Erster Wein von der Krösnitz:
Schwerins neue Reben tragen Früchte
Nach Jahren der Planung und Rückschläge füllen Diana und Axel Kämmerer erstmals eigenen Wein ab und knüpfen an eine jahrhundertealte Tradition an.

Foto: maxpress
Was 2016 noch als lockerer Gedanke bei einem Spaziergang begann, hat sich inzwischen zu einem bemerkenswerten Projekt entwickelt: Auf der Halbinsel Krösnitz ist der erste Wein abgefüllt worden. Diana und Axel Kämmerer haben damit nicht nur ihre Vision verwirklicht, sondern auch ein Stück regionaler Geschichte neu belebt.
2019 setzten sie die ersten Rebstöcke auf die naturbelassene Fläche. Der Weg dorthin war geprägt von Experimenten, Rückschlägen und viel Engagement. Unterstützung erhielten sie unter anderem von der Stadt sowie durch ihre Arbeit im Naturschutz. Die Fläche wurde schließlich verpachtet, 2021 folgte die offizielle Genehmigung für den Weinbau.
Rückschläge und Durchhaltevermögen zahlen sich aus
In den ersten Jahren sammelten die Kämmerers Erfahrungen bei anderen Winzern und besuchten Seminare in der Schweiz. Doch nicht alles verlief reibungslos: 2023 zerstörten Stare die gesamte Ernte. Ein Jahr später gelang schließlich der Durchbruch – aus den Trauben wurde der erste Most gewonnen, der auf positive Resonanz stieß.
Im März 2026 war es dann soweit: Gemeinsam mit Partnern und Vertretern aus Politik und Verwaltung wurden die ersten 600 Flaschen Solaris-Wein abgefüllt. Das Ergebnis überzeugte auf ganzer Linie. „Der schmeckt gut“, zeigte sich Oberbürgermeister Bernd Nottebaum begeistert.

Auf rund 2.000 Rebstöcken wächst der Wein heute auf einer Fläche, die gleichzeitig ökologisch genutzt wird. Seltene Kräuter bleiben erhalten, während Kamerunschafe die Wiesen pflegen, ohne den Reben zu schaden. Ein neu angelegter Weinbergweg lädt zudem Spaziergänger ein, die Landschaft zu erkunden.
Neue Perspektiven für Tradition und Tourismus
Für die Stadt Schwerin hat das Projekt auch eine historische Dimension. Bereits im Jahr 1505 existierte hier ein Weinberg, und schon im Mittelalter betrieben Zisterzienser-Mönche in der Region Weinbau. Diese Tradition könnte nun wieder stärker in den Fokus rücken.
Stadtpräsident Sebastian Ehlers sieht darin großes Potenzial: Der Krösnitzer Wein könne künftig auch in die Welterbevermarktung integriert werden. Das Projekt stehe exemplarisch für gelungenes Zusammenspiel von Verwaltung, Politik und Unternehmertum.
Mit dem ersten abgefüllten Wein ist für die Kämmerers ein Meilenstein erreicht – und für Schwerin beginnt ein neues Kapitel seiner Weinbaugeschichte.




