Sorge vor Gasmangel: Unternehmerverband fordert Klarheit und Vorlauf von Politik

Der Unternehmerverband (UV) in Schwerin erwartet mehr Klarheit und Transparenz, welche Bereiche konkret bei einem Gasmangel systemrelevant wären.

Gas und Öl kommen unter anderem in Pipelines nach Deutschland. | Foto: Robson Machado

Die Sorge vor Gasmangel hat auch die regionale Wirtschaft erreicht. Immer wieder forderte die Politik von Unternehmen, diese sollten sich auf einen möglicherweise nahenden Mangel an Gas vorbereiten. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fragen sich nun, wie so eine Vorbereitung konkret aussehen soll?

Würde das Gas ausgehen, dann sind auch die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern nicht in der Lage ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Gas ist nur bedingt kompensierbar.

Verfahren muss transparent offen gelegt werden

Der Präsident des Unternehmerverbandes fordert Transparenz und Klarheit ein

Kommt es zur Gasnotlage, handelt die Bundesnetzagentur nach einem allgemeinen Verfahren. Unklar ist, wer Mitspracherecht bezüglich der schützenswerten Bereiche hat. Neben dem Bevölkerungsschutz müssen bestimmte Bereiche ebenfalls Priorität haben, um den Bevölkerungsschutz wirklich gewährleisten zu können. Beispielsweise müssen Krankenhäuser und Pflegeheime weiter mit Essen und sauberer Wäsche versorgt werden, um ihren Betrieb sicherzustellen.

Die zu schützenden Kundengruppensollten daher nicht nur der Bundesnetzagentur bekannt sein, sondern auch der Wirtschaft transparent offen gelegt werden„, fordert der Präsident des Unternehmerverbandes, Thomas Tweer.

Nur so könne man der Aufforderung der Politik, sich auf die Notlage vorzubereiten, auch nachkommen oder auf Probleme hinweisen, die noch nicht erkannt wurden.Es dürfen sich die CoronaErfahrungen nicht wiederholen, wo man oft erst feststellte, welche Bereiche der Wirtschaft doch systemrelevant sind, wenn das Problem dann da war. Dazu sind die Auswirkungen nun zu existentiell., so Tweer.

Der immer wieder von der Politik ins Spiel gebrachte schnelle Umstieg von Gas auf andere Energieträger stelle sich in der Praxis für viele Unternehmer als kaum machbar dar.

Am Beispiel von Wäschereien wird das Problem deutlich

Der Verbandspräsident macht es an einem Beispiel fest. So benötigen über 80 Prozent aller Wäschereien für ihre Waschstraßen und Mangeln Gas zur Dampferzeugung. Ein ortsansässiges Unternehmen versorgt dabei Kunden wie ein Großkrankenhaus, kleinere Krankenhäuser und Kliniken, Pflegeheime, Küchen, Arztpraxen, die Bundeswehr sowie Hotels und Gaststätten und Privatkunden mit sauberer Wäsche.

Kann hier nicht mehr gearbeitet werden, werden binnen einer Woche die benannten Bereiche handlungsunfähig. Zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur wäre eine zweckgebundene Zuteilung von Gasmengen nötig, um für diesen Teil der Kunden weiter waschen zu können

Hinzu kommt, dass die vorhandene Technik nicht umrüstbar ist. Hier kann nur auf andere Technik gesetzt werden, die neu angeschafft werden müsste. Eine Waschstrasse für eine Viertelmillion Euro, Mangeln für einen ebenso hohen Preis.

Hier wären Investitionen nötig, deren Finanzierung in einer Branche mit sehr geringen Gewinnen kaum darstellbar ist. Allein die bestehenden Maschinen zu pflegen und zu warten, verschlingt bereits die vorhandene Finanzkraft.

Themen verlaufen quer durch alle Wirtschaftsbereiche

So ziehen sich die Themen quer durch alle Bereiche der Wirtschaft. Der Umbau auf erneuerbare Energien wird Kraft und Zeit sowie Investitionen benötigen, die nur aufgebracht werden können, wenn die Geschäftsmodelle noch funktionieren. Dazu gehört auch, dass Politik und Verwaltungen ebenso funktionsfähig sind und Planungs und sowie Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen

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