Mo, 9. Februar 2026
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Mit rotem Müllsack und guter Laune:
Schwerins Frühjahrsputz überrascht jedes Jahr aufs Neue

Zwischen Sportaktion, Gemeinschaftserlebnis und kuriosen Fundstücken zeigt der Frühjahrsputz seit 30 Jahren, wie viel Spaß Saubermachen machen kann.

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  • Veröffentlicht Februar 4, 2026
Gruppenfoto mit Bernd Nottebaum, erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters (3. Reihe, 2.v.l.) und SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek (1.Reihe, 2.v.l.). Unterstützer und Teilnehmende rufen alle Schwerinerinnen und Schweriner auf, mit Besen und rotem Müllsack beim diesjährigen Frühjahrsputz dabei zu sein, Foto: maxpress
Grup­pen­fo­to mit Bernd Not­te­baum, erster Stel­lvertreter des Ober­bürg­er­meis­ters (3. Rei­he, 2.v.l.) und SDS-Werklei­t­erin Ilka Wilczek (1. Rei­he, 2.v.l.). Unter­stützer und Teil­nehmende rufen alle Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner auf, mit Besen und rotem Müll­sack beim diesjähri­gen Früh­jahrsputz dabei zu sein. Foto: max­press

Wenn der Früh­ling in Schw­erin Einzug hält, sind sie wieder unter­wegs: Men­schen mit Hand­schuhen, Zan­gen und dem typ­is­chen roten Müll­sack. Was auf den ersten Blick nach Arbeit aussieht, ist für viele längst ein fröh­lich­es Gemein­schaft­ser­leb­nis – und manch­mal sog­ar eine kleine Schatz­suche. Der tra­di­tionelle Früh­jahrsputz der SDS – Stadtwirtschaftliche Dien­stleis­tun­gen bringt seit nun­mehr 30 Jahren gute Laune, Bewe­gung und jede Menge Über­raschun­gen zusam­men. Unter dem Mot­to „Schw­erin. Schön. Sauber.“ sind im März Men­schen jeden Alters ein­ge­laden, allein, mit Fre­un­den, im Vere­in oder als Schulk­lasse aktiv zu wer­den. Seit dem Start im Jahr 1995, damals noch unter Fed­er­führung des Umweltamtes, hat sich die Aktion zu ein­er fes­ten Tra­di­tion entwick­elt. Tausende helfende Hände machen die Lan­deshaupt­stadt früh­lings­fit – mit sicht­barem Erfolg, aber auch mit erstaunlichen Fund­stück­en.

Kuriose Schätze zwischen Gebüsch und Burgsee

Die Bremstrommel eines Autos gehört zu den besonderen Funden, Foto: SDS
Die Brem­strom­mel eines Autos gehört zu den beson­deren Fun­den. Foto: SDS

Was beim Früh­jahrsputz alles ans Tages­licht kommt, sorgt jedes Jahr für Staunen – und oft auch für Lach­er. Beson­ders der Fotowet­tbe­werb doku­men­tiert diese kuriosen Momente. Unter den einge­sandten Bildern fan­den sich in den ver­gan­genen Jahren etwa ein Stein mit fos­silen Abdrück­en oder eine Zah­n­prothese, die Geo­caching-Fans in ein­er Grü­nan­lage ent­deck­ten. 2023 förderten Schulkinder sog­ar eine Auto­brem­strom­mel und alte Aktenord­ner aus dem Gebüsch zutage. Eine ver­bo­gene Fahrrad-Alufelge lag 2014 mit­ten im Blu­men­beet, während der Angelvere­in 2016 per Schlauch­boot den wohl kurios­es­ten Fund aus dem Burgsee fis­chte: einen fast neuw­er­ti­gen Camp­ingk­lapp­stuhl. Klas­sik­er wie alte Holzkohle­grills, Plas­tik­blu­men­töpfe oder aus­rang­ierte Möbel gehören hinge­gen fast schon zum Stan­dard­reper­toire.  Beson­ders beein­druckt waren die Müll­samm­ler des Sportvere­ins Budokai Schw­erin e.V. (Foto) vor drei Jahren, als sie auf einen riesi­gen Flach­bild­fernse­her und mehrere Meter Garten­schlauch stießen – ein Fund, der ihnen nicht nur Staunen, son­dern auch einen Podest­platz beim Fotowet­tbe­werb ein­brachte.

 

Gartenschlauch, Blumentopf und Flachbildfernseher – auch das gehörte zu den kuriosen Funden, Foto: SDS
Garten­schlauch, Blu­men­topf und Flach­bild­fernse­her – auch das gehörte zu den kuriosen Fun­den.
Foto: SDS

 

Schweriner Angler fischten 2016 einen Campingstuhl aus dem Burgsee, Foto: SDS
Schw­er­iner Angler fis­cht­en 2016 einen Camp­ingstuhl aus dem Burgsee. Foto: SDS

Sportlich sammeln, gemeinsam feiern

Müll­sam­meln kann auch sportlich sein. Das zeigte 2020 der soge­nan­nte Plog­ging-Lauf. Der Trend aus Schwe­den verbindet Jog­ging mit dem Aufheben von Müll: laufen, bück­en, sam­meln, weit­er­laufen. Eine ein­fache Idee, die Bewe­gung und Umweltschutz miteinan­der kom­biniert und zeigt, wie vielfältig der Früh­jahrsputz inzwis­chen gewor­den ist. Am Ende der Aktionswoche ste­ht stets das gemein­same Feiern. Bei der Schrub­ber­par­ty am 21. März auf dem Bertha-Kling­berg-Platz gibt es Spiel, Spaß und Musik für die ganze Fam­i­lie. Ein Bal­lonkran bietet den Blick auf die frisch geputzte Stadt, Sportvere­ine stellen sich vor, beim Fußball­dart ist Tre­ff­sicher­heit gefragt und Kita-Kinder präsen­tieren auf dem Lauf­steg kreative Müllmode. Der Ein­satz lohnt sich: Im ver­gan­genen Jahr wur­den 2.712 rote Säcke an 6.096 Aktive aus­gegeben, fast 20 Ton­nen Müll kamen zusam­men. Ein Erfolg für alle Beteiligten – und zugle­ich ein nach­den­klich­er Hin­weis darauf, wie viel ille­gal entsorgter Abfall noch immer in Schw­erins Grün­flächen lan­det.

Jubiläum mit Tradition und Dank

Zum 30. Jubiläum lobt Schw­erins erster Stel­lvertreter des Ober­bürg­er­meis­ters, Bernd Not­te­baum, das Engage­ment der Bürg­erin­nen und Bürg­er: „Es ist wun­der­bar, dass jedes Jahr tausende Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner frei­willig teil­nehmen und unsere Stadt sauber und ein­ladend gestal­ten.“ Auch SDS-Werklei­t­erin Ilka Wilczek blickt ges­pan­nt auf den Fotowet­tbe­werb: Ungewöhn­liche Funde seien garantiert – solange der rote Müll­sack mit auf dem Bild ist. Wer mit­machen möchte, kann sich vom 9. bis 20. März an mehreren Aus­gabestellen einen der roten Müll­säcke holen. Und dann heißt es vom 16. bis 21. März wieder: raus­ge­hen, anpack­en, lachen – und vielle­icht das näch­ste kuriose Fund­stück für die Kam­era ent­deck­en.

Alle Infos rund um den Schw­er­iner Früh­jahrsputz gibt es hier.