Dabei konnten die Wassersportler aus Mecklenburg-Vorpommern nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch ein unvergessliches internationales Segelevent erleben.

Am Starttag herrschte gespannte Stille über dem Golf von Triest. 1870 Boote drängten sich an der Startlinie, dicht an dicht, bereit für den traditionellen Kanonenschuss, der jedes Jahr das Rennen eröffnet. Mitten in diesem beeindruckenden Feld segelte Bootseigner Roland Schulz auf seiner „Anna“, einer Seascape 24, gemeinsam mit seinen Schweriner Segelfreunden.

Das Team musste sich zwischen hunderten Booten behaupten – oft in engen Manövern, bei denen Entscheidungen innerhalb von Sekunden getroffen werden mussten. Erfahrung, Vertrauen und eingespieltes Teamwork waren hier entscheidend. Diskussionen oder zögerliche Manöver hatten keinen Platz; jeder Handgriff musste sitzen.
Dank dieses Zusammenspiels erreichten die Schweriner Segler in ihrer Bootskategorie einen beachtlichen 22. Platz – ein Ergebnis, das angesichts des großen internationalen Starterfeldes als bemerkenswerter Erfolg gelten kann.
Triest als Zentrum des Segelsports
Während auf dem Wasser sportlicher Ehrgeiz und Präzision gefragt waren, verwandelte sich die Stadt Triest an Land in ein maritimes Fest. Rund 400.000 Besucherinnen und Besucher säumten die Straßen, Plätze und Uferpromenaden, um das Spektakel zu verfolgen. Musik, italienische Lebensfreude und maritime Atmosphäre prägten das Stadtbild während der gesamten Veranstaltungswoche.

Foto: Stephan Schrör
Die Regatta, die seit 1969 jährlich stattfindet, gilt als Symbol für die Begeisterung des Adriaraums für den Segelsport. Jedes Jahr zieht sie Profis, Amateure und Freizeitsegler aus ganz Europa an.
Erfahrung, Leidenschaft und Teamgeist
Für die Crew aus Schwerin war die Teilnahme sowohl sportlich als auch persönlich ein Höhepunkt. Die intensive Vorbereitung, der Transport des Bootes über die Alpen und die Herausforderungen auf dem offenen Wasser machten die Regatta zu einem besonderen Erlebnis.

Foto: Stephan Schrör
Die Schweriner Segler sehen ihre Teilnahme als Bestätigung ihrer Leidenschaft für den Segelsport und als Beweis dafür, dass auch kleine Crews aus Norddeutschland auf internationalem Parkett erfolgreich mitsegeln können.
Mit ihrem Ergebnis und vielen Eindrücken im Gepäck kehrten sie nach Mecklenburg zurück – zufrieden, stolz und um viele Erfahrungen reicher.

Die Barcolana-Regatta in Triest
Die Barcolana gilt als die größte Segelregatta der Welt. Sie findet jedes Jahr im Oktober im Golf von Triest an der italienischen Adria statt und zieht sowohl Berufssportlerinnen und ‑sportler als auch Freizeitsegler an.
Die Veranstaltung wurde 1969 erstmals ausgetragen und hat sich seither zu einem festen Bestandteil des internationalen Regattakalenders entwickelt. Charakteristisch ist das gemeinsame Startfeld: Rund 1.800 bis 2.000 Boote unterschiedlicher Klassen und Größen starten gleichzeitig auf einer rund 15 Seemeilen langen Strecke.
Organisiert wird die Regatta vom Segelclub Società Velica di Barcola e Grignano (SVBG). Ziel ist die Förderung des Segelsports in der Region Friaul-Julisch Venetien und die Öffnung des Wettbewerbs für ein breites Publikum.
Neben dem sportlichen Teil gilt die Barcolana auch als bedeutendes Tourismus- und Stadtfest. Jährlich kommen rund 400.000 Besucherinnen und Besucher nach Triest, um das Rennen zu verfolgen und an den zahlreichen Begleitveranstaltungen teilzunehmen.



