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Schweriner Winterdienst hat sich neu aufgestellt

Schwerin, 25.10.2017 (red/sr). Nachdem der Winterdienst der Landeshauptstadt im vergangenen Winter in die Kritik geraten ist, wurde gestern das neue Konzept vorgestellt. Pannen bei der Räumung sollen so zukünftig verhindert

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  • Veröffentlicht Oktober 25, 2017

Schw­erin, 25.10.2017 (red/sr). Nach­dem der Win­ter­di­enst der Lan­deshaupt­stadt im ver­gan­genen Win­ter in die Kri­tik ger­at­en ist, wurde gestern das neue Konzept vorgestellt. Pan­nen bei der Räu­mung sollen so zukün­ftig ver­hin­dert wer­den.  Von Ste­fan Rochow

Der Win­ter­di­enst der Lan­deshaupt­stadt nimmt zukün­ftig den Kampf gegen Schnee mit einem neuen Konzept auf Foto: LHS

Im Win­ter diesen Jahres gab es sehr viele Beschw­er­den über den Win­ter­di­enst in der Lan­deshaupt­stadt. Von einem „Win­ter­chaos” war die rede, nach­dem es der Lan­deshaupt­stadt nicht gelun­gen war nach Schneee­in­fall die Straßen schnell und effizient zu räu­men. Daraus hat die Stadt­spitze nun aber Kon­se­quen­zen gezo­gen und gestern ein neues Win­ter­di­en­stkonzept vorgestellt. Win­ter­di­en­stkonzept für die Lan­deshaupt­stadt Schw­erin vorgelegt.

 

21 Stunden Einsatzzeit pro Tag, mehr Technik, Optimierung der Streumittel

 

Bei der Erstel­lung des Konzeptes wur­den die Poten­tiale des Win­ter­di­en­stes noch ein­mal hin­ter­fragt und opti­miert. Dabei wur­den die Vor­gaben des Geset­zge­bers, der die Verkehrssicher­heit­spflicht­en der Kom­munen definiert und ins­beson­dere finanzielle Leis­tungs­fähigkeit der Lan­deshaupt­stadt gle­icher­maßen berück­sichtigt.

Die Stadtwirtschaftlichen Dien­stleis­tun­gen SDS wollen mit einem Bün­del von Maß­nah­men den Win­ter­di­enst in der Lan­deshaupt­stadt opti­mieren. „Wenn wir einen Win­ter­di­enst mit 24 Stun­den rund um die Uhr anbi­eten sollen, dann müssten wir auf ein Drei-Schicht-Sys­tem umstellen und 12 zusät­zliche LKW anschaf­fen“, rech­net SDS-Werklei­t­erin Ilka Wilczek vor „Das ver­langt der Geset­zge­ber im Rah­men der Verkehrssicherungspflicht jedoch gar nicht.“

Dieser Max­i­malser­vice wäre fast 60 Prozent teur­er als der gegen­wär­tige Leis­tung­sum­fang. Die SDS schla­gen der Stadtvertre­tung stattdessen vor, die Ein­satzzeit aus Wirtschaftlichkeits­grün­den bei 21 Stun­den zu belassen und auch an den Woch­enen­den sicherzustellen. Dazu ist eine zusät­zliche Per­son­alein­satz­pla­nung bere­its für dieses Jahr erfol­gt.

Zusät­zliche Tech­nik soll für Rad­wege einge­set­zt wer­den. Dafür kon­nte diese Sai­son bere­its ein LKW einge­plant wer­den. Ein zweites Ein­satz­fahrzeug kann erst in der näch­sten Sai­son zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Vor­rats­menge an Streumit­teln wurde erhöht. Auch wenn in den Silos weit­er­hin nur 150 Ton­nen Fas­sungsver­mö­gen vorhan­den ist, wer­den zusät­zlich 20 Ton­nen Salz in ein­er Halle gelagert, die mit spezieller Fördertech­nik in die Fahrzeuge geladen wer­den kann. Die Verträge mit den Liefer­an­ten wur­den in Bezug auf Lieferzeit­en angepasst.

Geplant ist außer­dem für die Sai­son 2018/2019 eine Umstel­lung der einge­set­zten Salz­sole, um die Wirk­samkeit bei Tem­per­a­turen unter­halb von 10 Grad Minustem­per­atur zu verbessern. Statt Calz­i­um­chlo­rid soll Mag­ne­sium­chlo­rid ver­wen­det wer­den, das bei vor­sichtiger Dosierung keine kri­tis­chen Umweltschä­den verur­sacht. Hierzu müssen die noch vorhan­den Vor­räte ver­braucht und die Sole­be­häl­ter gere­inigt wer­den.

 

Winterdienst soll erweitert werden

 

Gegen­wär­tig wird der Win­ter­di­enst vom städtis­chen Eigen­be­trieb SDS jew­eils vom 1. Novem­ber bis 15. April zwis­chen 3.00 Uhr bis 24.00 Uhr auf Straßen, Plätzen und Gehwe­gen organ­isiert bzw. selb­st durchge­führt. Rad­wege wur­den von der Stadt bish­er nur im Rah­men der Anliegerpflicht­en geräumt oder wenn sie sich auf Fahrbah­nen befind­en.

Zusät­zlich soll der Win­ter­di­enst auf weit­eren aus­gewählten Rad­we­gen ange­boten, die verkehr­swichtig und gefährlich sind. Das gilt beispiel­sweise für die Rad­wege am Schleifmüh­len­weg bis zum Hex­en­berg und am Ziegelsee. Weit­er­hin wird vorgeschla­gen, baulich getren­nte Rad- und Gehwege auf Grund des gerin­geren Fußgänger- und Rad­fahrerverkehrsaufkom­men zur gemein­samen Nutzung freizugeben, dadurch reduziert sich die zu räu­mende Fläche.

Der Win­ter­di­enst auf Rad­we­gen erfol­gt durch Räu­men und Abs­tumpfen, Salzein­satz ist nicht vorge­se­hen. Alle beste­hen­den Streustreck­en für den Straßen­win­ter­di­enst wer­den über­prüft, um die Ein­satzzeit­en und Fahrstreck­en zu opti­mieren.

 

Der Winterdienst in Zahlen

 

Insgesamt stehen mehr als 40 Einsatzkräfte der SDS mit 7 Fahrzeugen, 3 spezialisierte Unternehmen mit noch einmal 4 Winterdienstfahrzeugen mit Streuaufsatz und Schneepflug für die Leistungen auf den Straßen zur Verfügung. Vier Auftragnehmer mit insgesamt 27 Fahrzeugen sind für die Leistungen auf Gehwegen im Einsatz. Das für 2017/18 geplante Kostenbudget beläuft sich für einen Zeitraum von fünfeinhalb Monaten Winterdienst einschließlich sämtlicher Neben- und Vorbereitungskosten auf rund 731.000 Euro. Werden die vorgeschlagenen Optimierungen umgesetzt, steigen die Kosten um etwa 10 Prozent.

 

Der Winterdienst wird auf Basis eines Einsatzkonzeptes durchgeführt, das sämtliche Einsatz- und Dispatcherzeiten stündlich genau aufgeführt. Die Winterdienstpartner – der Nahverkehr Schwerin, die Feuerwehr und die Polizei – sind in Vorbereitung der Einsätze eingebunden. Die Einsatzplanung erfolgt im Mehrschichtsystem, um im Extremfall auch einen durchgehenden Winterdienst von 3.00 bis 24.00 Uhr zu sichern.

 

Insgesamt werden im Winter rund 350 km Straße, rund 160.000 m² Gehwege und über 250 Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs bewirtschaftet. Zum sofortigen Einsatz stehen 150 Tonnen Trockenkies, 100 Tonnen Granulat und 150 Tonnen Streusalz sowie 30.000 Liter Sole für die Feuchtsalzstreuung zur Verfügung.