Wassersport in Schwerin:
2 Regatten an einem Wochenende
Bei der 30. Holzbootregatta in Schwerin musste der Start wegen Flaute verschoben werden – die historischen Boote standen dennoch im Mittelpunkt.

Das vergangene Wochenende stand ganz im Sinne des Wassersports: Zahlreiche Segler und Kanuten nutzten die Gelegenheit, ihr Können auf dem Wasser unter Beweis zu stellen und sich bei zwei spannenden Regatten miteinander zu messen.
Die historische Holzbootregatta
Seglerinnen und Segler setzten bei der Holzbootregatta die Segel und steuerten ihre alten Holzboote in den Wind- zumindest probierten sie es, denn der Wind spielte diesmal nicht mit:
Seit nunmehr 30 Jahren veranstaltet der Schweriner Seglerverein von 1894 die traditionelle Holzbootregatta- ein Wettkampf, bei dem die Teams eine vorher abgestimmte Strecke gegeneinander befahren. Dabei dürfte im Mittelpunkt nicht nur der sportlicher Ehrgeiz und das seglerische Handwerk gestanden sein, sondern auch die Tradition der klassischen Holzboote, die mit viel Hingabe gepflegt und instand gehalten werden. Der geplante Startschuss um 12 Uhr musste wegen einer Flaute verschoben werden.
Weil es neben den Wettfahrten eben auch um die Tradition und die Handwerkskunst ging, präsentierten sich die Jollen- wie die kleinen sportlichen Boote in Seglersprache auch genannt werden- am Schweriner Seglerheim. Dort wurden die über 45-Jahre alten Holzboote von einer Jury inspiziert.
Kurzzeitige Sperrung der Schlossbrücke
Im Rahmen der Regatta wurde die Drehbrücke hinter dem Schweriner Schloss kurzzeitig zwischen 10.30–12:00Uhr gesperrt. Wer also einen Rundgang durch den Schlossgarten geplant hatte, wurde freiwillig oder unfreiwillig Zeuge, wie die Brückenwärter das historische Bauwerk, ein technisches Denkmal aus dem 19.Jahrhundert, von Hand öffneten. Seit 2024 zählt die Brücke auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Faltbootregatta
Sportlich ging es am Wochenende weiter. Die Kanuten des Mecklenburgischen Staatstheater luden wieder – wie schon seit 44. Jahren am ersten Samstag im September – zur wohl bundesweit einmaligen Faltbootregatta ein. Auch wenn Faltboote, die gerade wieder im Trend liegen, nicht unbedingt für ihre Sportlichkeit bekannt sind, wollen es die „Binsenbummler”, wie man spaßeshalber die gemütlichen Faltbootfahrer nennt, dann doch einmal im Jahr wissen.
Rund 17 Kilometer paddelten die Freunde des Sports gegeneinander. Dabei führte sie die Strecke über den Schweriner See, Ziegelsee bis zum Heidensee und wieder zurück. Als erstes durchquerten die „Ziellinie”, gemeint ist der Steg am Bootshaus in der Werderstraße 122, mit einer Zeit von 1:40h Norbert Varga und Heiko Neufeld. Sie waren mit einem Zweier unterwegs.
Gemütlich wurde es nach der Regatta auch. Bei Eintopf und einem Freibier kamen die Paddelfreunde ins Gespräch, tauschten sich aus und blickten auf ihr Rennen zurück. Der Spaß stand im Vordergrund, aber ein bisschen Ehrgeiz kam doch auf, als es in Richtung Ziellinie um die Platzierung ging. Immerhin wollen alle den Pokal, der auch Namensgeber der Regatta ist, gewinnen:
Die Geschichte hinter dem „Rosa Paddel”
Anfang der 1980er schlossen Theatertechniker eine Wetter in der Gaststätte „zur guten Quelle” ab. Der Wettkampf war geboren. Anfangs paddelte man nur um eine Kiste Bier, später um einen Wandelpokal- das rosa lackiertes Paddel. Seitdem dreht sich alles um das kleine Paddel auf dem die Namen der Sieger eingraviert werden. Und wer es schafft, die Regatta dreimal in Folge zu gewinnen, darf es behalten.




