Von Chronik bis Konzert:
Sparkasse verleiht Kulturpreis an Schweriner Kulturschaffende
Die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin ehrte am Mittwoch mit ihrem Kunst- und Kulturpreis herausragende Kulturschaffende aus Schwerin für ihr regionales Engagement.

Der Kunst- und Kulturpreis 2024 der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin in Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin wurde am Mittwochabend feierlich verliehen – und ging in diesem Jahr an drei besondere Preisträger bzw. Teams, die auf ganz unterschiedliche Weise das kulturelle Erbe Schwerins bereichern. Insgesamt 10.000 Euro Preisgeld wurden dabei vergeben.
In der ehrwürdigen Kundenhalle der Sparkasse in der Wismarschen Straße nahmen Hans-Joachim Falk, Karen Obenauf sowie das Duo Sophia Maeno und Dr. Reinhard Wulfhorst die Auszeichnung entgegen. Gewürdigt wurden sie für ihr außergewöhnliches Engagement im Bereich Stadtgeschichte, Illustration und Musik.
Oberbürgermeister Rico Badenschier betonte in seiner Laudatio: „Ein lebendiges Erbe braucht starke Fürsprecher. Die diesjährigen Preisträger sind engagierte Botschafterinnen und Botschafter eines lebendigen Kulturerbes in der Landeshauptstadt.“ Sparkassenvorstand Kai Lorenzen ergänzte: „Die heutige Preisverleihung steht auch im Zeichen des Welterbe-Titels für das Residenzensemble Schwerin – ein Titel, den auch unsere Preisträger mit Leben füllen.“
Stadtgeschichte mit Herz und Hingabe
Für sein Lebenswerk wurde der Schweriner Gästeführer und Chronist Hans-Joachim Falk ausgezeichnet. Als profunder Kenner der Stadtgeschichte hat er zahlreiche Publikationen veröffentlicht – darunter das Buch „Zu regem Besuche ladet höflichst ein…“ zur Geschichte der Schweriner Hotels und Restaurants sowie den prachtvollen Jubiläumsband „Schwerin – Altstadt bis Zippendorf“. Auch die Bewerbung Schwerins zum UNESCO-Welterbe begleitete er mit Herzblut und Expertise. Selbst mit über 20 Jahren im Ruhestand vermittelt er sein Wissen weiterhin in Vorträgen und bei der Ausbildung neuer Gästeführer. Eine beeindruckende Leistung, die nun ihre verdiente Würdigung findet.

Kreative Stimme der Stadtgesellschaft
Für ihr gesellschaftliches Engagement wurde die Illustratorin und Art Director Karen Obenauf geehrt. Die gebürtige Schwerinerin prägt seit Jahren das visuelle Erscheinungsbild kultureller Ereignisse der Stadt – von den Schlossfestspielen bis hin zu Schulprojekten. Besonders hervorzuheben ist ihr jüngstes Projekt: das Magazin „Zustandsübergänge – Erinnerungen an 1989“, das Zeitzeugenberichte zum Mauerfall eindrucksvoll in Wort und Bild festhält. Karen Obenaufs Dankesworte rührten das Publikum – ebenso wie ihre Ankündigung, das Preisgeld in Teilen zu spenden: so erhält die die Lebensmittelausgabestelle der Petrusgemeinde im Mueßer Holz und das Frauenhaus in Schwerin etwas vom Preisgeld.

Musikalische Spurensuche im Nordosten
Die dritte Auszeichnung ging an ein kreatives Duo: Die Mezzosopranistin Sophia Maeno und der Verleger Dr. Reinhard Wulfhorst, der mit der Edition Massonneau musikalische Raritäten aus Mecklenburg-Vorpommern neu herausgibt. Sophia Maeno bringt diese Entdeckungen auf die Bühne – leidenschaftlich, originell und mitreißend. So erinnerte sie zuletzt eindrucksvoll an die Komponisten Sophie Westenholz und Friedrich Wilhelm Kücken. Maeno versteht es, kulturelle Genres zu verbinden, vergessene Orte zu beleben und das Publikum auf musikalische Zeitreisen mitzunehmen.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der inklusiven Band „Kaktus“ und dem Ensemble „KONtegra“, beide Preisträger des Vorjahres – ein weiteres Beispiel dafür, wie vielfältig und lebendig das kulturelle Leben in Schwerin ist.



