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Reaktion auf SNO-Bericht:
FDP sieht dringenden Handlungsbedarf bei Kriminalitätsbekämpfung

Nach Platz 9 im Kriminalitätsranking: Jetzt meldet sich die FDP Schwerin mit klaren Forderungen – und kritisiert die bisherigen Maßnahmen deutlich.

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  • Veröffentlicht Juli 21, 2025
Sicherheit in Schwerin
Die FDP reagiert auf die BKA-Krim­i­nal­itätssta­tis­tik.  Foto: Kevin Schnei­der auf Pix­abay

 

Nach dem SNO-Artikel vom ver­gan­genen Sam­stag über die Krim­i­nal­itätssta­tis­tik des Bun­deskrim­i­nalamts (BKA) hat die FDP Schw­erin mit ein­er eige­nen Stel­lung­nahme auf die Einord­nung der Sicher­heit­slage in der Lan­deshaupt­stadt reagiert.

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SNO berichtete, dass Schw­erin laut BKA mit über 12.000 reg­istri­erten Straftat­en im Jahr 2024 auf Platz 9 der Städte mit der höch­sten Krim­i­nal­ität­shäu­figkeit liegt. Die Redak­tion wies dabei aus­drück­lich darauf hin, dass diese Sta­tis­tik nicht automa­tisch ein erhöht­es Maß an Gefährdung im All­t­ag belege. Ger­ade kleinere Städte wie Schw­erin schnit­ten in der­ar­ti­gen Ran­glis­ten häu­fig schlechter ab, da sta­tis­tisch jed­er einzelne Fall deut­lich­er ins Gewicht falle. Zudem zählten zur Gesamtzahl nicht nur schwere Straftat­en, son­dern auch Delik­te wie Sachbeschädi­gung, Dieb­stäh­le oder Schwarz­fahren. Das sub­jek­tive Sicher­heits­ge­fühl der Bevölkerung lasse sich durch diese Zahlen nicht unmit­tel­bar abbilden, hieß es in dem Bericht weit­er.

FDP sieht deutliches Warnsignal

Die FDP Schw­erin bezieht sich in ihrer Pressemit­teilung direkt auf diese Einord­nung und betont, dass die sta­tis­tis­chen Ergeb­nisse den­noch ein klares Warnsignal darstell­ten. Die Platzierung Schw­erins im bun­desweit­en Ver­gle­ich sehe man als deut­lichen Hin­weis auf ein beste­hen­des Sicher­heit­sprob­lem in der Stadt. Die Lib­eralen stellen klar, dass es ihnen nicht um Drama­tisierung gehe, son­dern um eine ehrliche Auseinan­der­set­zung mit der Lage. Wörtlich heißt es: „Frei­heit lebt nicht vom Wegschauen, son­dern vom Mut zur Ver­ant­wor­tung.“ Als beson­ders prob­lema­tisch wer­den in der Mit­teilung wiederkehrende Vor­fälle im öffentlichen Raum benan­nt, ins­beson­dere rund um den Marien­platz, der bere­its mehrfach in polizeilichen Lage­bildern als Bren­npunkt aufge­führt wurde.

Zwar erken­nt die FDP die bish­eri­gen Maß­nah­men der Stadt und der Polizei – darunter die Ein­führung ein­er mobilen Polizei­wache, ver­stärk­te Kon­trollen sowie den Aus­bau der Videoüberwachung – als erste richtige Schritte an. Diese seien jedoch aus Sicht der Partei nicht aus­re­ichend, um die Entwick­lung nach­haltig zu bee­in­flussen. Die Lib­eralen fordern daher eine deut­lich erhöhte Polizeipräsenz an bekan­nten Bren­npunk­ten, eine bessere per­son­elle und materielle Ausstat­tung der Ein­satzkräfte sowie den ver­stärk­ten Ein­satz intel­li­gen­ter und dig­i­tal gestützter Lösun­gen zur Verbesserung der Sicher­heit­slage. Ziel müsse es sein, so die FDP, dass sich Men­schen in Schw­erin zu jed­er Tages- und Nachtzeit und an jedem Ort sich­er fühlen kön­nen. Sicher­heit sei dabei keine Ein­schränkung, son­dern vielmehr eine Voraus­set­zung für per­sön­liche Frei­heit.

Kriminalstatistik bereits seit Wochen veröffentlicht

Die zugrunde liegende Sta­tis­tik des Bun­deskrim­i­nalamts wurde vor eini­gen Wochen veröf­fentlicht. Sie weist für Schw­erin eine soge­nan­nte Häu­figkeit­szahl von 12.343 reg­istri­erten Straftat­en pro 100.000 Ein­wohn­er aus. Damit liegt die Stadt im bun­desweit­en Ver­gle­ich auf Rang 9. Die Krim­i­nal­itäts­for­men reichen laut BKA von Eigen­tums- und Betrugs­de­lik­ten über Sachbeschädi­gun­gen bis hin zu Fällen soge­nan­nter Straßenkrim­i­nal­ität. Auch der Umstand, dass durch ver­stärk­te Kon­trollen mehr Delik­te angezeigt und damit sta­tis­tisch erfasst wer­den, fließt in das Gesamt­bild ein.

Ob die aktuelle Diskus­sion zu weit­eren poli­tis­chen Ini­tia­tiv­en führt, bleibt offen. Mit ihrer Stel­lung­nahme posi­tion­iert sich die FDP jedoch klar und trägt zur fort­laufend­en Debat­te über Sicher­heit und Krim­i­nal­itätswahrnehmung in der Stadt­ge­sellschaft bei.