Westmecklenburg:
Sommerflaute und schwache Konjunktur bremsen den Arbeitsmarkt
Im August ist die Zahl der Arbeitslosen in Westmecklenburg leicht gestiegen – besonders betroffen sind junge Menschen nach Schule und Ausbildung.

Westmecklenburg erlebt im August die typische Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich erhöht, vor allem weil viele Jugendliche nach dem Schul- oder Ausbildungsende noch ohne Anschlussbeschäftigung sind. Hinzu kommt eine schwächelnde Konjunktur, die die Lage verschärft.
Die Agentur für Arbeit Schwerin meldet für August 18.108 Arbeitslose in Westmecklenburg. Das sind 379 mehr als im Juli, aber 32 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,4 Prozent, wobei Schwerin mit elf Prozent weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Region liegt.
Jugendarbeitslosigkeit steigt im Sommer deutlich an
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wird unter anderem durch den für den Sommer jahreszeitlich typischen überdurchschnittlichen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit verursacht – junge Menschen melden sich nach Abschluss ihrer Berufsausbildung oder der Schule vorübergehend arbeitslos – und auch Betriebe stellen üblicherweise erst nach den Sommerferien neues Personal ein“, erklärt Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. „Allerdings, auch die schwache Konjunktur belastet bzw. bremst den Westmecklenburger Arbeitsmarkt zunehmend.“
Nach dem Schul- und Ausbildungsende stieg im August die Zahl der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen unter 25 Jahre – erwartungsgemäß – um 250 junge Frauen und Männer an. Insgesamt waren 2.153 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Sydow sieht darin ein bekanntes Übergangsphänomen: „Das gilt insbesondere für die frisch ausgelernten Fachkräfte, die von ihren Ausbildungsbetrieben aus unterschiedlichen Gründen nicht übernommen werden konnten. Hier appelliere ich alle Personalverantwortlichen, die Arbeits- und Fachpersonal benötigen: Diese Bewerber sind top ausgebildet und suchen nun einen schnellen Berufseinstieg. Sie bringen reichlich neues Wissen mit und wollen dies anwenden. Jetzt ist daher ein guter Zeitpunkt für Unternehmen, sich die frisch ausgelernten Fachkräfte zu sichern“, erklärt Agenturchef Guntram Sydow.
Jugendliche können auch kurzfristig eine Ausbildung starten
Der Ausbildungsmarkt zeigt gemischte Ergebnisse: Von Oktober 2024 bis August 2025 wurden 2.625 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stehen aber noch 721 Plätze offen. „Mit der Berufsausbildung beginnt für viele junge Menschen der Start in einen neuen Lebensabschnitt“, so Sydow. „Gegenüber allen Teenagern, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, möchte ich betonen: Es ist auch jetzt noch möglich, einen Ausbildungsvertrag zu schließen. Deshalb: Gebt nicht auf! Meldet euch bei der Berufsberatung für einen kurzfristigen Beratungstermin!“
Digitale Beratung und individuelle Unterstützung
Termine bei der Berufsberatung können online oder unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 (Montag-Donnerstag von 8–18 Uhr und Freitag von 8–14 Uhr) vereinbart werden.
Die Schweriner Arbeitsagentur bietet daneben umfangreiche digitale Angebote und individuelle Videoberatungen an. Darüber hinaus appellierte Sydow auch an alle Unternehmen, keinen Ausbildungsplatz unbesetzt zu lassen und jeden Bewerber eine Chance zu geben. „Erkundigen Sie sich über unsere vielfältigen Unterstützungsangebote – von der Einstiegsqualifizierung (EQ) bis hin zur assistierten Ausbildung (AsA). Damit werden nicht nur Betriebe unter bestimmten Fördervoraussetzungen finanziell unterstützt, sondern mit ‚AsA‘ auch diejenigen, die jungen Menschen eine Chance geben, die auf den ersten Blick nicht ganz ihren Erwartungen entsprechen. Sie und ihre Auszubildenden erhalten bedarfsgerechte und breit gefächerte Unterstützungsleistungen durch Ausbildungsbegleiter. Auf der Website www.arbeitsagentur.de erhalten Interessierte weitere Informationen.




