Reaktion auf SNO-Bericht:
FDP sieht dringenden Handlungsbedarf bei Kriminalitätsbekämpfung
Nach Platz 9 im Kriminalitätsranking: Jetzt meldet sich die FDP Schwerin mit klaren Forderungen – und kritisiert die bisherigen Maßnahmen deutlich.

Nach dem SNO-Artikel vom vergangenen Samstag über die Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) hat die FDP Schwerin mit einer eigenen Stellungnahme auf die Einordnung der Sicherheitslage in der Landeshauptstadt reagiert.
»Lesen Sie auch: Schwerin unter Deutschlands Top 10 der gefährlichsten Städte
SNO berichtete, dass Schwerin laut BKA mit über 12.000 registrierten Straftaten im Jahr 2024 auf Platz 9 der Städte mit der höchsten Kriminalitätshäufigkeit liegt. Die Redaktion wies dabei ausdrücklich darauf hin, dass diese Statistik nicht automatisch ein erhöhtes Maß an Gefährdung im Alltag belege. Gerade kleinere Städte wie Schwerin schnitten in derartigen Ranglisten häufig schlechter ab, da statistisch jeder einzelne Fall deutlicher ins Gewicht falle. Zudem zählten zur Gesamtzahl nicht nur schwere Straftaten, sondern auch Delikte wie Sachbeschädigung, Diebstähle oder Schwarzfahren. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung lasse sich durch diese Zahlen nicht unmittelbar abbilden, hieß es in dem Bericht weiter.
FDP sieht deutliches Warnsignal
Die FDP Schwerin bezieht sich in ihrer Pressemitteilung direkt auf diese Einordnung und betont, dass die statistischen Ergebnisse dennoch ein klares Warnsignal darstellten. Die Platzierung Schwerins im bundesweiten Vergleich sehe man als deutlichen Hinweis auf ein bestehendes Sicherheitsproblem in der Stadt. Die Liberalen stellen klar, dass es ihnen nicht um Dramatisierung gehe, sondern um eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Lage. Wörtlich heißt es: „Freiheit lebt nicht vom Wegschauen, sondern vom Mut zur Verantwortung.“ Als besonders problematisch werden in der Mitteilung wiederkehrende Vorfälle im öffentlichen Raum benannt, insbesondere rund um den Marienplatz, der bereits mehrfach in polizeilichen Lagebildern als Brennpunkt aufgeführt wurde.
Zwar erkennt die FDP die bisherigen Maßnahmen der Stadt und der Polizei – darunter die Einführung einer mobilen Polizeiwache, verstärkte Kontrollen sowie den Ausbau der Videoüberwachung – als erste richtige Schritte an. Diese seien jedoch aus Sicht der Partei nicht ausreichend, um die Entwicklung nachhaltig zu beeinflussen. Die Liberalen fordern daher eine deutlich erhöhte Polizeipräsenz an bekannten Brennpunkten, eine bessere personelle und materielle Ausstattung der Einsatzkräfte sowie den verstärkten Einsatz intelligenter und digital gestützter Lösungen zur Verbesserung der Sicherheitslage. Ziel müsse es sein, so die FDP, dass sich Menschen in Schwerin zu jeder Tages- und Nachtzeit und an jedem Ort sicher fühlen können. Sicherheit sei dabei keine Einschränkung, sondern vielmehr eine Voraussetzung für persönliche Freiheit.
Kriminalstatistik bereits seit Wochen veröffentlicht
Die zugrunde liegende Statistik des Bundeskriminalamts wurde vor einigen Wochen veröffentlicht. Sie weist für Schwerin eine sogenannte Häufigkeitszahl von 12.343 registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner aus. Damit liegt die Stadt im bundesweiten Vergleich auf Rang 9. Die Kriminalitätsformen reichen laut BKA von Eigentums- und Betrugsdelikten über Sachbeschädigungen bis hin zu Fällen sogenannter Straßenkriminalität. Auch der Umstand, dass durch verstärkte Kontrollen mehr Delikte angezeigt und damit statistisch erfasst werden, fließt in das Gesamtbild ein.
Ob die aktuelle Diskussion zu weiteren politischen Initiativen führt, bleibt offen. Mit ihrer Stellungnahme positioniert sich die FDP jedoch klar und trägt zur fortlaufenden Debatte über Sicherheit und Kriminalitätswahrnehmung in der Stadtgesellschaft bei.



