Fair-Trade-Kaffee aus Nicaragua:
Per Fahrrad nach Schwerin und mit dem Segelschiff über den Atlantik
Zwölf Radler brachten gestern Fair Trade Kaffee aus Nicaragua nach Schwerin. Das Besondere: Der Kaffee wird nur einmal pro Jahr über den Atlantik geschippert.

In Kürze:
6.500 Seemeilen, so viel Strecke legte der Kaffee auf dem Segelfrachter “Avontuur” von Nicaragua nach Hamburg zurück. Dort übernahm Christian Mädler aus Freiberg in Sachsen die Bohnen, um sie durch Deutschland zu transportieren. Mit dem Fahrrad. Er engagiert sich im Eine-Welt-Laden in Freiberg. “Wir radeln insgesamt 15 Eine-Welt-Läden an und wollen damit auf den fairen Handel aufmerksam machen”, erklärt Mädler die Aktion.
Was ist der Eine-Welt-Laden in Schwerin?
18 ehrenamtliche Helfer, eine Ladenkoordinatorin und ein Bildungsreferent kümmern sich um den Eine-Welt-Laden in Schwerin. Die Ladenkoordinatorin Susanne Meletzki erklärt das Ziel des Ladens so: “Der Fokus liegt darauf, den fairen Handel sichtbar zu machen. Durch die ehrenamtliche Unterstützung müssen nur Fixkosten gedeckt werden. So kann viel Geld im Produktionsland bleiben: Ein Beispiel ist eine Schokolade aus afrikanischer Herstellung. Die wird dort von der Kakaobohne an hergestellt und es bleibt mehr Geld bei den Menschen im Herstellungsland.” Wer mehr über den Eine-Welt-Laden herausfinden will, kann hier auf der Webseite nachschauen.

Von Hamburg nach Sachsen mit dem Fahrrad
Nach der Strecke über den Atlantik geht es für die Kaffeebohnen und die Radfahrer von Hamburg nach Schwerin über den Harz und Brocken in Niedersachsen/Sachsen-Anhalt bis ins sächsische Freiberg. Insgesamt sind das 850 Kilometer. Aufmerksamkeit soll damit für nachhaltigen Konsum und globale Gerechtigkeit erzeugt werden. Der Kaffee aus Nicaragua kommt von einem Verbund aus 250 Kleinbauern. Zusammen mit einer Genossenschaft aus Leipzig wird der Kaffee in Deutschland vermarktet.
Schwerin trägt selber auch den Titel “Fair-Trade-Stadt”. Das geht auf einen Beschluss der Stadtvertretung zurück. Auf diesen Titel muss sich die Stadt alle zwei Jahre neu bewerben und verschiedene Kriterien erfüllen. Das bedeutet zum Beispiel, dass manche lokale Geschäfte eine gewisse Menge an Fair-Trade-Produkten anbieten müssen.


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