Kunst, die bleibt:
Sparkassen-Stiftung ehrt Schweriner Kulturschaffende
Kunst im öffentlichen Raum kann erinnern, verbinden und Gespräche anstoßen – genau das zeigten die ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll.

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Landeshauptstadt einen festlichen Jahresauftakt erlebt. Im Theaterzelt am Franzosenweg stand dabei nicht nur der Austausch im Mittelpunkt, sondern vor allem die Kunst – sichtbar, nahbar und mitten im Leben der Stadt. Fester Bestandteil des Empfangs ist die Verleihung des Kunst- und Kulturpreises der Sparkassen-Stiftung. Mit dem insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis werden jedes Jahr sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Akteure ausgezeichnet, die das kulturelle Profil Schwerins nachhaltig prägen. Eine unabhängige Fachjury hatte in diesem Jahr zehn Vorschläge zu bewerten, thematisch gebündelt unter dem Motto „Kunst im öffentlichen Raum“.
Erinnerung, die sichtbar bleibt

Zu den Preisträgern zählt Sabine Klemm, Initiatorin und Sprecherin der Stolperstein-Initiative Schwerin. Seit vielen Jahren prägt die Initiative die lokale Erinnerungskultur: Stolpersteine an den letzten Wohnorten von NS-Opfern holen Geschichte aus Archiven und Museen zurück in den Alltag der Stadt. In Schwerin erinnern inzwischen 98 Steine und eine Stolperschwelle an verfolgte, deportierte und ermordete Menschen – aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Die Arbeit der Initiative setzt ein klares Zeichen gegen das Vergessen und macht individuelle Schicksale im Stadtbild erfahrbar.
Kunst für alle Generationen

Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Bildhauer Nando Kallweit, dessen Werke an zahlreichen Orten in Schwerin präsent sind. Ob die markanten roten Frauenfiguren am Ostorfer See, die „Großen Blumen“ als Willkommensgruß am Ortseingang oder der Drache „Nandolino“ am Pfaffenteich – Kallweits Skulpturen sind längst Teil des Stadtbildes und besonders bei Kindern beliebt. Seine Arbeiten verbinden Kunst mit Alltagsorten und machen sie für ein breites Publikum zugänglich.

Der dritte Preisträger, der freie Künstler Tino Bittner, erhielt die Auszeichnung für sein Fassadenprojekt „Aller Hand“. Mit großformatigen Wandbildern und kreativen Interventionen verwandelt er Fassaden in Orte der Begegnung. Über Wochen und Monate hinweg können Passanten den Entstehungsprozess verfolgen, stehen bleiben, kommen ins Gespräch. Bittners Arbeiten setzen ästhetische Akzente im Stadtraum und laden dazu ein, genauer hinzuschauen – auf die Kunst ebenso wie auf die Menschen dahinter.



