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NDR Chor-Contest beim Stadtwerke-Strandfest:
Singen, Siegen, Segel setzen

Neun Chöre stellten sich beim traditionellen NDR Chor-Contest dem Wettbewerb um Klang, Performance und Stimmung.

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  • Veröffentlicht Juli 15, 2025
Gespitzte Ohren, Begeis­terung, aber auch Haare-Raufen ob der schwieri­gen Entschei­dung für die Siegerchöre – die Jurymit­glieder (v.l.) Mar­tin Neuhaus, Katrin Heinl und Arne Wein­ert stell­ten sich der Her­aus­forderung, Foto: max­press

Neun Chöre, drei Kat­e­gorien, ein gemein­samer Klang – beim NDR Chor-Con­test 2025 auf dem Stadtwerke-Strand­fest war Gänse­haut garantiert. Von Kinder­stim­men bis Shan­tyk­län­gen: Musik aus dem ganzen Land kam auf die Bühne. Die Chöre aus Schw­erin, Parchim, Büt­zow, Ros­tock und Mirow begeis­terten mit Vielfalt, Lei­den­schaft und einem Hauch mar­itimem Glanz.

Ein Wettbewerb in drei Kategorien

Schon zum zweit­en Mal wurde der tra­di­tionelle Gesangswet­tbe­werb in drei Kat­e­gorien aus­ge­tra­gen – Kinder & Jugend, Zeit­lose Klas­sik­er und Mod­ern. Neun Chöre stell­ten sich ins­ge­samt vor – fünf von ihnen waren erst­mals dabei. Die teil­nehmenden Grup­pen reis­ten unter anderem aus Schw­erin, Parchim, Ros­tock, Büt­zow und Mirow an und macht­en die Bühne zur musikalis­chen Begeg­nungsstätte.

Mod­eriert wurde der Con­test von Leif Ten­ne­mann, der mit Charme und Wortwitz durch den Nach­mit­tag führte. Unter­stützt wurde er von ein­er fachkundi­gen Jury: Katrin Heinl und Arne Wein­ert von der Sin­gakademie Schw­erin sowie Schaus­piel­er und Musik­lieb­haber Mar­tin Neuhaus, der regelmäßig den Musikklub auf dem Alten Markt organ­isiert. Gemein­sam bew­erteten sie nicht nur gesan­gliche Qual­ität, son­dern auch die Per­for­mance und die Stim­mung, die das Pub­likum erre­ichte.

Nuancen gaben bei der Jury den Ausschlag

Beson­ders in der Kat­e­gorie Kinder & Jugend wurde deut­lich, dass Herzblut zählt: Der Kinder­chor der Grund­schule Lankow überzeugte mit mitreißen­der Büh­nen­präsenz und ein­er rühren­den Songauswahl – unter anderem waren „Musik ist eine colle Sache“ und „Alles muss klein begin­nen“ dabei. Zu den Titeln gab es jew­eils eine kleine Chore­o­gra­phie. Das war beein­druck­end!
Nach hitziger Diskus­sion aber entsch­ied die Jury sich am Ende den­noch für den sehr pro­fes­sionellen Kinder- und Jugend­chor der Ros­tock­er Sin­gakademie, der so den ersten Platz belegte. Die Freude war riesig! Auf Rang drei lan­dete das Friedrich-Franz-Gym­na­si­um Parchim, das mit seinen Kindern und Jugendlichen eben­falls einen her­vor­ra­gen­den Auftritt hin­legte. „Die Entschei­dun­gen fie­len in allen Kat­e­gorien wirk­lich knapp aus – ganz ohne Übertrei­bung“, betonte Mar­tin Neuhaus und sprach damit auch für seine Jury-Kol­le­gen. „Es so schw­er, die Chöre zu ver­gle­ichen und manch­mal sind es wirk­lich Nuan­cen, die den Auss­chlag geben. Schließlich müssen wir entschei­den. Wir haben ganz schön geschwitzt!“

Schweriner Klönköpp waren Titelverteidiger

Bei den Zeit­losen Klas­sik­ern zeigte der Shan­ty­chor Schw­er­iner Klönköpp, warum er auch 2025 wieder den Pokal mit nach Hause nehmen durfte. Er vertei­digte seinen Vor­jahressieg knapp vor dem Män­ner­chor 1848 Mirow e. V., der mit gen­er­a­tionsüber­greifend­er Beset­zung und Debüt-Charme beein­druck­te. Platz drei ging an den Gospel­chor Spir­its of Joy aus Schw­erin, der einen der­art energiege­lade­nen Auftritt hin­legte, dass sog­ar eine Gitar­ren­saite riss. Der Chor pausierte kurz für den Aus­tausch und legte dann wieder los.

In der Kat­e­gorie Mod­ern sang sich der bere­its wiedergekehrte Chor Mix­tape ganz nach oben – der Gesang fol­gte dem Mot­to „Pop, Rock und Folk mit’m Mund und Schlag­w­erk“.  Der eben­falls schon bekan­nte Chor Pop­Chorn erre­ichte mit einem her­vor­ra­gen­den Auftritt Platz zwei und die Dien­stags­frauen aus Büt­zow belegten den drit­ten Platz.

Preisgelder und Pokale

Jed­er Chor wurde für seinen Auftritt mit ein­er Aufwand­sentschädi­gung und zusät­zlich einem Preis­geld in Höhe von 130 bis 300 Euro belohnt – ges­tiftet von der NDR Kul­tur­förderung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Die Sieger durften sich zusät­zlich über einen Pokal in Form eines stil­isierten Segels freuen – gefer­tigt aus trans­par­entem und blauem Glas, passend zum mar­iti­men Fes­tam­bi­ente.

Tech­nisch begleit­et wurde das Event von der MME-Group, deren Team es trotz Platzre­gens und kurzen Zeit­fen­stern von nur zehn Minuten für den Umbau schaffte, jedem Chor noch einen kurzen Sound­check zu ermöglichen.
Ein kleines Extra gab es zum Schluss: Juror Mar­tin Neuhaus lud die Siegerchöre ein, sich 2026 im Musikklub auf dem Alten Markt erneut zu präsen­tieren – eine Bühne mehr für stim­mge­waltige Tal­ente aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern.

Auftritt beim Musikklub im kommende Jahr

Um 16 Uhr klang der NDR Chor-Con­test buch­stäblich mit einem tollen Finale aus: Zusam­men san­gen alle unter dem Riesen-Son­nen­schirm Mark Forsters Hit „Chöre“ – ein musikalis­ches Miteinan­der, das zeigte: Es ging um mehr als einen Wet­tbe­werb, son­dern um ein gemein­sames Erleb­nis, viel Spaß und Klangvielfalt.

Die Schw­er­iner Kloenkoepp vertei­digten ihren Titel als Wet­tbe­werbs-Sieger erfol­gre­ich und belegten mit knappem Vor­sprung den ersten Platz in der Kat­e­gorie „Zeit­lose Klas­sik­er“, Foto: max­press

 

Der Chor „Mix­tape“ aus Ros­tock belegte Platz 1 in der Kat­e­gorie „Mod­ern”, Foto: max­press

 

Der Kinder- und Jugend­chor der Ros­tock­er Sin­gakademie sang sich unter neuer Chor­leitung und nach kurz­er Proben­zeit erfol­gre­ich auf Platz 1 in der Kat­e­gorie „Kinder und Jugend“, Foto: max­press
Die Grund­schule Lankow nahm mit ihrem Chor zum ersten mal beim NDR Chor-Con­test teil – so wie vier weit­ere Chöre. Es war eine gelun­gene Mis­chung aus Stilen und Klän­gen, Foto: max­press

 

Mod­er­a­tor Leif Ten­ne­mann (li.) führte lau­nig durch das Pro­gramm und fand in den Umbau­pausen immer Zeit für einen Plausch – wie mit Chor­leit­er Tobias Müller (re.) vom Friedrich-Franz-Gym­na­si­um Parchim, Foto: max­press