46 Millionen Euro für Schwerin:
Stadt setzt auf Schulen, Nahverkehr und Kultur
Schulen, Elektrobusse, Zoocampus und neue Sitzbänke: Die Stadtvertretung hat entschieden, wie Schwerin die 46 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes bis 2035 investieren will.

Die Stadtvertretung hat entschieden, wie Schwerin die rund 46 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für kommunale Investitionen einsetzen will. Bis 2035 sollen damit vor allem Schulen und Sportanlagen modernisiert, Elektrobusse angeschafft und Kulturprojekte vorangebracht werden. Auch der Zoocampus, das Freilichtmuseum Mueß sowie neue Sitzbänke und öffentliche Toiletten profitieren von den zusätzlichen Mitteln.
„Ich freue mich, dass wir als erste Kommune in MV entschieden haben, welche Investitionen aus dem Sondervermögen konkret finanziert werden sollen”, sagte der Erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Bernd Nottebaum. Mit inhaltlicher Prioritätensetzung in Bildung, Sport, ÖPNV und Kultur sei die Verwendung der Mittel thematisch ausgewogen und berücksichtige auch Umschichtungsvorschläge der Fraktionen zugunsten unseres Zoos, der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung und des Toilettenkonzeptes sowie der Schaffung von 100 zusätzlichen Sitzbänken.
Fast 70 Prozent fließen in Schulen
Mit rund 32,4 Millionen Euro entfällt der größte Teil der Bundesmittel auf den Bildungsbereich. Das größte Einzelprojekt ist die Sanierung des Gymnasiums Fridericianum. Für die letzte noch grundlegend zu sanierende allgemeinbildende Schule der Landeshauptstadt sind 13,8 Millionen Euro vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen nach derzeitiger Planung 2030 beginnen.
Außerdem werden die Schulhöfe der Grundschule Mueßer Berg sowie der Grundschule Nils Holgersson erneuert. An der Grund- und Regionalschule Lankow wird die Sanierung des Schulhofes abgeschlossen. Mehr als acht Millionen Euro fließen zudem in den Ausbau des Schulstandortes für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.
Von den Investitionen profitiert auch die Schulsportanlage Weststadt. Für sechs Millionen Euro werden Sportplatz und Funktionsgebäude erneuert. Die Anlage nutzen das Goethe-Gymnasium, die Regionalschule Weststadtcampus und die Grundschule John-Brinckman.
Geld für Elektrobusse und Wärmeplanung
Weitere rund 6,8 Millionen Euro stehen für Verkehr und Energie zur Verfügung. Jeweils rund 3,4 Millionen Euro erhält die Nahverkehr Schwerin GmbH für die Ersatzbeschaffung von Elektrobussen sowie die Stadtwerke Schwerin für die kommunale Wärmeplanung.
Zoo und Freilichtmuseum erhalten Unterstützung
Auch Kultur- und Freizeitprojekte profitieren. Der Schweriner Zoo erhält 2,2 Millionen Euro für den geplanten Zoocampus. Das Projekt war zunächst nicht Bestandteil der Verwaltungsvorlage. In einer Stellungnahme hatte Zoo-Geschäftsführer Tim Schikora darauf hingewiesen, dass der Zoocampus eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Zoos und die Einwerbung weiterer Fördermittel sei.
Weiter bedankte sich Schikora bei der Verwaltung, den Gremien und den Fraktionen für den „konstruktiven Austausch, die zielorientierte Lösungssuche und die deutlich spürbare Unterstützung des Zoologischen Gartens“.
Für das Freilichtmuseum Mueß sind gut vier Millionen Euro vorgesehen. Mit dem Geld soll bis 2029 ein neues Eingangsgebäude entstehen.
Politischer Kompromiss nach mehreren Änderungsanträgen
Der Entscheidung waren zahlreiche Änderungsanträge der Fraktionen vorausgegangen. In den endgültigen Beschluss aufgenommen wurden unter anderem zusätzliche Mittel für den Zoocampus, die kommunale Wärmeplanung, das Toilettenkonzept und ein Programm mit 100 seniorengerechten Sitzbänken.
Die AfD-Fraktion hatte dagegen einen deutlich anderen Mitteleinsatz vorgeschlagen. Statt Elektrobusse wollte sie Geld in eine „Grüne Welle“ für Ampelanlagen investieren. Außerdem beantragte sie zusätzliche Mittel für Spielplätze, Straßenbeleuchtung, Abfallbehälter, öffentliche Toiletten und die Anschaffung einer neuen Pfaffenteichfähre. Dafür fand sich in der Stadtvertretung jedoch keine Mehrheit.
Auch die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP konnte sich mit ihren wesentlichen Änderungswünschen nicht durchsetzen. Sie hatte unter anderem vorgeschlagen, den Naturrasenplatz an der Schulsportanlage Weststadt zu erhalten und stattdessen einen Kunstrasenplatz in Lankow zu bauen sowie die Mittel zwischen Nahverkehr und kommunaler Wärmeplanung anders aufzuteilen.
Neben den Millionenprojekten sollen auch kleinere Maßnahmen umgesetzt werden. So werden 100 seniorengerechte Sitzbänke im Stadtgebiet aufgestellt, das Toilettenkonzept mit 800.000 Euro umgesetzt und die Sanitäranlagen in der „Alten Post“ am Berliner Platz saniert.
INFO: Die größten Investitionen
| Projekt | Summe |
|---|---|
| Sanierung Gymnasium Fridericianum | 13,8 Mio. € |
| esE-Klassen Lankow | 8,1 Mio. € |
| Schulsportanlage Weststadt | 6 Mio. € |
| Freilichtmuseum Mueß | 4,04 Mio. € |
| Elektrobusse | 3,4 Mio. € |
| Kommunale Wärmeplanung | 3,4 Mio. € |
| Schulhof Lankow | 2,9 Mio. € |
| Zoocampus | 2,2 Mio. € |




