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Wenn am Mittwoch das Licht schwindet:
Sonnenfinsternis auch über Schwerin

Am Mittwoch zieht der Mond vor die Sonne. Auch in Schwerin ist die partielle Sonnenfinsternis zu sehen – mit verändertem Licht, möglicher Abkühlung und einem seltenen Schauspiel am Himmel.

  • Veröffentlicht August 11, 2026
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Am Mittwochabend wird es dunkel in Schw­erin. Foto: AI Gen­er­at­ed Ope­nAI

 


In Kürze:

  • Par­tielle Son­nen­fin­ster­n­is: Am Mittwochabend verdeckt der Mond von Schw­erin aus gese­hen einen großen Teil der Sonne. Voll­ständig dunkel wird es dabei nicht.
  • Licht und Tem­per­atur: Durch die gerin­gere Sonnene­in­strahlung kann es vorüberge­hend dun­kler und etwas küh­ler wer­den. Auch Tiere kön­nen auf die unge­wohn­ten Lichtver­hält­nisse reagieren.
  • Augen schützen: Der direk­te Blick in die Sonne ist auch während der Fin­ster­n­is gefährlich. Zur Beobach­tung sind spezielle, geprüfte Son­nen­fin­stern­is­brillen erforder­lich.

 

Am Mittwochabend bietet sich über Schw­erin ein seltenes Him­melss­chaus­piel: Der Mond zieht zwis­chen Erde und Sonne und verdeckt dabei einen großen Teil der Son­nen­scheibe. Von Meck­len­burg-Vor­pom­mern aus ist die Son­nen­fin­ster­n­is stel­len­weise zu beobacht­en. Anders als bei ein­er total­en Son­nen­fin­ster­n­is ver­schwindet die Sonne in Schw­erin nicht voll­ständig. Den­noch kann eine starke par­tielle Fin­ster­n­is mehr sein als nur ein auf­fäl­liger Anblick am Him­mel. Mit zunehmender Bedeck­ung erre­icht weniger direk­te Son­nen­strahlung den Boden. Die Umge­bung kann dadurch sicht­bar dun­kler wer­den und das Licht eine unge­wohnte Charak­ter­is­tik annehmen.

Wenn sich nicht nur das Licht verändert

Eine Son­nen­fin­ster­n­is bee­in­flusst für kurze Zeit den Energieein­trag der Sonne. Weil weniger Strahlung den Erd­bo­den erre­icht, erwär­men sich Boden und boden­na­he Luft weniger stark. Bei total­en Son­nen­fin­stern­issen wur­den teil­weise deut­liche Tem­per­at­urabfälle gemessen. Wie stark dieser Effekt bei ein­er par­tiellen Fin­ster­n­is aus­fällt, hängt unter anderem von Bewölkung, Wind, Tageszeit und dem Grad der Bedeck­ung ab.

Wer sich während der Fin­ster­n­is län­gere Zeit draußen aufhält, kann deshalb möglicher­weise eine leichte Abküh­lung wahrnehmen. Auch Verän­derun­gen des Windes sind bei Son­nen­fin­stern­issen wis­senschaftlich unter­sucht wor­den. Der Grund liegt unter anderem darin, dass die Erwär­mung des Bodens und damit ver­bun­dene Luft­be­we­gun­gen vorüberge­hend abgeschwächt wer­den. Beson­ders auf­fäl­lig kann die Verän­derung des Lichts sein. Anders als bei einem gewöhn­lichen Son­nenun­ter­gang nimmt die Sonnene­in­strahlung durch den vor­beiziehen­den Mond inner­halb ver­gle­ich­sweise kurz­er Zeit ab. Schat­ten und Kon­traste kön­nen dadurch unge­wohnt erscheinen.

Auch Tiere kön­nen auf die verän­derten Umweltbe­din­gun­gen reagieren. Bei früheren Son­nen­fin­stern­issen wur­den beispiel­sweise Verän­derun­gen bei Vögeln und Insek­ten beobachtet. Einige Tiere reagieren auf die plöt­zlich ein­set­zende Däm­merung ähn­lich wie am Abend. Solche Effek­te sind bei ein­er total­en Fin­ster­n­is allerd­ings wesentlich aus­geprägter als bei dem par­tiellen Ereig­nis, das in Schw­erin zu sehen sein wird.

Warum sich der Himmel überhaupt verdunkelt

Eine Son­nen­fin­ster­n­is entste­ht, wenn Sonne, Mond und Erde nahezu auf ein­er Lin­ie ste­hen. Obwohl die Sonne rund 400-mal größer als der Mond ist, befind­et sie sich auch unge­fähr 400-mal weit­er von der Erde ent­fer­nt. Deshalb erscheinen bei­de Him­mel­skör­p­er von der Erde aus nahezu gle­ich groß. Zieht der Mond bei Neu­mond passend zwis­chen Erde und Sonne hin­durch, fällt sein Schat­ten auf die Erde. Schw­erin liegt am Mittwoch außer­halb der schmalen Zone, in der die Sonne voll­ständig verdeckt wird. Die Lan­deshaupt­stadt befind­et sich lediglich im Halb­schat­ten des Mon­des deshalb bleibt ein Teil der Son­nen­scheibe sicht­bar.

 

Ein Teil der Son­nen­scheibe wird mor­gen in Schw­erin noch sicht­bar sein.
Foto: Jason Gill­man from Pix­abay

 

Selb­st die Erdat­mo­sphäre reagiert auf eine Son­nen­fin­ster­n­is. In höheren Atmo­sphären­schicht­en führt die vorüberge­hend fehlende Son­nen­strahlung dazu, dass die Ion­isierung zurück­ge­ht. Beson­ders gut lässt sich dieser Effekt in der Ionosphäre messen, die unter anderem für die Aus­bre­itung bes­timmter Funksig­nale von Bedeu­tung ist.

Der gefährliche Rest der Sonne

So ein­drucksvoll das Ereig­nis ist: Der direk­te Blick auf die Sonne bleibt gefährlich. Das gilt auch dann, wenn ein großer Teil der Son­nen­scheibe bere­its vom Mond verdeckt ist. Horn­haut und Augen­linse bün­deln das ein­fal­l­ende Son­nen­licht auf der Net­zhaut. Die verbleibende Son­nen­strahlung kann dort inner­halb kurz­er Zeit Schä­den verur­sachen. Beson­ders prob­lema­tisch ist, dass die Net­zhaut keine Schmerzrezep­toren besitzt. Eine Schädi­gung muss deshalb während der Beobach­tung nicht unmit­tel­bar bemerkt wer­den.

Eine gewöhn­liche Son­nen­brille bietet keinen aus­re­ichen­den Schutz. Für die direk­te Beobach­tung soll­ten auss­chließlich dafür vorge­se­hene Son­nen­fin­stern­is­brillen ver­wen­det wer­den, die den entsprechen­den Sicher­heit­san­forderun­gen entsprechen und unbeschädigt sind.

Beson­dere Vor­sicht gilt bei Fer­ngläsern, Teleskopen und Kam­eras mit optis­chem Such­er: Durch die Ver­größerung­sop­tik wird Son­nen­licht zusät­zlich gebün­delt. Hier müssen geeignete Son­nen­fil­ter vor der Optik ange­bracht wer­den. Wer das Ereig­nis in Schw­erin ver­fol­gen möchte, sollte sich einen möglichst freien Blick in Rich­tung West­en suchen. Dann lässt sich beobacht­en, wie sich die ver­traute Son­nen­scheibe langsam in eine immer schmalere Sichel ver­wan­delt und wie ein mehrere Hun­dert­tausend Kilo­me­ter ent­fer­n­ter Mond für kurze Zeit Licht und Atmo­sphäre eines Som­mer­abends in Schw­erin verän­dert.