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Geburtenrückgang:
Sorge um Kita-Schließungen in MV

Sinkende Geburtenzahlen in MV führen zu einer Debatte über die Zukunft der Kitas. Grüne fordern bessere Betreuung, das Land verweist auf hohe Kosten.

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  • Veröffentlicht Oktober 10, 2025
Rückgang der Geburten in MV sorgen für Disukussionen. Foto: Symbolbild
Rück­gang der Geburten in MV sor­gen für Disukus­sio­nen. Foto: Sym­bol­bild

 

Die sink­enden Geburten­zahlen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern haben im Land­tag eine Debat­te über die Zukun­ft der Kindertages­be­treu­ung aus­gelöst. Nach Ansicht der Grü­nen-Frak­tion sollte der Rück­gang der Kinderzahlen als Chance zur Verbesserung der Betreu­ungsqual­ität genutzt wer­den.

Die Grü­nen fordern, den Per­son­alschlüs­sel in den Kitas bis 2035 deut­lich zu verbessern. „Wir fordern 1:4 in der Krippe, 1:10 in der Kita und 1:17 für den Hort“, erk­lärte die Abge­ord­nete Jut­ta Weg­n­er (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) im Land­tag in Schw­erin. Die rot-rote Lan­desregierung habe bis­lang nur Ankündi­gun­gen gemacht, konkrete Schritte zur Qual­itätsverbesserung blieben jedoch aus. Weg­n­er erin­nerte daran, dass Meck­len­burg-Vor­pom­mern im bun­desweit­en Ver­gle­ich beim Betreu­ungss­chlüs­sel weit­er hin­ten liege. Laut Angaben der Grü­nen betreuen lan­desweit rund 13.000 Erzieherin­nen und Erzieher etwa 116.000 Kinder in Krip­pen, Kitas und Hort­en.

Ministerium verweist auf finanzielle Grenzen

Der Antrag der Grü­nen fand im Land­tag keine Mehrheit. Bil­dungsmin­is­terin Simone Old­en­burg (Die Linke) ver­wies in der Debat­te auf die finanziellen und struk­turellen Her­aus­forderun­gen. Bere­its im Jahr 2033 werde es im Land etwa 40.000 Kinder im Betreu­ungsalter bis elf Jahre weniger geben.

„Darauf müssen wir uns alle ein­stellen“, so Old­en­burg. Durch den ab 2026 gel­tenden geset­zlichen Betreu­ungsanspruch im Hort werde der Bedarf an Fachkräften dort steigen, während in den Krip­pen zunächst weniger Per­son­al benötigt werde. Für diesen Über­gang biete das Land Fort­bil­dung­spro­gramme für päd­a­gogis­che Fachkräfte an.

Die Min­is­terin wies die Forderung nach kleineren Grup­pen mit Hin­weis auf die Kosten­be­las­tung zurück. Bere­its jet­zt wür­den für die Kinder­be­treu­ung jährlich nahezu eine Mil­liarde Euro aus öffentlichen Mit­teln bere­it­gestellt, 55 Prozent davon vom Land. Die Umset­zung der von den Grü­nen geforderten Schlüs­sel würde jährliche Mehrkosten von rund 175 Mil­lio­nen Euro verur­sachen. Dieses Geld ste­he derzeit nicht zur Ver­fü­gung, erk­lärte Old­en­burg. Zudem sei unklar, in welchem Umfang sich der Bund kün­ftig an der Kita-Finanzierung beteili­gen werde.

 

Befürchtungen vor Kita-Schließungen in ländlichen Regionen

Angesichts der sink­enden Geburten­zahlen wächst vor allem in ländlichen Regio­nen die Sorge vor Kita-Schließun­gen. Der Kita-Lan­desel­tern­rat und die Gew­erkschaft Erziehung und Wis­senschaft (GEW) forderten Land, Land­kreise und Kom­munen auf, die Aus­gaben für frühkindliche Bil­dung trotz rück­läu­figer Zahlen nicht zu kürzen.

In ein­er gemein­samen Erk­lärung beton­ten bei­de Organ­i­sa­tio­nen, dass Investi­tio­nen in die frühkindliche Bil­dung Investi­tio­nen in die Zukun­ft des Lan­des seien.

Laut dem Sta­tis­tis­chen Amt kamen im Jahr 2016 in Meck­len­burg-Vor­pom­mern noch 13.442 Kinder zur Welt, 2020 waren es 12.061 und 2024 nur noch 9.157. Der Rück­gang der Geburten­zahlen set­zt sich damit weit­er fort.